Vine: nur Porno oder besser als Instagram?
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Zeig mir in sechs Sekunden, wer Du bist, was Du tust oder was Du vor hast. Die kostenlose Videosharing-App Vine schickt sich an, der neue Stern am Social-Media-Himmel zu werden. Die seit Ende Januar verfügbare kostenlose iOS-App der Gründer Dom Hofmann und Rus Yusupov könnte sich in den kommenden Monaten zu einem großen Trend mausern.

Vine-Nutzer können sechs Sekunden lange Clips aufnehmen und mit der Community teilen. Vine, die Twitter-eigene Antwort auf Instagram.com, das mittlerweile von Facebook gekauft wurde, nutzt dabei den Vorteil der späten Geburt.

So vereinen sich im neuen Stern am Social-Media-Himmel Vorteile aus bereits etablierten Plattformen: Mit sechs Sekunden halten sich Vine-Beiträge ähnlich knapp wie ein Tweet, sind optisch ansprechend wie Instagram oder Pinterest, haben durch etliche Sharing-Funktionen zu allen großen sozialen Netzwerken einen hohen Viralitätsfaktor und können zudem direkt auf der Plattform kommentiert werden.

 

Gif statt Video

Genau genommen handelt es sich bei Vine-Beiträgen nicht um Videos sondern um animierte Gifs. Die populären Zappelbilder aus den 90ern erleben mit Vine ein großes Revival, denn sie werden, anders als früher, mit Ton unterlegt. Die Aufnahme kann dabei vom User unterbrochen und in einem neuem Setting erneut gestartet werden.

 

Bild schlägt Schrift, Video schlägt Bild

Während sich Twitter-User überwiegend auf eine Sprache festlegen müssen, ist die Sprache der Bilder international und überwindet Sprachbarrieren. Wenn diese Bilder zudem animiert und vertont sind, sprechen sie ein noch breiteres Publikum an. Natürlich gab es  bereits vor Vine etliche Möglichkeiten, Videos aufzunehmen und zu teilen. Das besondere an Vine ist aber, dass alle Videos auf maximal sechs Sekunden limitiert sind. Vine Nutzer können sich damit von vorn herein auf ein kurzweiliges Video-Vergnügen einstellen, wenn sie in fremden Vine-Videos stöbern. Diese sind wiederum entweder nach User oder nach Hashtag sortiert und laden nicht zuletzt mit ihrer kurzen Dauer zum Verweilen ein – meist bleibt es nämlich nicht nur bei einem, zwei oder nur drei Videos.

 

Nur Spaß oder auch Business-tauglich?

Als die iOS-App Vine an den Start ging, posteten unzählige User zunächst pornografische Inhalte. Apple wurde das schnell zu heiß und erhöhte prompt das Freigabealter für Vine von 12 auf 17 Jahre. Seither hat Vine den Ruf weg, ein Spaßportal zu sein, mit dem man lediglich die Zeit totschlagen kann.

Es gibt aber bereits Beispiele für gelungene Anwendungsmöglichkeiten. So rief die Agentur Deepblue Networks die Vine-Nutzer in einer Crowdsourcing-Kampage dazu auf, Clips mit dem Hashtag #SixSecondsAgainstAids zu veröffentlichen, in denen vor den Gefahren der Immunkrankheit gewarnt werden sollte. Die Community nahm das Angebot bereitwillig an und postete zahlreiche Beiträge, aus denen später ein neuer Film für die Jugendmesse YOU 2013 zusammengeschnitten wurde.

Ein aktuelles Beispiel dafür, welches Potenzial Vine birgt, sind beispielsweise die Kurzclips vom Boston Marathon, die während des Bombenanaschlags gedreht wurden. Vor allen ein Vine-Clip von Doug Lorman ging innerhalb weniger Sekunden um die Welt und lieferte vielen die ersten bewegten Bilder des brutalen Anschlags.

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