Datensicherheit

WhatsApp Gewohnheiten beobachten – Studie
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Manche WhatsApp-Nutzer beobachten gerne die Gewohnheiten ihrer Kontakte – eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg zeigt nun, wie einfach das ist.

WhatsApp nimmt einen immer größeren Raum in unserer täglichen, digitalen Kommunikation ein und verzeichnet weltweit rund 600 Millionen Mitglieder. Die Vorteile des Instant-Messaging-Dienstes liegen klar auf der Hand. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass durch die  häufige Nutzung von WhatsApp auch eine Vielzahl an Informationen vom Nutzer preisgegeben werden. Über die im Messenger geteilten Texte und Bilder hinaus, kann durch Status-Angaben und „gelesen“ Markierungen in der App, Rückschlüsse auf den Lebensalltag eines Nutzer gezogen werden.

Wann ins Bett gegangen?

Verschiedene Features der App werden in manchen zwischenmenschlichen Beziehungen zu Kontrollzwecken genutzt. „Wann bist du gestern ins Bett gegangen?“ „Schreibst du private Nachrichten während der Arbeitszeit?“ „Warum hast du meine Nachricht nicht beantwortet, obwohl du diese gelesen hast?“: Unangenehme Fragen zum aktuellen Online Status. Wenn ein Nutzer also WhatsApp öffnet, wird er im Netzwerk automatisch als „online“ angezeigt, schließt er diese, wird sein Status auf „offline“ gesetzt.

Für jeden sichtbar

Diese Funktion lässt sich nicht abstellen. Dieser Status ist für jeden einsehbar, der die Rufnummer eines Nutzers kennt. Eine Autorisierung durch den Nutzer ist dafür nicht nötig. Der Lehrstuhl für Informatik, Abteilung Sicherheitsinfrastruktur, der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat das WhatsApp-Verhalten der User unter die Lupe genommen und ist zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen.

1000 Nutzer monatelang beobachtet

Für die WhatsApp-Studie haben Wissenschaftler 1000 zufällig ausgewählte Nutzer aus aller Welt neun Monate lang, rund um die Uhr beobachtet. Ziel war es, herauszufinden, welche Informationen sich über den Online-Status ablesen lassen und, ob WhatsApp dagegen vorgeht, dass ihre Nutzer ausgespäht werden.

WhatsApp-Nutzerverhalten protokolliert

Die Informatiker der Universität Erlangen-Nürnberg haben für die Studie ein spezielles Programm genutzt, das durchgehend im Netzwerk eingeloggt ist und die Online-Stände der Nutzer protokolliert. Die gewonnen Daten geben Aufschluss über das Nutzerverhalten der WhatsApp-User.

26 Mal am Tag WhatsApp checken

Deutsche WhatsApp-Nutzer wählen sich im Durchschnitt 26 Mal am Tag ein und schreiben oder lesen insgesamt 41 Minuten lang Whatsapp-Nachrichten. WhatsApp wird dabei zwischen 13 Uhr und 21 Uhr besonders häufig genutzt.

Blaue Häkchen abschalten

Android-Nutzer haben es leichter als iOS-Nutzer:

Denn in ihrer WhatsApp-Version kann unter „Einstellungen“ > „Read Receipts“ die Bestätigungsmarkierung deaktiviert werden. Dann können weder der Absender noch der Empfänger sehen, ob die Nachrichten gelesen wurden.

iPhone Trick für blaue Häkchen

Obwohl es derzeit für iOS-Geräte, wie iPhones nicht die Möglichkeit gibt, die blauen Gelesen- Check-Häkchen in der App abzuschalten, gibt es dennoch einen kleinen Trick, mit dem ihr empfangene WhatsApp-Nachrichten lesen könnt, ohne, dass der Absender der Nachricht die verräterische Empfangsbestätigung erhält. Schaltet den Flugmodus ein, sobald ihr eine WhatsApp-Nachricht erhalten habt. Öffnet dann die Nachricht und schließt die App wieder, bevor ihr den Flugmodus wieder deaktiviert. Somit wird keine Lesebestätigung an den Leser geschickt.

 

 

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