Warum scheitern Mobile-Projekte? [MobileTech Conference 14]
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Matthew Langham ist Mitgründer und Geschäftsführer der Indiginox GmbH mit Sitz in Paderborn und unabhängiger Berater für Themen rund um Mobile. Langham unterrichtet an der Fachhochschule Münster Mobile Engineering im Studiengang Wirtschaftsinformatik. Momentan beschäftigt er sich hauptsächlich mit Beratung und Projektleitung großer internationaler App-Projekte für ein bekanntes Telekommunikationsunternehmen. Auf der diesjährigen MobileTech Conference 2014 wird Matthew Langham einen Vortrag zum Thema „Warum scheitern Mobile-Projekte?“ halten. Wir haben uns mit dem Mobile-Experten im Vorfeld der Konferenz unterhalten.

Warum scheitern Mobile-Projekte?

WebMagazin: Matthew, der Gedanke „eine App zu entwickeln“ hat mittlerweile der Idee „irgendwas mit Medien zu machen“ den Rang als lukratives Sprungbrett für finanzielle Erfolge abgelaufen. Lohnt sich die Entwicklung einer App für Unternehmen in jedem Fall oder kann man sich mit „durchschnittlichen“ Anwendungen schaden?

Matthew Langham: Hier muss man klar unterscheiden. Es gibt Unternehmen die Apps als Werbeform sehen, Unternehmen die bestimmte Angebote oder Dienste als App realisieren und Unternehmen die als „App-Dienstleister“ auftreten. Insbesondere in den ersten beiden Fällen sollte ein Unternehmen sehr genau überlegen, was Sinn und Zweck der App sein soll. Biete ich damit wirklich etwas an, was meinen Kunden interessiert, oder handelt es sich eher um eine „me too“ Entwicklung? Kann ich eventuell meine Website „mobilfähig“ machen und somit schneller und günstiger zum Ziel kommen? Bei der momentanen Vielzahl von Apps besteht die Gefahr, dass eine Unternehmens-App gar nicht auffällt und somit von den Kunden nicht wahrgenommen wird. Da ist dann sicherlich die Entwicklung umsonst gewesen.

„Mobile-Projekte bieten gegenüber anderen IT-Projekten zusätzliche Gefahrenpotentiale

WebMagazin: Du betreust internationale Mobile-App-Projekte und hast sicherlich schon viele „Standard“-Fehler herauskristallisieren können, zu denen Projektverantwortliche neigen. Welche sind es?

Matthew Langham: Ich bin mir nicht sicher, ob man von „Standard“-Fehlern reden kann. Jedes Projekt ist unterschiedlich und daher manifestieren sich die Fehler oft sehr spezifisch. Erst hinterher kann man – wie so oft – die Punkte verbinden und feststellen, dass die Fehler gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Mobile-Projekte bieten gegenüber anderen IT-Projekten zusätzliche „Gefahrenpotentiale“ -insbesondere durch die Nähe zur schnelllebigen Technik und Endgeräten. So gab es zum Beispiel 2013 sechs Android-Versionen und hier muss immer wieder überprüft werden, ob die App noch richtig funktioniert. Dieser Aufwand wird meistens im Vorfeld nicht eingeplant. Aber das ist auch nur ein Beispiel. Es gibt noch viele mehr.

WebMagazin: Auf der diesjährigen MobileTech Conference wirst du einen Vortrag zum Thema: „Warum scheitern Mobile-Projekte?“ halten. Wer sollte teilnehmen und worauf können sich die Teilnehmer besonders freuen?

Matthew Langham: Ich maße mir nicht an, alle Probleme eines Projekts zu kennen oder lösen zu können. Allerdings habe ich nun seit vielen Jahren Erfahrung in ganz unterschiedlichen Mobile-Projekten sammeln können und versuche einfach, in meinem Vortrag einige Punkte aufzuzeigen, auf die mal selbst achten kann und Tipps zu geben, um einige Stolperfallen zu vermeiden. Teilnehmen sollten alle, die in einem Mobile-Projekt arbeiten – z.B. Product Owner, Projektleiter, Lead-Entwickler oder vielleicht auch der CTO eines Unternehmens. In meinem Vortrag kommt keine Zeile Code vor. Darauf können sich die Teilnehmer freuen! 🙂

 

Aufmacherbild: businesswoman have a bad mood von Shutterstock/ ArtFamily

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