webinale 2013 – Eröffnung & Opening Keynote "Smarte Welt"
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Die webinale 2013 ist offiziell eröffnet. Sebastian Meyen, CCO des Veranstalters Software und Support Media, begrüßte im Maritim pro Arte Hotel in Berlin die Teilnehmer zur siebten Ausgabe der „holistic web conference“. Ab heute dreht sich im Herzen der Hauptstadt drei Tage alles um aktuelle Trends in den Bereichen Design, Technologie und Business. 80 Sessions stehen auf dem Programm. Parallel zur webinale läuft im Maritim auch die International PHP Conference.

Zum Auftakt der Konferenz betonte Sebastian Meyen den interdisziplinären Charakter der Konferenz, die seit jeher Design, Technologie und Business zusammenbringt. Diese Ausrichtung war in der Vergangenheit erklärungsbedürftig – warum die drei Disziplinen mischen? Doch wie die Entwicklung und die Tatsache, dass heutzutage quasi alle vom Verschmelzen der drei Sphären sprechen, gezeigt hat: Wer richtig digital sein will, muss Design, Technologie und Business kennen und beherrschen.  

webinale 2013 - Eröffnung
Sebastian Meyen, CCO des Veranstalters Software und Support Media, begrüßte im Maritim pro Arte Hotel in Berlin die Teilnehmer.

Natürlich darf bei einer Begrüßung auch ein Rückblick auf das vergangene Jahr nicht fehlen. Bild-Chefredakteur Kai Diekmann zog aus in Silicon Valley, um das Tweeten zu lernen und sich unter die Digitalisten zu mischen. Auch Angela Merkel hat die Relevanz von Startups entdeckt und erkannt, dass sie Engagement in diesem Bereich zeigen muss. Andere Politiker wie Philip Rösler versuchen ebenfalls auf den digitalen Zug aufzuspringen, Peer Steinbrück hat sich dafür einen Twitter-Assistenten gegönnt.

Dazu gesellten sich in den letzten zwölf Monaten Themen wie Leistungsschutzrecht, Drosselkom und Breitbandausbau, die uns aber vor Augen geführt haben, welche Tragik, welche Dilemma im Thema Digitaliserung stecken.

Oft prallen prallen Welten aufeinander, doch im Endeffekt ist heute offensichtlicher denn je: Digital wird Mainstream und ist im Herzen der Gesellschaft angekommen. Es ist keine Nische mehr. Man muss sich im Kern klar machen: Es gibt kein reines Spezialistentum mehr. Das bedeutet sowohl Verantwortung, aber auch eine riesige Chance.

Laut Sebastian Meyen hat die webinale den Anspruch und den Plan, den Besuchern das Rüstzeug an die Hand zu geben, diese digitale Zukunft zu gestalten.

Keynote „Smarte Welt“

Welche Ausprägungen dieses digitale Zukunft haben könnte und teilweise schon hat, führte im Anschluss an die Begrüßung die Opening Keynote von Professor Wolfgang Henseler, Gründer und Managing Creative Director des Offenbacher Designstudios Sensory Minds, den Teilnehmern vor Augen. Henseler enführte das Publikum in die „Smarte Welt“. Dabei skizzierte er das Bild einer intermedialen Welt, in der die analoge und die digitale Welt miteinander verschmelzen. Es gilt, nicht mehr nur Schwarz-Weiß zu denken, sondern alle Facetten zu betrachten. Denn: Alles vernetzt sich – global und lokal.

Unsere Technologien werden immer besser, auch gleichzeitig immer unsichtbarer. Und: Unsere Welt wird immer smarter. Multiple Sensoren eröffnen natürlichere Arten der Interaktion. Als Beispiele stellte Professor Henseler dem Publikum eine Reihe von smarten Produkten vor – vom Smart House über intelligente, mit Apps verbundene Gamification-Zahnbürsten bis hin zur intelligenten Windel, die sich via Bluetooth auf dem Smartphone meldet, wenn das Baby sich nass gemacht hat.

Natürlich muss man sich stets die Frage stellen, welche dieser Produkte sinnvoll sind, beziehungsweise ob sie wirklich eine Erleichterung bringen oder unser Leben eher umständlicher machen. Allerdings versprechen zahlreiche Ansätze, beispielsweise im Smart Traffic, durchaus große Vorteile für den Alltag: Wenn zum Beispiel Autos miteinander kommunizieren und durch pilotiertes Fahren der Verkehr besser läuft.

Professor Wolfgang Henseler
Professor Wolfgang Henseler während seiner Keynote „Smarte Welt“.

Doch die neu smarte Welt treibt auch seltsam anmutende Blüten. Als Beispiel brachte Henseler Teensurance, eine Kombination aus Versicherungsprogramm und elektrosensorischem Zusatzequpiment, das man in Autos von Fahranfängern einbauen kann. Die Technologie liefert den ‚besorgten’ Eltern aktuelle Fahrdaten in Echtzeit: Infos zur Geschwindigkeit und natürlich der Position. Big Papa is watching you!

Darüber hinaus werden laut Henseler die Dinge werden immer immaterieller. Integrative Technologien, beispielsweise in Kleidung, liefern Daten en masse und haben einen weiteren Trend entstehen lassen: die Vermessung des eigenen Ichs. Frei nach dem Motto „ich messe, also bin ich“ wird Self-tracking immer beliebter und umfangreicher. Egal ob Ernährung, Schlaf, Bewegung, Gewicht, Blutdruckmessgerät oder Babyphone – es wird gemessen und aufgezeichnet, was das Zeug hält. Vieles davon würde so manch einer als Firlefanz bezeichnen. Doch auch hier zeichnen sich äußerst interessante Entwicklungen ab. Beispielsweise ein Feldversuch von Novartis. Im Rahmen des Proteus Programms werden winzige Transponder getestet, die – in Pillenform geschluckt – Vitaldaten direkt aus meinem Körper ans Smartphone sendet. Für ältere Menschen, die vergessen ihre Medizin zu nehmen, kann dies lebensrettend sein. Denn das Smartphone kann sich melden: Achtung, nimm deine Medizin, sonst kippst du um.

Professor Henselers Fazit angesichts der smarten Welt, die sich mit riesigen Schritten auf uns zu bewegt: Vieles kann je nach Nutzung und Auslegung gut und sinnvoll sein. Allerdings haben viele Technologien das Potenzial schnell ins Negative zu kippen. Trotzdem war seine abschließende Aufforderung ans Publikum: Let’s build a smarter planet!

Heute Nachmittag wird Professor Henseler übrigens noch einen Workshop auf der webinale halten, der die Grundlagen und Besonderheiten von Natural User Interfaces behandelt. Die Teilnehmer lernen, wie sie natürlich und intuitiv zu benutzende Produkte und Interaktionssysteme (Apps, Webinterfaces, Multitouch-Anwendungen usw.) denken, konzipieren und gestalten, was den Unterschied zwischen den heutigen grafischen Benutzungsoberflächen (Graphical User Interfaces) im Vergleich zu den neuen Natural User Interfaces (NUIs) ausmacht und welche Basisprinzipien es bei NUIs zu beachten gilt. WebMagazin ist dabei und berichtet! Stay tuned!

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