Verwirrung um YouTube-Sperre in Pakistan
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Wie gewonnen, so zerronnen. Nachdem Pakistan aufgrund der heftigen Demonstrationen in der islamischen Welt gegen das berüchtigte Mohammed-Video den Zugang zu YouTube sperren ließ, kündigte der Innenminister des Landes am Freitag an, den YouTube-Bann aufzuheben. Der Minister sah die Gefahren des Video-Portals durch eine Firewall, die pornographische und gotteslästerliche Inhalte weiterhin blocken solle, gebannt. Am Samstag schließlich wurde YouTube für die pakistanische Internetgemeinde wieder freigeschaltet – aber nur für kurze Zeit. Je nach Quelle wird von einem Zeitfenster zwischen drei Minuten und drei Stunden gesprochen, in der das Portal erreichbar gewesen sein soll.

Doch spätestens dann hatten die pakistanischen Behörden eine wichtige Lektion gelernt: Das Internet vergisst nie! Nachdem der einflussreiche Fernsehsender Geo am Samstag Nachmittag berichtete, dass noch immer anti-islamistische Inhalte zugänglich seien und auch Twitter-User auf die Unzulänglichkeit der propagierten Firewall hinwiesen, korrigierten die Behörden ihre Entscheidung und versperrten erneut den Zugang zu YouTube.

Grund für die kurzweilige Aufhebung der Sperre, die am 17. September verhängt wurde, war der New York Times zufolge die große Kritik der Bevölkerung an dieser Maßnahme. Rund 25 Millionen pakistanische Internetuser reichten Beschwerde bei den zuständigen Behörden ein. Auch die pakistanische Zeitung The Express Tribune verurteilte das YouTube-Verbot als Machtspiel einer Regierung, die versucht, das Verhalten der Bürger zu kontrollieren. Eine gänzliche Abschaltung des Portals käme der Express Tribune einem Rückschritt in ein dunkles Zeitalter gleich und würde zur faktischen Abschaffung der Demokratie führen.

Pakistanische Twitter-User antworteten auf das Hin- und Her-Spiel der Regierung mit Sarkasmus:

Bleibt wohl nur eine Lösung:

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