Windows 8 ist schuld am Tod des PCs [Update]
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Die International Data Corporation (IDC) hat wieder einmal ihren Worldwide Quarterly PC Tracker veröffentlicht und schockt damit die gesamte IT-Welt. Im ersten Quartal wurden weltweit 76,3 Millionen PC-Einheiten ausgeliefert, das sind 13,9 Prozent weniger als in demselben Quartal 2012. Und dabei waren die Voraussagen von einem 7,7-prozentigen Rückgang schon pessimistisch genug. Zum vierten Mal in Folge sind nun die PC-Verkäufe gesunken – ist der Formfaktor PC endgültig tot?

Bevor wir diese Frage beantworten könnten, sollten wir uns aber auf Ursachenforschung begeben. Sicherlich haben mobile Geräte wie Smartphones und Tablets dazu beigetragen, dass weltweit weniger stationäre und Laptop-PCs verkauft wurden. Neue innovative Formfaktoren, etwa Ultrabooks mit Touchscreen und abnehmbarer Tastatur, sind zwar vielversprechend, aber aufgrund ihres sehr hohen Kaufpreises noch nicht besonders weit verbreitet.

IDC-Vizepräsident Bob O’Donnell allerdings sieht einen weiteren Grund für den vermeintlichen Tod des PCs. Ihm zufolge hat Windows 8 den kränkelnden PC-Markt nicht wie erhofft beschleunigt, sondern eher noch weiter verlangsamt. Während einige die neuen Formfaktoren und die Touch-Fähigkeiten des Betriebssystems begrüßen, kritisieren andere die radikalen Änderungen am altbekannten User Interface und besonders das Fehlen des Start Buttons.

[Update:] Sprechen wir von PCs, meinen wir meist Computer mit dem Betriebssystem Windows, liegt dessen Marktanteil doch auch heute noch bei über 90 Prozent. Ist der Tod des PCs also mit dem Tod Windows‘ gleichzusetzen? Dies lässt zumindest die Aussage Bob O’Donnells vermuten. Wenn wir auf die Auslieferungszahlen Apples nach IDC schauen, ergibt sich jedoch ein anderes Bild, denn auch Apple hat im Vergleich zum Vorjahr 7,5 Prozent Verlust gemacht. Und dies dürfte wohl kaum auf die fehlende Akzeptanz von Windows 8 zurückzuführen sein – ganz im Gegenteil, immerhin hätte die Frustration über den neuen Kachel-Look einige Computernutzer in die Arme Apples treiben können. Aber das hat sie nicht, denn PCs, egal mit welchem Betriebssystem, werden eben einfach nicht mehr so gerne gekauft wie noch vor ein paar Jahren. Hier hinkt also O’Donnells Theorie vom Sündenbock Windows 8. [/Update]

Die Frage, ob Windows 8 tatsächlich den PC auf dem Gewissen hat, kann natürlich nicht eindeutig beantwortet werden. Ohne Zweifel ist jedoch, dass sich die Computer-Industrie an einem Scheidepunkt befindet. Selbst etablierte Unternehmen müssen nun ihre Strategie überdenken, um für die Endkunden relevant zu bleiben. Wie gehen sie mit neuen Formfaktoren um – investieren sie in diese oder bleiben sie traditionell? Halten sie sich weiterhin an Windows und damit zwangsweise an Windows 8 oder greifen sie auf erfolgreichere mobile Systeme wie etwa Android zurück?

Bei all dieser Unsicherheit steht eines zumindest fest: In der Post-PC-Ära werden die Karten neu gemischt.

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