Yahoo ABG-Aktualisierung erlaubt Scan von persönlichen Mails
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Seit gestern präsentiert sich der Yahoo Mail-Client geräteübergreifend in einem neuen Design-Gewand. Neben dem längst überfälligem Redesign wartete Yahoo allerdings auch mit einer weiteren Überraschung auf: neuen AGBs. Ähnlich wie Google will das Unternehmen in Zukunft E-Mails scannen und analysieren, um relevantere Werbeinhalte zu liefern. Die Neuerungen folgen dem Abschluss eines Werbedeals zwischen Yahoo und Google, das schon seit einiger Zeit E-Mails von GMail-Nutzern scannt und analysiert, um so kontextsensitive Werbeanzeigen einblenden zu können. Wer nach dem 03. Juni 2013 die Dienste von Yahoo! Mail in Anspruch nimmt, stimmt dem Scannen und Analysieren der E-Mails mit dem erforderlichen Update automatisch zu, doch kann man die Funktion über den Ad Interest Manager deaktivieren.

Unter Paragraph 2.6 der Nutzungsbedingungen erklärt Yahoo dabei die Vorteile der Funktion, durch die Yahoo

mittels automatischer Systeme alle eingehenden und ausgehenden Kommunikationsinhalte, die von Ihrem Account gesendet und empfangen werden (wie zum Beispiel Mail und Messenger Inhalte einschließlich Instant Messenger- und SMS-Nachrichten (…) zu scannen und zu analysieren, insbesondere um Ihnen für Sie relevante Produktfunktionen und Inhalte zur Verfügung zu stellen, an Ihre Interessen angepasste Werbung anzubieten und abzugleichen und einen besseren Schutz vor Spam, schädlichen Computerprogrammen (Malware) und Missbrauch Ihres Accounts bereitstellen zu können.

Unbestritten handelt es sich bei den hier aufgeführten Vorteilen um einen alleinigen Mehrwert für das Unternehmen, das von höheren Werbeeinnahmen profitiert. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass Yahoo persönliche E-Mail-Korrespondenzen analysiert, von denen auch der Kontakt zwischen Ehemann und Ehefrau oder E-Mails an Versicherungen nicht ausgeschlossen sind. Aus einem Austausch mit dem Hausarzt könnte das Unternehmen dabei beispielsweise gezielt Hinweise entnehmen, die eine spezifischere Werbeeinblendung von pharmazeutischen Produkten ermöglichen würde.

Microsoft nutzte die Praxis der Konkurrenz unlängst zu einer Werbekampagne für den Mail Client Outlook. Auch auf Scroogled.com zeigt Microsoft dabei immer wieder die Praktiken Googles auf und vergleicht das Vorgehen des Suchmaschinengiganten mit dem eigenen Unternehmen.

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