Video on Demand: Netflix, Sky, Maxdome, Snap, Amazon & Co
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Die Online-Videothek Netflix steht kurz vor dem Start in Deutschland.

Mitte September, voraussichtlich am 16.09, zum angekündigten Presseevent in Berlin, wird der Start der Plattform erwartet.


Streaming-Dienst Netflix startet nun auch in Deutschland – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/digital/Streaming-Dienst-Netflix-sta…

Streaming-Dienst Netflix startet nun auch in Deutschland – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/digital/Streaming-Dienst-Netflix-sta…

Kurz vor dem Launch in Deutschland zittert die Konkurrenz und zieht mit Angeboten nach, um nicht plötzlich seinen Marktanteil schwinden zu sehen.

„Gebt den Leuten, was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form, in der sie es wollen, und das zu einem vernünftigen Preis […] dann werden sie es lieber kaufen wollen, als es zu stehlen.“ So überzeugt äußerte sich Schauspieler Kevin Spacey einmal zu Netflix.

Netflix ist tatsächlich ein sehr alter Hase im Bereich der Online-Videotheken. Im Jahr 1997 gestartet, dominierte der Service zunächst den DVD-Verleih und schwenkte mit der Verbreitung schnellerer Internetverbindungen zum Streaming um. Zum Vergleich: Maxdome, der Video-on-Demand-Dienst der ProSiebenSat.1 Media AG, existiert erst seit 2006.

Video-On-Demand boomt

Das Geschäft mit legalen Filmen und Serien aus dem Internet ist schon lange auf Erfolgskurs. Zu jeder beliebigen Zeit eigene Lieblingsserien und -filme zu schauen, liegt im Trend. Etabliert sind neben Netflix Anbieter wie Snap, Watchever, Maxdome und Amazon Prime Instant Video.

In Amerika revolutionierte Netflix den Fernsehmarkt und ist besonders für seine mit Spacey 2011 selbst produzierte Erfolgsserie House of Cards bekannt, die 2013 erstmalig ausgestrahl wurde. In den USA hat der VoD-Service mittlerweile mehr als 35 Millionen Kunden. Zudem ist Netflix bereits in 40 Ländern weltweit verfügbar. Ein Rollout nach Österreich, Frankreich, Belgien, Luxemburg und in die Schweiz wird zum selben Zeitpunkt, wie der Launch in Deutschland erwartet.

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Goldmedia „Video-on-Demand Forecast 2014-2019“ soll der Gesamtumsatz im VoD-Markt bis Ende 2014 auf rund 273 Millionen Euro steigen. Bis 2019 soll der Umsatz sogar auf 750 Millionen steigen. Der Studie zufolge nutzten 2013 bereits vier Millionen Deutsche kommerzielle Online-Videotheken. Schon damals nutzen somit ein Fünftel aller Onliner in Deutschland Video-on-Demand-Angebote. Tendenz rapide steigend, während das Ausleihen oder Kaufen von einzelnen Filmen oder Serien dagegen eindeutig an Popularität verliert.

Goldmedia: VoD Forecast 2014-2019

Bildquelle: http://www.goldmedia.com/aktuelles/info/article/zwanzig-prozent-der-deut…

Nach Goldmedias Umfrage unter VoD-Service-Nutzern wurden kostenlose Streaming-Angebote auf werbefinanzierten VoD-Portalen wie MyVideo oder ClipFish damals bevorzugt. Einhergehend mit der Vielfalt der Anbieter und der daraus resultierenden Preisgestaltung, werden die kostenpflichtigen Dienste immer beliebter. Goldmedia geht sogar davon aus, dass das Abo-Modell jährlichen um etwa 50 Prozent wachsen wird. Rund 18 Millionen Deutsche gelten nach Goldmedia als potentielle Kunden.

Die Marktentwicklung von Streaming sowie damit verbundene Geschäftsmodelle standen bereits im März im Fokus des Medientage Specials in München. Denn der Erfolg von Streaming-Angeboten ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. In der Keynote von Dorothee Ebert und Dr. Marc Rüger wurde das noch einmal konkret auf den Punkt gebracht:

Nicht alles ist Content, aber ohne Content ist alles nichts – Qualität entscheidet.

Video-on-Demand Anbieter und Preise

In Amerika ist Netflix ab 7,99 Dollar (5,90 Euro) im Monat zu haben. Für wieviel der Service in Deutschland verfügbar sein wird, ist noch offen. Der Konkurrent Watchever kostet hierzulande 8,99 Euro im Monat. Maxdome verlangt 7,99 Euro für einen Monat, ebenso Amazon Prime Instant Video. Bei allen Diensten kann man sich beliebig oft und zu jeder Zeit Streams ansehen. Allerdings unterscheidet sich die Auswahl an Serien und Filmen stark.

Just kurz vor der Einführung in Deutschland kommt weiter Bewegung in den Markt. So hat beispielsweise der Anbieter Sky Deutschland eine abgespeckte Version seines Video-on-Demand-Angebotes Snap veröffentlicht. Snap ist seit Dezember 2013 verfügbar und kostete für zwei Geräte für Nicht-Sky-Abonnenten ursprünglich 9,90 Euro. Zukünftig soll es in der Vollversion Snap Extra 6,99 Euro kosten. In der abgespeckten Snap-Version wurde der Preis auf 3,99 Euro monatlich gesenkt. Eine Preissenkung mit der Einschränkung, dass Videos nicht mehr auf zwei mobilen Geräten gleichzeitig abrufbar sind. Außerdem ist die Download-Funktion für die Offline-Nutzung nicht mehr verfügbar.

Netflix – ein harter Konkurrent für deutsche Anbieter

Die Konkurrenz schläft natürlich nicht, wie Netflix erneut unter Beweis stellt. Denn das kalifornische Unternehmen schüttelt erneut ein Ass aus dem Ärmel und teilt in einer kurzen Notiz eine Interconnection-Vereinbarung mit dem Kabelnetzbetreiber Time Warner Cable mit, die bereits im Juni vereinbart wurde und diesen Monat aktiv wird. Die Kooperation sorgt für eine gewisse Zuverlässigkeit beim Ausspielen der Inhalte. Bereits im Februar hatte Netflix eine solche Vereinbarung mit dem größten US-amerikanischen Kabelnetzbetreiber Comcast geschlossen. Mit dieser Vereinbarung hat Netflix nun Verträge mit den vier größten US-amerikanischen Internet Service Providern geschlossen (Time Warner Cable, Comcast, Verizon und AT&T), um seinen Nutzern einen stabilen Zugang zu gewährleisten.

Außerdem ist Netflix wesentlich smarter als die Anbieter hierzulande. Nicht nur der gelungene Einstieg als erfolgreicher Serienproduzent zeichnet Netflix aus. Denn der US-Konkurrent analysiert akribisch die Wünsche seiner Kunden und erfasst nicht nur, was seine Kunden anschauen und was gesucht wird, sondern auch an welcher Stelle Nutzer Pausen einlegen. Auf Basis dieser Daten werden Muster erstellt, um die Kundenbedürfnisse effektiver einschätzen zu können.

Hierzulande wird man noch Einiges nachbessern müssen, um mit dem Streaming-Profi aus den USA adäquat in Konkurrenz treten zu können. Und das nicht nur bei der Preisgestaltung oder der Auswahl.

Aufmacherbild: technology, internet and video concept – laptop computer with video on screen via Shutterstock / Urheberrecht: Syda Productions 

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