Wie Adblock-User @evleaks in die Knie zwangen
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Ein guter Tag für Samsung, HTC, Apple, Microsoft und Co. – ein schlechter Tag für alle, die nicht auf die offiziellen Releases warten wollen, um mit brandaktuellen Informationen rund um Mobile-Themen versorgt zu werden. Der berühmte IT-Blogger Evan Blass, der von seinem @evleaks Twitter-Profil aus zwei Jahre lang diverse Leaks rund um Smartphones in die Welt schickte, hört mit seiner Arbeit auf.

 @evleaks blieben die Einnahmen aus

Es gibt wohl keinen Tech-Blog, der nicht schon mal über auf @evleaks durchgesickerte Informationen berichtet hätte. Auch WebMagazin diente @evleaks als – zum Teil verlässliche – Informationsquelle rund um die neuesten Leaks und Gerüchte aus der Mobile-Branche. Trotz der vielen User und Medien, die den Twitter Account von Evan Blass immer im Auge behielten, hat der Blogger offensichtlich nicht alles richtig gemacht. Allein durch die Bekanntheit in IT-Kreisen konnte Blass seine Online-Präsenz nicht monetarisieren. Und wenn das Geld ausbleibt, ist irgendwann wohl auch die Motivation weg. So geschehen im Falle @evleaks.

Tech-affine User von @evleaks setzten auf Adblock-Dienste

Evan Blass adressierte mit seinem Twitter Account eine sehr spezifische Zielgruppe – Techies. Menschen, die sich nicht nur über die Optik des neuen Smartphones freuen, sondern gerne auch wissen wollen, was bei dem Mobile Device unter der Haube steckt – und das am liebsten noch vor dem Release und der offiziellen Bekanntgabe der Geräte-Spezifikationen. Diese besagten Techies sind eine begehrte und gleichzeitig eine undankbare Zielgruppe, wenn es darum geht, Inhalte zu monetarisieren. Denn viele Tech-affine Internet-Nutzer nutzen gerne Adblock-Dienste, um der nervigen Online-Werbung aus dem Weg zu gehen. Gut für den User, der all die bunten Werbebanner ausblenden kann, schlecht für die Website-Betreiber, bei denen die Werbeeinnahmen ausbleiben. Auch Blass zwangen Adblock-Nutzer in die Knie. Diverse Versuche, mit seinem Twitter Account Geld zu verdienen, scheiterten.

@evleaks konnte keine Einnahmen generieren 

Gegenüber The Next Web hat der Blogger seine Entscheidung ausführlich erklärt. Die Gründe seien kompliziert gewesen, doch vor allem ginge es, wie so oft im Leben, um Geld.

Die Monetarisierung eines Twitter Streams rund um die Mobile Leaks sei eine undankbare und schwierige Aufgabe gewesen. Zuerst hätte es Blass mit monatlichen Sponsorships versucht, dann mit wöchentlichen, bis er irgendwann bei Sponsorships einzelner Tweets ankam. Blass hätte auch Spenden angenommen und sich dabei wie ein Online-Bettler gefühlt. Als weiterer Versuch, für seine Online-Aktivität entlohnt zu werden, launchte er eine Website, um dort Werbung zu platzieren. Doch die Besucherzahlen ließen zu wünschen übrig – die User informierten sich weiterhin lieber über seinen Twitter Account. Außerdem stellte er schmerzlich fest, dass seine Zielgruppe smart und Tech-affin genug war, um ihm ungewollt dank aktiver Abblock-Dienste die Existenzgrundlage zu nehmen.

Blass wünscht sich eine finanziell abgesicherte Zukunft 

Es gibt noch einen weiteren schwerwiegenden Grund, warum sich der IT-Blogger um die finanzielle Absicherung seiner Zukunft Sorgen macht. Blass ist an Multipler Sklerose erkrankt. Sein Zustand verschlimmere sich merklich und so wäre es an der Zeit, seine Existenz auf eine sichere finanzielle Grundlage zu stellen, so Blass gegenüber The Next Web.

Die Chancen stehen schlecht, dass Blass jemals seine Tätigkeit als IT-Blogger wieder aufnehmen wird. Wegen bereits erwähnter Gründe plane er eine andere Karriere mit einem geregelten Einkommen. Seinen Twitter Account wolle er als einen privaten Account beibehalten – ohne Druck, ohne Existenzängste. Für diejenigen, die Lust haben, ab und an einen Tweet von Blass zu lesen.

@evleaks ist einer von vielen, die scheitern

Die Geschichte von @evleaks ist symptomatisch dafür, wie schwierig es teilweise ist, Werbeeinnahmen aus Online-Werbung zu generieren. User nehmen die bunten Werbebanner, aufpoppende Werbebotschaften und Sponsored Posts als nervig wahr und versuchen, diese dank aktiver Adblock-Dienste zu umgehen. Dabei denkt man nur selten an die Websites – besonders kleinere Blogs – die auf die ausbleibenden Werbeeinnahmen angewiesen sind. Vielleicht ist das Ende von @evleaks ein indirekter Aufruf dazu, für bestimmte Websites, die man regelmäßig benutzt, den Adblocker gezielt zu deaktivieren. 

Nutzer-Kommentare nach dem @evleaks Aus

Unter dem Abschieds-Post von Blass häufen sich derweil User-Kommentare, die mit dem überraschenden Aus von @evleaks nicht gerechten haben: 

Evan Blass zeigt durch die Reaktionen auf seine Ankündigung sichtlich gerührt. Auch WebMagazin wünscht dem IT-Blogger alles Gute.

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