Was verdienen Softwareentwickler, SAP-Berater, Webdesigner und IT-Profis
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Bitkom-Chef Dieter Kempf hat erst kürzlich wieder den Fachkräftemangel in der IT-Branche beklagt. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erläuterte er die gegenwärtige Situation und bemerkte, es gebe derzeit 39.000 offene und schwer zu besetzende Stellen. Dies bedeute für die Unternehmen eine echte Belastung und wäre gleichzeitig eine hervorragende Chance und Perspektive für gut ausgebildete Berufseinsteiger oder Jobwechsler. Diese Fragen sich natürlich, in welcher Höhe sich bei einem IT-Profi oder Softwareentwickler das Gehalt befindet. 

Trotz Fachkräftemangel wenig Steigerung bei den Gehältern

Der besagte Fachkräftemangel schlägt sich laut einer Vergleichsstudie der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt und des IT-Blatts Computerwoche aber nur geringfügig auf die Gehälter in der IT-Branche nieder. Sie sind um nur ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Was erst mal nach unerfreulichen Nachrichten klingt, relativiert sich mit einem Blick auf die Statistik, wonach IT-Profis immernoch mit ordentlich gefüllten Brieftaschen nach Hause gehen. Daneben gibt es jedoch auch Fachkräfte, die nicht viel zu verhandeln haben, weil sie in der Provinz beschäftigt sind, in der falschen Branche gelandet oder ein mangelhaftes Berufsprofil haben.

IT-Projektleiter mit Personalverantwortung verdienen am meisten

Zu den Gewinnern gehören 2013 vor allem SAP-Berater, Web-Designer und IT-Trainer. IT-Projektleiter ohne Personalverantwortung gehören mit einem Jahresgehalt von durchschnittlich 74.170 Euro zu den Spitzenverdienern der Branche. Die Gehälter steigen deutlich an, wenn die Fachkräfte Leitungsbefugnisse übertragen bekommen. Sie können mit bis zu einem Drittel mehr Gehalt rechnen. Es folgen SAP-Berater mit durchschnittlich 66.457 Euro Jahresgehalt und IT-Sicherheitsspezialisten mit 62.360 Euro. Am wenigsten verdient man beim Anwendersupport mit durchschnittlich 39.840 Euro und als Web-Designer mit 37.000 Euro. Vor zwei Jahren lag deren Gehalt noch bei 35.000 Euro jährlich. Das Gehalt der Wedesigner steigt somit auch deutlich an pro Jahr. 

Banken, Versicherungen, Automobil- und Pharmaindustrie zahlen am besten

Die Gehälter variieren stark von Branche zu Branche. So liegt das Gehalt für Softwareentwickler in Werbeagenturen bei durchschnittlich 42.000 Euro im Jahr, während sie bei Bildungseinrichtungen 45.170 Euro Euro bekommen. Auch im Einzelhandel werden Entwickler mit 48.230 Euro unterdurchschnittlich bezahlt. Besser sieht es im Finanzsektor bei Banken und Versicherungen aus. Hier können Softwareentwickler mit 55.440 Euro rechnen. In der Automobilbranche sind es 56.910 Euro für Anwendungsprogrammierer. Noch bessere Verdienstmöglichkeiten bietet die Pharmaindustrie mit durchschnittlich 57.879 Euro im Jahr für Softwareentwickler.  

Qualifikation als Gehaltskriterium 

Pauschalisieren lassen sich diese Zahlen selbstverständlich nicht, es gibt jedoch einige Kriterien, welche die Höhe des Verdienstes ausmachen. So verdienen Hochschulabsolventen mehr als Quereinsteiger und Ausgebildete.

Berufserfahrung als Gehaltskriterium

Als Berufseinsteiger muss man sich mit unterdurchschnittlichem Jahresgehalt zufrieden geben und selbstverständlich wirkt sich Berufserfahrung positiv auf das Gewicht des Portemonnaies aus. Spezialisten mit drei bis sechs Jahren Berufspraxis kommen auf durchschnittlich 46.600 Euro pro Jahr, mit Berufserfahrung von sieben bis zehn Jahren liegen die Gehälter im Schnitt bei 51.460 Euro. Zehn Jahre und mehr Berufserfahrung schlagen mit 60.540 Euro jährlich zu Buche.

Unternehmensgröße als Gehaltskriterium

Das Gehalt hängt nicht zuletzt auch von der Unternehmensgröße ab. In mittelständischen Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern verdienen IT-Fachkräfte durchschnittlich 43.410 Euro pro Jahr, während Entwickler bei Firmen mit bis zu 1000 Beschäftigten gleich 7.000 Euro mehr im Jahr verdienen. Um weitere 10.000 Euro im Jahr steigt das Gehalt, wenn man bei einem Konzern beschäftigt ist. Wer Verantwortung für Projekte und Personal übernimmt, kann mit 40.000 bis 50.000 Euro mehr im Jahr rechnen. 

Region als Gehaltskriterium

Die Gehälter variieren auch stark von Region zu Region. Generell lässt sich sagen, dass Entwickler im Süden (in Metropolen wie München oder Frankfurt am Main) überdurchschnittlich bezahlt werden, während der Norden, beispielsweise mit Schleswig-Holstein oder Niedersachsen leicht unter dem Durchschnitt liegt. Das Schlusslicht bildet der Osten (Mecklenburg-Vorpommern), wo IT-Fachkräfte bis zu 25 Prozent weniger Gehalt bekommen, als der Durchschnitt. 

Prämien, Boni und Leistungen zur betrieblichen Altersvorsorge

Jeder dritte IT-Profi bekommt zudem Prämien. Unter den Führungskräften können sich indessen fast 70 Prozent über einen Bonus vom Arbeitgeber freuen. Der Prämienanteil beläuft sich auf etwa 4.000 Euro jährlich bei Fachkräften, dreimal so viel bei Führungskräften. Fast ein Viertel der Fachkräfte erhalten zudem Leistungen zur betrieblichen Altersvorsorge, die sich auf etwa 1800 Euro jährlich belaufen. Letztere schlagen bei den Führungskräften im Schnitt mit 3160 Euro zu Buche.

Aufmacherbild: Hand holding chalk dollar growth chart on green blackboard via Shutterstock / Urheber: Andrey_Popov 

 

 

 

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