Virenschleuder-Preis für ansteckendes Marketing verliehen
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Am 10. Oktober wurde auf der Frankfurter Buchmesse der 3. Virenschleuder-Preis verliehen. Der Marketingpreis prämiert herausragendes Marketing in der Publishingbranche und wurde dieses Jahr in den drei Kategorien ansteckendste Persönlichkeit, Marketing-Maßnahme/-Strategie und Marketing-Idee vergeben.

Der erste Preis des Abends ging an die ansteckendste Persönlichkeit. Nach dem wochenlangen Onlinevoting zur Erstellung der Shortlists und der abschließenden Entscheidung der Fachjury verlieh das Moderatorengespann, das aus dem Jurymitglied Wibke Ladwig und Initiator Leander Wattig bestand, die Ehrung an Lars Fischer. Ausgezeichnet wurde der Community Manager der Blogplattform SciLogs und Mitarbeiter der Onlineredaktion Spektrum für seine unkonventionelle Kommunikation des Themas Organspende und -transplantation mit dem Hashtag #catchthekidney (Projektbeschreibung #catchthekidney).

Den Award für die beste Marketing-Maßnahme/-Strategie erhielt die brandsatz GmbH, eine Hamburger Agentur für Contentmarketing. Die Norddeutschen erhielten die Auszeichnung für deren Engagement für die Graphic Novel „Alisik“ des Carlsen Verlags. Über bittersweet.de gelang es brandsatz, „Bloggermarketing mal anders“ zu gestalten und so Blogger kreativ werden und die Aktion gestalten zu lassen. Es entstand eine Win-Win-Situation, die unter anderem dazu führte, dass Bekanntheit und Verkauf der Graphic Novel angekurbelt wurden (Projektbeschreibung „Bloggermarketing mal anders“).

Die Preisträger 2013 (v. l. n. r.): Christiane Frohmann (Frohmann Verlag), Lars Fischer und Kim Kastir (brandsatz GmbH)
Die Preisträger 2013 (v. l. n. r.): Christiane Frohmann (Frohmann Verlag), Lars Fischer und Kim Kastir (brandsatz GmbH)

 

Den letzten Preis des Abends, für die beste Marketing-Idee, konnte der Berliner Frohmann-Verlag einheimsen. Der junge Verlag, der erst 2012 gegründet wurde, erhielt die Zustimmung der Jury für das Projekt „Der Katersalon als Real-Life-Transmitter des digitalen Verlags“. Dabei setzt der Verlag die Themen, lädt im Anschluss Personen, die zu der ausgewählten Thematik etwas zu sagen haben, zum Katersalon ein und los geht’s … Entstanden ist ein Format kulturwissenschaftlicher Performance, das milieuübergreifend, lebendig und ansteckend wirkt (Projektbeschreibung „Der Katersalon als Real-Life-Transmitter des digitalen Verlags“). 

Gute Story eines Preises mit Perspektive und Auftrag

Der Virenschleuder-Preis wurde im Jahr 2011 von dem Blogger, Berater und Dozenten Leander Wattig und von Carsten Raimann (bis 2012) ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, ansteckendes (oft digitales) Marketing in der Publishingbranche sichtbar zu machen. Inzwischen wird er von Wattig in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die Bedeutung des Preises wächst von Jahr zu Jahr. Das zeigt zum einen die steigende Anzahl der eingereichten Nominierungen, im Jahr 2013 waren es in den drei Kategorien 87 Projekte, zum anderen belegt es die stetig wachsende Besuchermenge. In Relation zur Fachbesucherzahl der Buchmesse am Messe-Donnerstag ist dies zwar ein kleiner, aber verschworener und vor allem innovativer Haufen. Aus der Ferne betrachtet gleicht die Preisverleihung, platziert auf der Open Stage unter einem kreisrunden Zeltdach und umgeben von Messehallen, einem bekannten gallischen Dorf. Es schreitet unbeugsam voran, trotzt den umliegenden befestigten Buchhandelslagern Kleinbonum (Halle 3), Babaorum (Halle 4), Aquarium (Halle 5) und Laudanum (Forum), die sich mit Innovationen bekanntermaßen schwer tun, und weist ihnen mögliche Wege in die Zukunft. 

Okay, das ist vielleicht etwas dick aufgetragen, aber der Virenschleuder-Preis tut der Buchbranche gut. Es ist ihm zu wünschen, dass er weiterhin Aufmerksamkeit und viele neue Fans, Follower sowie preisverdächtige Bewerbungen hinzugewinnt. Der Blick auf die Preisträger der Kategorien lohnt sich, der zweite Blick auf die unterlegenen nominierten Projekte aber auch (Vorstellung aller 87 Nominierten). Es sind Schmuckstücke dabei.

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