Visuelles Storytelling für Unternehmen [Webinale 2014]
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„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – so abgedroschen und altbacken dieser Spruch auch ist, die Wahrheit in ihm lässt sich kaum aberkennen. Mit diesem Thema beschäftigte sich auch Björn Eichstädt in seiner Session „Alles so schön bunt hier – Visuelles Storytelling für Unternehmen“ auf der Webinale 2014 in Berlin. Seine Message: Willst du global sein, sei visuell.

Storytelling innerhalb von Marketing-Kampagnen

Eichstädt von der Agentur Storymaker zeigt in seiner Session ganz klar: Die größten Story-Telling Kampagnen werden zumeist auch von den größten Unternehmen erzählt. Anhand von zwei anschaulichen Beispielen lässt sich für Jedermann leicht erkennbar machen, worauf es bei einer gelungenen visuellen Erzählung zur eigenen Marke ankommt.

Barack Obama und Amerika

Ein grauer Himmel, ein farbenfrohes Kleid, ein Präsident, der seine Frau umarmt. Was auf den ersten Blick wie ein scheinbar zufällig geschossenes Bild eines Fotografen erscheint, offenbart auf den zweiten Blick eine tiefe Marketing-Botschaft. Nicht nur das Kleid von Michelle Obama in den typischen Farben der amerikanischen Landesflagge lässt auf eine gezielt visuell inszenierte Szenerie schließen. Auch ihre leicht verwehte Frisur sowie der graue Himmel im Hintergrund sind alles andere als zufällig. Das Bild symbolisiert eine stürmische Zeit – in welcher Amerika und der Präsident dennoch eng zusammenstehen, sich regelrecht umarmen. Einen weiteren Hinweis auf die Inszenierung von Michelle Obama als Amerika bietet ihre Pose: Das Gesicht ist abgewandt zum Betrachter – die Person Michelle Obama wird dadurch anonymisiert.

 

Visuelle Kommunikation wird besonders in der Politik lange konzipiert und geplant, bevor ein greifbares Bild an die Öffentlichkeit gelangt. Für den Betrachter ergibt sich hier dennoch eine zunächst wie scheinbar abgebildete Szene, welche nicht auf den ersten Blick eine Botschaft sendet, sondern vielmehr unterbewusst Emotionen und eine Bindung zum Bild erzeugt. Besonders im Politikwesen werden solche Botschaften immer öfter in sozialen Netzwerken gestreut – und hinter einer scheinbar natürlichen Pose verbirgt sich ein unterschwelliges Statement.

 

Die Botschaft hinter dem Bild – RedBull goes global

Eine Raumkapsel, ein einsamer Astronaut, im Hintergrund der Planet Erde erkennbar. Ein Bild, welches sich wie ein Lauffeuer verbreitete und von nahezu jedem Menschen mit Zugriff auf digitale Medien gesehen wurde. Das Foto zeigt Felix Baumgartner kurz vor seinem Sprung aus der Raumkapsel. Ein Event, welches von der Marke RedBull gesponsort wurde und dessen eindrucksvolle Bilder fleißig getwittert wurden:

 

Diese Aktion ist bereits deutlicher als Werbebotschaft erkennbar, aber was genau verbirgt sich hinter der Bildsprache?

Die Hauptbotschaft von RedBull „RedBull verleiht Flüüügel“ wird mehr als deutlich durch dieses Event kommuniziert. Hinter dem Bild verbirgt sich allerdings noch mehr: Inszeniert wird die Fähigkeit, an seine menschlichen Grenzen zu stoßen und über seine eigenen Fähigkeiten hinauszuwachsen. Das Story-Telling über die eigene Marke wird so mehr als deutlich durch ein global verbreitetes Event transportiert.

Wo die Zukunft des visuellen Story-Tellings hinführt

Instagram, WhatsApp oder auch Facebook machen es vor – eine globale, visuelle Kommunikation zur Verbreitung von Botschaften oder zur Übertragung von Emotionen ist bereits jetzt möglich. Wie? Ganz einfach: durch Emoticons. Das beste Beispiel hierfür bietet Instagram. In diesem sozialen Netzwerk werden Nutzer über Länder, Kulturen, Religionen und Sprachbarrieren hinweg miteinander verbunden. Unter einem populären Bild tummeln sich Sprachen und Nutzer aus allen Ländern. Doch wie verleihen diese ihren positiven oder negativen Gefühlen für ein Bild Ausdruck? Durch Smileys oder Symbole. Dieses Prinzip ist besonders im Sinne der Social Media Plattform Facebook, welches Instagram 2012 aufgekauft hat.

„We make the world more open and connected“ – Facebook Missions Statement

Um diesem Trend hin zur visuellen Globalität zu folgen, werden Emoticons daher stetig angepasst. Während es vor einigen Jahren nur wenige Emoticons (zumeist bestanden diese aus lächelnden oder zwinkernden Smileys) in die Messenger dieser Welt geschafft haben, wird diese Liste stetig erweitert. Mittlerweile werden Emoticons an die wachsende Globalität der digitalen Netzwerke angepasst, so dass diese je nach Nation, Hautfarbe, Kultur oder Religion unterschiedliche Darstellungsformen erhalten.

Ersetzt die Bildsprache die Textsprache?

Die globale Kommunikation wird sich in Zukunft weiter auf unterschiedliche Ebenen ausbreiten. Die Text- und Sprachebene wird hierbei zunehmend verlassen. Das Ziel umfangreicher visueller Marketingkampagnen wird sich auf den Wunsch fokussieren, möglichst viele Menschen erreichen zu können. Der Weg dahin scheint geebnet, denn die visuelle Kommunikation kann durch jeden Menschen mit Zugang zum digitalen Netzwerk genutzt werden. Marketing-Botschaften können sich daher wie wahre Lauffeuer verbreiten. Selbst in der professionellen Branche setzt sich daher die visuelle Kommunikation immer stärker durch.

Ein gutes Beispiel hierfür bietet das Marketing-Video der Organisation „Peta“. In diesem Video wird fast vollständig auf eine Textsprache verzichtet – lediglich ein Satz am Ende des Videos unterbricht die rein visuelle Darstellung. Dennoch schafft es Peta, in wenigen Sekunden mit nur einigen Emoticons eine vollständige Geschichte zu erzählen.

 

Solch eine Form des Marketings wäre vor acht Jahren noch nicht möglich gewesen. Zu dieser Zeit standen lediglich die existierenden Plattformen YouTube und Flickr als Möglichkeit für visuelles Marketing zur Verfügung. Das Problem lag damals schlichtweg an der noch unausgereiften Bandbreite der Infrastruktur des Internets. Das Laden von Bildern erwies sich vor einigen Jahren noch als so langsam, dass digital visuell aufbereitete Marketinginstrumente eine zu geringe Zielgruppe erreichten. Heutzutage ist man allerdings viel leichter, und vor allen Dingen schneller, im digitalen Netz unterwegs. Die Zukunft des Story-Tellings liegt daher eindeutig im visuellen Marketing. Ein fantastisches Beispiel hierfür bietet beispielsweise die japanische Website des Autoherstellers Nissan, welche mit ihrer visuellen Scrolling-Experience ein globales Publikum auf eine kreative und inspirierende Weise ansprechen.

visuelles Story-Telling by Nissan

Screenshot: nissan.co.jp/SP/NOTE/SPECIAL/
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