Russischer Suchmaschinenbetreiber

Yandex: Neuer Browser und unterschätze Suchmaschine
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Die russische Suchmaschine Yandex bekommt eine neue Nutzeroberfläche und ist eine gute Alternative zu Google.

Mit einem neuen, minimalistisch-intuitiven Design macht die russische Suchmaschine Yandex erneut auf sich aufmerksam. Die beliebteste Suchmaschine im russischsprachigen Raum bietet damit nicht nur eine reduziertere und zugleich nutzerfreundlichere Bedienung für seine etablierten User, sondern versucht mit der neuen Stilausrichtung offenbar auch den westlichen Markt mit einem an Windows 8 angelehnten Design für sich einnehmen zu wollen.

Yandex hat mehr Features als bekanntere Suchmaschinen

In Zeiten von wachsenden Suchmaschinen-Monopolen und auf der Suche nach Alternativen, kommt vor allem Yandex mit einer Funktionsvielfalt daher, die es im Vergleich zu anderen Suchmaschinen locker mit dem amerikanischen Wettbewerber aufnehmen kann – Übersetzung, Kartenmaterial, Analyse-Tool, Browser, Email-Client, App-Store, soziale Netzwerke und und und. Auf der anderen Seite des Globus wächst schier unbemerkt ein zweiter Suchmaschinen-Riese.

Sicherheit und einfache Bedienung stehen im Mittelpunkt

Mit einem Übersetzungs-Tool in 33 Sprachen, ausführlichem Kartenmaterial und bisher für Windows-User zur Verfügung stehenden Document-Viewer, mit dem sich alle gängigen Formate direkt im Tab öffnen lassen, hat Yandex deutlich mehr zu bieten, als nur ein frisches Aussehen. In Kooperation mit dem russischen Sicherheitssoftware-Hersteller Kaspersky verspricht der Suchmaschinenbetreiber auch die nötige Browser-Sicherheit.

Auch dann, wenn es nur um Äußerlichkeiten geht, kann sich der Browser im Vergleich zu manch anderem Anbieter sehen lassen – obgleich er bedeutend unsichtbarer ist. Der bisher nur als Alpha-Version verfügbare Browser mit dem neuen Erscheinungsbild zeigt, wie es auch ohne Funktionsleisten und Buttons gehen kann.

Der europäische Markt ist das Ziel

Erst Anfang des Jahres ist der Google-Wettbewerber mit etwa 130 Mitarbeitern, darunter zahlreichen Programmieren und Interface-Designern, nach Berlin gekommen – Ziel war es zunächst, das Kartenmaterial zu optimieren und auszubauen. Danach ging’s an die Entwicklung einer eigenen Android-Version, die für Huawei und Explay Geräte erscheinen soll. Daneben hat der Suchmaschinenanbieter auch in Luzern und Zürich Standorte aufgebaut. Seit 2010 ist das russische Unternehmen mit einer englischen Browser-Version international. Nun versucht es neben seinem ohnehin schon großen Marktanteil in Asien und vor allem in Europa Fuß zu fassen.

Kann man Yandex vertrauen?

So wenig sich sagen lässt, inwieweit Google als vermeintlich bestes Spionage-Tool unserer Zeit mit der US-Regierung zusammenarbeitet, ist auch bei Yandex unklar, welche Verbindungen zum Staat vorherrschen. Yandex selbst behauptet, dass etwa 61 Prozent des Unternehmens die Investmentfonds ru-Net Holdings, Baring Vostok Capital Partners und Tiger Technologies inne haben. 24 Prozent halten die Mitarbeiter selbst, weitere zehn Prozent besitzen private Investoren und etwa fünf Prozent halten Aktienoptionen. Zumindest hinsichtlich der Funktionalität ist es einerlei, wem was gehört, und wer mit durch die Suchmaske blickt.

Anders als bei Google sind zumindest noch keine Klagen wegen gezielten Trackings und Privatsphäre-Missbrauchs aufgetaucht. Das könnte daran liegen, dass Yandex erst jüngst in Europa ansässig ist und noch nicht den Einfluss gewonnen hat, dass man aufmerksam werden müsste, könnte aber auch einfach an einer anderen Unternehmensphilosophie liegen. Noch hat Yandex die Chance, mit einem besseren Image in Europa durchzustarten, als sein großer Bruder aus Amerika es sich längst verspielt hat.

Eine Alternative neben vielen anderen

Google, Bing, Yahoo, DuckDuckGo – sind alles Suchmaschinen, von denen wir mehr oder weniger wissen, wie sie funktionieren und ob sie für unsere Zwecke taugen. Jedenfalls haben wir davon gehört oder gelesen. Aus Bequemlichkeit und weil Google sowieso in den gängigsten Browsern als Standard-Suchmaschine eingestellt ist, unternimmt man selten den Versuch, auch mal einen anderen Anbieter auszuprobieren. Die Kritik lauten meist so, dass die Suchergebnisse nicht präzise genug seien, die Privatsphäre nicht ausreichend geschützt und die restlichen Features rund ums Übersetzen, Routenplanen und Co. nicht vorhanden oder unzureichend funktionieren würden. Dass aber Suchmaschinen erst durch die Benutzung ihrer Dienste wachsen und gewissermaßen lernen, die Anfragen präziser zu beantworten, und dadurch letztlich auch das Portfolio an Features besser wird, bleibt dabei meist außer acht.

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