Virales Marketing – Ice Bucket Challenge – watch and learn
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Online-Marketing-Fachleute und alle anderen, die mit dem Internet Ihr Geld verdienen, träumen davon: Die virale Verbreitung ihrer Werbung, ihres Contents oder ihrer Videos. Die Zutaten dafür klingen denkbar simpel: Sei lustig, sei überraschend und bringe einen greifbaren Mehrwert. Derzeit geistert ein viraler Trend umher, der all diese Komponenten in sich vereint, die Ice Bucket Challenge.

Ice Bucket Challenge

Seit Wochen verbreitet sich die sogenannte Ice Bucket Challenge viral wie ein Lauffeuer – für einen wohltätigen Zweck – aber auch zur Belustigung vieler Internet-Nutzer: Man übergießt sich mit eiskaltem Wasser, zeichnet das Ganze mit der Kamera auf und verbreitet es im Netz – hauptsächlich auf Facebook. Ganz nebenher nominiert man noch drei weitere Personen und fordert diese auf, es einem gleichzutun.

Wie alles begann

Losgetreten haben das Ganze Freunde und Verwandte des Boston College Baseball-Spielers Pete Frates, der an der seltenen neurodegenerativen Lou-Gehrig-Krankheit leidet. Sie wollten das Bewusstsein für die unter dem Begriff ALS bekannte Krankheit erhöhen. Bei Pete Frates wurde 2012 ALS diagnostiziert, heute wird von einer Magensonde ernährt und ist fast vollständig gelähmt.

Was wir lernen können

Schauen wir uns die überaus erfolgreiche Ice Bucket Challenge genauer an – was können wir daraus lernen?

Video schlägt Text

Das virale Video ist die gängigste Form des viralen Marketings. Ein kleiner, abe rfeiner Clip wird beispielsweise auf YouTube bereitgestellt, erlangt das Interesse der Nutzer und wird durch soziale Plattformen wie Facebook immer wieder geteilt und so unter die Menschen gebracht.

Das klingt prinzipiell einfach, aber wie schafft man es, dass ein Video viral wird? Nur ein verschwindend geringer Teil der Inhalte wird wirklich viral, während sich Unternehmen und Marketing-Büros geradezu die Lippen nach einer erfolgreichen viralen Marketing-Kampagne lecken.

Die Ice Bucket Challenge macht sich den Umstand zunutze, dass mittlerweile fast alle ein Smartphone mit sich herumtragen und somit technisch dazu in der Lage sind, ein kurzes Video (oft nur wenige Sekunden lang) zu drehen und dieses auf Facebook oder YouTube zu teilen. 

Timing

Ja, der Sommer war heiß – auch hierzulande. Wie so oft im Leben spielt der richtige Zeitpunkt eine entscheidende Rolle für den Erfolg einer bestimmten Aktion. Stellt euch vor, jemand hätte euch im Winter zu einer Ice Bucket Challenge herausgefordert – die Aktion wäre bei Minusgraden nie so erfolgreich gewesen.

Die Teilnehmer haben Spaß – die Zuschauer auch

Wer Spaß hat, ist motiviert und dazu bereit, auch Dinge zu tun, die er sonst nicht tun würde. Das Gleiche gilt auch bei viralen Marketing-Kampagnen. Die Spielregeln sind einfach, der Gestaltungsspielraum ist aber groß und erlaubt kreative Höhenflüge.

So haben sich zum Beispiel Teilnehmer der Aktion mit Riesenkübeln voll Eiswasser übergießen lassen oder, wie Bill Gates, aufwendige Apparaturen gebaut, mit denen sie die Aktion umgesetzt haben:

Persönliche Eitelkeit

Social-Media-Plattformen waren schon immer Schaubühnen der Eitelkeiten: Wer hat die meisten Freunde? Wer hat den schönsten Urlaub? Wer hat das aufregendste Leben? Ein tägliches Wettrennen, das mit Likes und Kommentaren belohnt wird.

Kein Wunder also, dass sich so viele Teilnehmer der Ice Bucket Challence besonders gerne im Urlaub am Strand oder an sonst einer schicken Location in Szene setzen, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie erstens: Freunde haben, die sie nominieren. Zweitens ach wie wohltätig sind und an der Aktion teilnehmen und sich drittens rein zufällig an einem Strand, auf einer schönen Terasse oder in einem wunderschönen Garten befinden und dort die Herasuforderung annehmen.

Wer die Eitelekieten der Masse bedient, wird belohnt.

 

Aufmacherbild: Close up view of the ice cubes in water von Shutterstock/ Urheberrecht Tischenko Irina

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