Was verdient ein Software-Entwickler in Berlin?
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Nerds mit Zahnspange und einem verkümmerten Privatleben: Mit diesen Klischees und Vorurteilen mussten sich Software-Entwickler lange Zeit herumschlagen. Mittlerweile hat sich unsere Gesellschaft digitalisiert und die meisten von uns besitzen Smartphones oder Tablets.

Das schlägt sich auch in der mobilen Internetnutzung nieder: 2013 ist die Zahl  der mobilen Zugriffe auf das WWW im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent gestiegen. Am häufigsten greifen junge Nutzer im Alter zwischen 16 und 24 Jahren über mobile Geräte auf das Internet zu – Tendenz steigend.

Das ist auch dem Image von Mobile-App-Entwicklern zugute gekommen. Mobile-Entwickler sind am Puls der Zeit, setzen alltagsnahe digitale Projekte um und gelten als Trendsetter.

Damit sind Mobile-App-Entwickler zu gefragten Arbeitnehmern geworden – aber was verdient ein Mobile-App-Entwickler in der digitalen Hauptstadt Deutschlands, in Berlin?

EU Blue Card – das Arbeits-Ticket für Deutschland

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Software-Entwickler aus allen Herren Länder nach Deutschland gekommen. Gut ausgebildete Arbeitskräfte, die von außerhalb der EU kommen, müssen sich für die sogenannte EU Blue Card bewerben – ein Aufenthaltstitel, der mit einer Arbeitsgenehmigung einhergeht.

Um die EU Blue Card erwerben zu können, muss neben anderen Voraussetzungen – wie beispielsweise eines Hochschulabschlusses – auch ein Jahresbruttoeinkommen von mindestens 47.600 Euro nachgewiesen werden. In diesem Fall, muss die Bundesagentur für Arbeit keine Extra-Genehmigung erteilen.

Nicht unter 37.128 Euro

Liegt das Jahresbruttoeinkommen unter 47.600 Euro, jedoch nicht unter 37.128 Euro, ist der Erwerb einer EU Blue Card per Sondergenehmigung durch die Bundesagentur für Arbeit möglich. Obwohl diese Regelung nur Nicht-EU-Mitglieder betrifft, kann diese Zahl auch als Maßstab für ähnlich gut ausgebildete Developer aus Deutschland oder einem EU-Land dienen.

Alternative Vergütungsmodelle

Berlin ist unumstritten die IT-Startup-Hauptstadt Deutschlands. Unternehmen, die noch ganz am Anfang stehen, ringen in der Regel um jede Finanzierung und können dementsprechend keine hohen Gehälter zahlen. Klar, ein kostenloses Mittagessen, Club Mate und eine Tischtennisplatte im Office sind Annehmlichkeiten, die man in großen Konzernen nicht findet – aber wir reden gerade über Geld!

Nichtsdestotrotz kann es sich für Software-Entwickler lohnen, ein geringeres Bruttojahreseinkommen in Kauf zu nehmen. Viele Startups bieten statt hohen Gehältern Unternehmungsbeteiligungen an – wenn das Startup erfolgreich wird, könnten sich diese Beteiligungen durchaus bezahlt machen. Da kann das Jahresbruttogehalt auch schon einmal bei 24.000 Euro liegen.

Diese Variante könnte vor Allem für Berufseinsteiger interessant sein. Neben den ersten praktischen Erfahrungen, kann man im kreativen Chaos eines Startups viel lernen und langweilig wird es bestimmt auch nicht so schnell.

Mehr Erfahrung – mehr Geld

Der Berliner Arbeitsmarkt ist hart umkämpft. Die Bemessung der Gehaltshöhe orientiert sich wie immer an der erworbenen Berufserfahrung des Bewerbers sowie der Große des Unternehmens. Während wir uns oben angeschaut haben, was ein Developer mindestens verdienen sollte – blicken wir jetzt einmal auf mögliche Verdienstmöglichkeiten von Developern mit langjähriger Erfahrung. Hier sind Gehälter in Höhe von 50.000 bis 55.000 Euro durchaus möglich. Job-Angebote mit solchen Verdienstaussichten gehören in Berlin nicht zum Standard.

Allgemein geht man aber in Berlin davon aus, dass Software-Entwickler im Schnitt neun Prozent weniger verdienen als in anderen Deutschen Städten.

Aufmacherbild: Business Man Displaying a Spread of Cash over a green vintage background via Shutterstock / Urheberrecht: Melpomene

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