Welches ist Apples neuer Liebling, das iPhone 5c oder iPhone 5s? [Kommentar]
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Mit der gestrigen Vorstellung der neuen iPhones hat sich Apple einen Konkurrenten in den eigenen Reihen geschaffen. Das iPhone 5c trat zum Vorschein und bietet für 100 Euro weniger als das 5s ein Einsteiger-Smartphone mit Polycarbonat-Schale und zum Teil Vorjahrestechnik. Das iPhone 5 verschwindet daher völlig nachvollziehbar von der Bildfläche und macht Platz für das neue Line-up bestehend aus iPhone 5s, 5c und 4s.

Mal ganz ehrlich: Würdet Ihr das 5c dem klassischen 5er zum gleichen Preis vorziehen? Ich zumindest nicht. Das Plastikgehäuse, so farbenfroh es auch sein mag, schreckt Qualitätsliebhaber ab. Daran ändert sich auch nichts, wenn Jony Ive das iPhone 5c als die Essenz dessen bezeichnet, was die Menschen am iPhone 5 lieben. Aber bilden bei Ive neue Apple-Produkte nicht immer die Essenz von irgendwas? 

Apples neues Flaggschiff-Smartphone, das die anspruchsvolle Kundschaft bedient, ist daher das iPhone 5s. Es setzt weiterhin auf eine hochwertige Außenhaut und hat darüber hinaus einige technische Neuerungen parat.

Am bedeutendsten ist die Umstellung auf eine 64-Bit Architektur, um zusammen mit iOS 7 die Performance besser auf die Straße zu bringen. Die überarbeitete Kamera mit f2.2-Blende ist hingegen lediglich in die Kategorie Produktsanierung einzuordnen.  

Das iPhone wird exotischer

Exotisch und unkonventionell, wenn man Apples eher konservative Vergangenheit betrachtet, ist der 360-Grad-Fingerabdrucksensor unter dem Home Button, der vor allem für eine bessere User Experience im Sinne von Einfachheit und Schnelligkeit sorgen soll. Und zwar dahingehend, dass man künftig Einkäufe aus App und iTunes Store im wahrsten Sinne des Wortes per Fingertipp erledigen kann. Für alles andere, etwa Online-Payment, ist der Touch-ID-Sensor (noch) nicht freigeschaltet. Aus Sicherheitsgründen bleiben die gespeicherten Abdrücke auch lokal auf dem Gerät und werden nicht an iCloud übertragen. Trotz dieser Beteuerungen wird Apple aus aktuellem Anlass (NSA, Prism & Co.) in nächster Zeit viele Fragen beantworten müssen. Wie sicher ist die Verschlüsselung, die die Fingerabdruckdaten auf dem Gerät vor Zugriffen von außen schützt?

Optisch hat sich der Home Button übrigens auch verändert. Das typsiche zentrierte Viereck mit den abgerundeten Ecken ist verschwunden (das würde den darunter liegenden Sensor sicher stören), dafür umfasst ihn nun ein leuchtender Metallring, der signalisiert, ob der aufgelegte Finger erkannt wurde. Mit den neuen Farben und dem 2-fach LED Blitz ist der neue Home Button ein weiteres Erkennungsmerkmal, an dem man das iPhone 5s eindeutig identifizieren kann. Ob einem die neuen Farbvarianten gefallen, ist natürlich Geschmackssache, doch insgesamt wirkt das 5s für mich eine Spur eleganter als der Vorgänger.

Android-Laser und eingebauter Störsender gegen Lauschangriffe

Viele enttäuschte Gesichter gibt es natürlich nach wie vor. Die gibt es aber schon seit dem ersten iPhone, das Apple herausgebracht hat. Damals beschwerte man sich über fehlende Mobilfunkstandards, beglückwünschte aber die Innovation. Letztere fehlt den Leuten bei allem, was Apple heute zeigt. Aber was erwarten die Menschen von einem Produkt, das in sechster Generation reift? Ein iPhone mit integriertem Laser, um Android-Feinde abzuwehren? Einen eingebauten Störsender, der die NSA auf die falsche Fährte führt? Oder, dass es Gedanken lesen kann?

Man sollte sich auch als User auf den Boden der Tatsachen zurück begeben und den nackten Fakten in die Augen sehen. Und dann muss man einfach zugeben, dass das iPhone 5s sehr wohl zur Smartphone-Oberliga gehört. Gespannt warte ich auf die ersten Benchmarks des neuen A7 Prozessors. Wie wird er gegen die Android-Konkurrenz mit Quad-Core-CPUs abschneiden? Dass man sich dem Trend zu immer größeren Displays mit immer höherer Ausflösung bei Apple weiter verweigert, gehört zur Firmen- und Produktpolitik. Hier dürfen wir wohl erst beim iPhone 6 eine Änderung erwarten.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob die treue Gefolgschaft weiter zu Apple steht und wie sich die Einführung einer Zweiklassengesellschaft auf die Geräteverkäufe auswirkt. Wenn ich im nächsten Monat im Rahmen einer Vertragsverlängerung wieder ein neues, subventioniertes Smartphone bestelle, wird meine Wahl zum dritten Mal auf das aktuell S-Modell des iPhones fallen. Teilweise aus Gewohnheit aber vor allem, weil ich Apples neuer Linie neugierig entgegen blicke. Das 64-Bit iOS 7 mit neuem Design und passender Hardware wird bei mir noch für einige schlaflose Nächte sorgen.

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