Virtuelles Mädchen „Sweetie“ lockt Pädophile in die Falle
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Das Internet eröffnet Türen, doch geht man hindurch, findet man leider allzu oft nichts Positives vor. Es hat sich eine neue Industrie herausgebildet: der Webcam-Kindersextourismus. Pädophile müssen nicht mehr das Haus verlassen, um ihre Fantasien auszuleben, denn immer öfter bieten sich Kinder im Internet dazu an, gegen Geld vor der Webcam sexuelle Leistungen zu erbringen.

Diese Problematik hat die Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes zum Anlass für eine 10-wöchige Ermittlung genommen, in deren Rahmen 1.000 pädophile Internet-User aus 71 Ländern enttarnt wurden. Dabei ist der Spitzenreiter die USA mit 254 Usern, gefolgt von Großbritannien mit 110 und Indien mit 103 Usern. Erreicht wurden die Enttarnungen durch den Einsatz eines 10-jährigen, philippinischen Mädchens namens Sweetie. Der Clou: Bei dem Lockvogel handelt sich nicht um ein echtes Kind, sondern um ein virtuelles 3D-Mädchen.

Terre des Hommes Aktivisten aus Amsterdam haben sich als Sweetie in öffentliche Chatrooms eingeloggt, wobei das angebliche Alter, Herkunftsland und Geschlecht des Mädchens klar ersichtlich waren. Schon nach kurzer Zeit hatte Sweetie viele Anfragen und die Aktivisten chatteten mit potenziellen Kunden. Der Projektleiter Has Guyt meint, dass es sich bei solchen Interaktionen meistens um wohlhabende Männer aus dem Westen handelt, die mit Kindern aus verarmten Ländern chatten, die teilweise von ihren Eltern zu Webcam-Sex gezwungen werden.

Terre des Homme hat eine Dokumentation der 10-wöchigen Ermittlung auf YouTube veröffentlicht und ruft zur Unterzeichnung einer Petition auf, die die Aufmerksamkeit der Politiker und Polizei auf die Problematik lenken soll. Die Informationen der aufgedeckten Pädophilen hat die Organisation zwar nicht der Presse, allerdings Interpol übergeben. Ob es zu weiteren Ermittlungen kommt, ist unsicher.

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