Werbung auf Facebook – Helfen die Geschlechterklischees?
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Ads auf Facebook weiten sich immer mehr aus. Sowohl Großunternehmen als auch kleine Firmen und einzelne Geschäfte werben für sich und ihre Produkte durch Facebook. Mundpropaganda ist immer noch die persönlichste und effektivste Form für Unternehmen um neue Kunden zu gewinnen, und das Prinzip funktioniert auch auf Facebook: Wenn ein Freund auf Facebook ein Produkt mit einem „Like“-Klick belohnt, erregt dies das Interesse seines Facebook-Freundeskreises. Die Wahrscheinlichkeit, dass Mitglieder des Freundeskreises auf persönliche Empfehlungen reagieren, ist sehr viel größer, als dass sie eine Facebook Produkt- oder Firmenseite auf Grund von direkter Werbung aufsuchen. Doch wie erreichen Unternehmen, dass es nicht nur bei einem Klick bleibt? Wie kommt man vom Klick zum „Like“ und dann zu einer realen Kundschaft?

Der Schlüssel zur erfolgreichen Weiterverfolgung einer Marke oder Werbung durch potentielle Kundschaft ist ist deren Alltagsrelevanz. Facebook stellt Unternehmen, welche die Social Media Website zu Werbezwecken nutzen wollen, Richtlinien zur Erstellung eines erfolgreichen Werbeprofils zur Verfügung. Eine dieser Richtlinien ist die Einstellung einer Ortsrelevanz. Und natürlich macht es Sinn, Werbelinks für ein neues Sportzentrum in Köln hauptsächlich auf Profilen von Anwohnern zu platzieren. Jemand, der Köln als seinen Wohnort angibt, oder sich regelmäßig über Facebook in der Nähe von  Köln „einmeldet“, bekommt also Ortsspezifische Werbung.

Wie sieht es aus, wenn man neben dem Ort auch das Geschlecht als Richtlinie verwendet? Wie unsere Infografik zeigt, kann die Einteilung der Nutzer in „Frauen“ und „Männer“ zu interessanten Ergebnissen führen:

infografik facebook

Männer sind sehr viel interessierter an Formel 1 (diese dominiert beeindruckende 80% der Interessen der männlichen Facebook-Nutzer) anstatt der endlosen Bücher und Filme von Rosamunde Pilcher – diese zählen 88% der weiblichen Facebook-Nutzer in Deutschland zu ihren Interessen. Diese Statistik ist nicht wirklich überraschend – Interessen aus dem Alltag spiegeln sich bei Facebook wieder. Wenn Mann sich also einen Laptop schnappt und bei Formel 1-Fanseiten oder der Kinoseite für The Dark Knight Rises den „Like“-Button anklickt, wird dies von Facebook registriert – nicht nur er bekommt dann mehr Formel 1-orientierte Werbung; andere User, welche ihm in diesem Fall durch Geschlecht ähneln, bekommen ebenso spezifischere Werbung. Und je mehr Männer den Autorennsport und Poker mit einem „Like“ belohnen, desto mehr Werbung wird nach der Beurteilung „Mann mag schnelle Autos und Kartenspiele“ auf Männerprofilen platziert.

Klischees finden sich mit einer Auswertung der „Like“-Daten genug. „Natürlich“ lieben es die Frauen zu shoppen, während sie die Männer zu Hause Computerspiele wie Halo und Counter-Strike spielen lassen. Und „natürlich“ sind Adele und Lana del Rey weitaus beliebter bei dem weiblichen statt dem männlichen Geschlecht. Doch in Zeiten des Web 2.0s gibt es doch noch Überraschungen! Die „Like“-Daten zu den Sozialen Netzwerken sind weniger eindeutig: so sind Facebook selbst und Twitter fast gleichauf bei den Geschlechtern. Und auch bei den Gadgets scheint das Klischee, dass Männer mehr Ahnung von und Interesse an Technik haben, schon längst nicht mehr existent.

Was sagt uns das nun? Mir sagt es als weibliche Smartphone- und Tablet-Besitzerin, die weder Lana del Rey noch Adele mag, eigentlich nur: ich bin kein Klischee, liebe Unternehmen! Doch, wie unsere Infografik beweist,  sind viele Klischees in der Tat noch existent und könnten für  Unternehmen, die Facebook zu Werbezwecken nutzen, neben dem Ort als Informationsquelle herangezogen werden. 

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