Was passiert mit all den Pornos? Yahoo kauft Tumblr
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Die Blogging- und Reblogging-Plattform Tumblr galt bisher immer als Urquell der Kreativität. Doch neben Streetart und Design finden sich auch allerlei pornografische Inhalte auf dem Portal, das 2007 vom jungen Entwickler David Karp gegründet wurde.

Damit könnte bald Schluss sein, denn seit Kurzem ist es offiziell, dass Yahoo Tumblr für 1,1 Milliarden US-Dollar gekauft hat. Nutzer der Plattform befürchten, dass die Übernahme weitreichende Konsequenzen für die Kultur und Freiheit der Plattform haben könnte. Schließlich will das seriöse und familienfreundliche Image von Yahoo nicht so recht zu den wilden Online-Sammlern und -Jägern passen. Werden die unzähligen Pornos und Sexbilder gelöscht?

Marissa Meyer, ihres Zeichens CEO bei Yahoo versuchte, Kritikern diese Bedenken zu nehmen und erklärte, dass Tumblr nach der Übernahme nicht zensiert werde. Sie verwies auf das bereits existierende Tumblr-Feature not safe for work (nsfw), das sexuelle Inhalte filtert. Darüber hinaus gab Meyer der Tumblr Community ein großes Versprechen:

We promise not to screw it up.

Wollen wir hoffen, dass Meyer und Yahoo ihr Wort halten werden. Kritik hagelte es aber auch in Sachen Kaufpreis: 1,1 Milliarden Dollar seien im Verhältnis gesehen zu wenig. Da wäre doch sicher mehr drin gewesen, spekulieren einige. Schließlich habe Google vor rund acht Jahren YouTube auch nur für 1,6 Milliarden Dollar übernommen – die Video-Plattform verzeichnet heute einen Unternehmenswert in Höhe von 50 Milliarden Dollar.

Mit der Übernahme durch Yahoo ereilt Tumblr nun das gleiche Schicksal wie die Foto-Plattform Instagram oder eben wie YouTube vor acht Jahren: Junge, schnell wachsende Internetplattformen werden von größeren, etablierten Seiten gekauft und in das bestehende Portfolio integriert.

Immerhin soll David Karp, der Gründer von Tumblr, auch weiterhin der Chef von Tumblr bleiben. Dieser Umstand, gepaart mit dem Versprechen von Yahoo CEO Meyer, die Plattform nicht verderben zu wollen, lässt hoffen, dass Tumblr nicht der Selbstzensur zum Opfer fallen wird.

Bildquelle Feature-Bild: Screenshot Tumblr

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