Wie Spotify die Musikbranche verändert
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Spotify wird immer wieder dafür kritisiert, dass die Musik-Streaming-Plattform die Künstler nicht angemessen bezahle. Spotify CEO Ek dementiert dies und weist auf eine generelle Veränderung beim Konsum von Musik hin, bei dem Streaming-Dienste die Zukunft seien. Denn der Tred geht ganz klar weg vom Besitzen, hin zum Nutzen.

Spotify zahlte Künstlern 2 Milliarden Dollar

Spotify CEO Daniel Ek ist gestern wohl der Kragen geplatzt. Er setzte sich kurzum daran einen Beitrag für den Spotify-Blog zu schreiben in dem kräftig Dampf ablässt.Hier nimmt er Stellung zu den Vorwürfen und der Kritik, die das Musikportal Spotify in den letzten Monaten geerntet hatte, und die durch den Austritt von Country-Sternchen Taylor Swift jetzt auf die Spitze trieben.

Spotify zahle den Künstlern zu wenig und das Musik-Streaming lasse die Plattenverkäufe einbrechen, so die Medien. Das sieht Ek anders und gibt an, den Künstlern und Plattenfirmen seit dem Start der Plattfom über 2 Milliarden US Dollar bezahlt zu haben. Taylor Swift habe auf Spotify insgesamt 6 Millionen im Jahr verdient, bevor sie ihre Alben von der Plattform abgezogen hatte. Swift und ihre Plattenfirma haben dies laut The Verge bereits dementiert und gaben an, dass die Musikerin unter 500.000 Dollar in den letzten zwölf Monaten bekommen hat.

Spotify verdient durch Werbung und Streaming-Abos

Der Freemium-Dienst Spotify generiere Einnahmen durch verschiedene Ansätze. Beim kostenlosen Musik-Streaming werden regelmäßig Werbespots eingespielt. Für das kostenpflichtige Abo zahlen die Nutzen einen monatlichen Beitrag.

Das Konsumverhalten von Musik verändert sich: Download statt Plattenkäufe

In seinem Blog weist Ek auf eine generelle Veränderung im Konsumverhalten von Musik hin. Die Entwicklung begann vor einigen Jahren, als plötzlich eine ganze Reihe Download-Portale im Internet auftauchten. Hier konnte man Tracks zwar illegal, aber auch kostenlos herunterladen. Als der Download zum Verstoß gegen das Urheberrecht erklärt wurde und es die ersten Abmahnungen regnete, suchten die User nach einer anderen Möglichkeit, an Musik zu gelangen.

Durch die Downloads hatten sich zwei Dinge grundlegend geändert. Erstens: Die User konnten ihre Lieblingslieder jederzeit von zu Hause herunterladen ohne den Weg in den Plattenladen und dessen Öffnungszeiten auf sich nehmen zu müssen. Der Musik On-Demand Gedanke war geboren. Zweitens: Durch die Möglichkeit, einzelne Tracks herunterzuladen, wurden die Songs nicht mehr im Rahmen eines Albums gesehen, sondern standen alleine für sich. Die User konnten jetzt ihre eigenen Playlists mit einer individuellen Mischung aus Liedern und Interpreten erstellen und vor allem große Mengen an Liedern auf ihren mp3-Playern mitnehmen.

Musik für Mikrobeiträge kaufen

Woher aber Musik bekommen, wenn man nicht in Gefahr einer Abmahnung laufe wollte? Die Antwort lieferte Steve Jobs. Der frühere Apple CEO stellte mit iTunes und dem iPod ein völlig neues Konzept des Musikkonsums vor. Die Hörer konnte einzelne Tracks legal für Mikrobeträge kaufen. Damit änderte sich auch für die Interpreten eine ganze Menge, denn ihre Erfolge wurden nicht mehr nur in Plattenverkäufen, sondern auch in Downloadzahlen gemessen – legale Downloads wohlgemerkt.

Bezahl-Abos: Nutzen statt Besitzen

Mit immer größer werdenden Datenvolumen und dem Konzept der Flatrates schlägt der das Nutzerverhaltend er Musikhörer erneut eine andere Richtung ein. Warum sich auf einzelne Tracks beschränken, die man kaufen muss und dann womöglich nach einer Weile nicht mehr hören kann? Hier kommt das Musik-Abo ins Spiel, wie es Spotify anbietet. Der User hat Zugriff auf eine fast unbeschränkt große Musikbibliothek, mit der er jederzeit seine Playlists komplett austauschen und an seine Stimmung anpassen kann.

Bezahlt wird auch hier, im Falle der Premium-Version. Jedoch werden die Tracks nicht als solche gekauft, sondern lediglich das Recht erworben, diese über den Stream hören zu dürfen. Besitz wird also durch Nutzung ersetzt und der Käufer wird somit zum User.

Diese Entwicklung lässt sich nicht nur bei Musik, sondern auch bei anderen Unterhaltungsmedien beobachten. Mittlerweile gibt es neben den Songbibliotheken auch legale Streamingplattformen für Filme und Abo-Datenbanken für Bücher und Zeitschriften, bei denen User über ein Abo Zugriff auf die Inhalte bekommen. 

Aufmacherbild: Alushta, Russia – October 24, 2014: Girl holding a iPhone 6 Space Gray with music service Spotify on the screen. iPhone 6 was created and developed by the Apple inc. via Shutterstock / Urheberrecht: Denys Prykhodov

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