Yahoo von der US Regierung zur Teilnahme an Prism gedrängt
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Seit den Enthüllungen durch den Whistleblower Edward Snowden ist bekannt, dass diverse Großunternehmen der Internetbranche Nutzerdaten an die NSA weiterleiteten. Nun berichtete die Washington Post, dass laut Gerichtsunterlagen der Konzern Yahoo von der US-Regierung zur Weitergabe gezwungen wurde.

Unfreiwillige Teilnahme am Prism Programm

Nach Angaben der US-Regierung wurde das NSA Überwachungsprogramm Prism bereits im Jahr 2011 eingestellt und im letzten Jahr sagten diverse Netzunernehmen aus, dass sie weder von diesem Programm wussten, noch willentlich oder wissentlich Nutzerdaten übermittelten. Die nun teils zugänglichen Akten eines Gerichtsverfahrens sprechen jedoch eine andere Sprache. Nach dieser war die US-Regierung so erpicht darauf, Nutzerdaten von nicht-us-amerikanischen Yahoo-Kunden zu sammeln, dass sie die Konzerne vor die Wahl stellte: Nutzerdaten oder Geldstrafe.

Yahoo wurde mit millionenschweren Geldstrafen gedroht

Aus den teilweise zensierten Unterlagen im Umfang von 1500 Seiten wurde deutlich, dass die US-Regierung Yahoo mit Geldstrafen von 250.000 US-Dollar pro Tag gedroht hatte, falls sie sich weigern sollten, an dem Überwachungsprogramm Prism teilzunehmen. So wollte Yahoo den Aufforderungen nicht nachkommen, da es diese als verfassungswiedrig einstufte. Der Konzern ging sogar vor das Foreign Intelligence Surveillance Court um die Gesetze anzufechten. Wie die New York Times berichtet, war dies jedoch nicht von Erfolg gekrönt und Yahoo musste sich, neben diversen anderen Firmen, dem Willen der Regierung beugen und der NSA die Nutzerdaten weiterleiten.

Yahoo äußerte sich in einem Blogpost umfassend zu den Vorgängen.

Users come first at Yahoo. We treat public safety with the utmost seriousness, but we are also committed to protecting users’ data. We will continue to contest requests and laws that we consider unlawful, unclear, or overbroad. (Yahoo – Ron Bell, General Counsel)

Die nun veröffentlichten Gerichtsunterlagen sind Teile die des damaligen Gerichtsverfahrens und der Konzern soll planen, diese in naher Zukunft zu veröffentlichen.

Schon jetzt sind Auszüge des Dokuments online verfügbar.

 

Aufmacherbild:Screenshot Yahoo! Global Policy / Urheberrecht Yahoo

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