YouTube erpresst Indie-Labels
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Der Kampf um den Streaming-Olymp geht weiter. Während Apple mit der Übernahme von Beats bereits einen gewaltigen Schritt nach vorne gewagt hat, dümpelt allerdings YouTube, dessen Service Berichten zufolge noch dieses Jahr erscheinen soll, ein wenig hinterher

Doch warum braucht die Google-Tochter so lange? So wie es momentan in Sachen Streaming-Angebot aussieht, ist es sicher nicht die intelligenteste Taktik, Zeit zu verschwenden.

Immerhin tritt man nicht nur mit in diesem Feld bereits sehr etablierten Unternehmen wie Spotify, Rdio oder Ampya in Konkurrenz, sondern auch mit neueren Services wie beispielsweise Amazons Prime-Angebot.

Dank einer Pressemitteilung des Verbands unabhängiger Musikunternehmen e.V. (VUT) erfahren wir jetzt den Grund für die Verzögerung: Während YouTube mit den drei Major Labels bereits Verträge unterschrieben hat, kann sich das Unternehmen mit den unabhängigen Musik-Labels nicht einigen.

Der VUT bezeichnet die den Labels vorgelegten neuen Verträge als „äußerst ungünstig und nicht verhandelbar“. YouTube soll sich nicht bereit zeigen, dieselben Entgelde zu zahlen, die Indie-Labels von anderen Diensten, wie beispielsweise Spotify, ausgezahlt werden, so der VUT. Auch nach Verhandlungen mit WIN (Worldwide Independent Network) konnte keine Einigung gefunden werden.

Es soll außerdem die Drohung seitens YouTube im Raum stehen, den Indie-Labels die offiziellen YouTube-Kanäle zu sperren, sollten sie die Verträge nicht unterzeichenen. Jörg Heidemann, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands, äußert sich dazu folgendermaßen:

Kleine und mittlere Musikunternehmen auf diese Art und Weise anzugehen, um sie in untragbare Verträge zu zwingen, ist eine Frechheit. YouTube missbraucht hier ganz klar seine Marktposition – ein Verhalten, das wir keinesfalls tolerieren können.

Auch Alison Wenham, CEO von WIN nimmt eine ähnliche Position ein:

WIN questions any actions by any organization that would seek to injure and punish innocent labels and musicians — and their innocent fans— in order to pursue its ambitions. We believe, as such, that these actions are unnecessary and indefensible, not to mention commercially questionable and potentially damaging to YouTube itself, given the harm likely to result from this approach.

Ob YouTube das eigene Verhalten tatsächlich noch teuer zu stehen kommen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest führen die unerfreulichen Vertragsverhandlungen schon jetzt zu starken Verzögerungen – nicht gerade ein Vorteil für YouTube. Eine Chance für die zahlreichen YouTube Alternativen die Monopolstellung des Unternehmens anzufechten?

 

AufmacherbildLISBON – JANUARY 14, 2014: Photo of Youtube homepage on a monitor screen through a magnifying glass. via Shutterstock / Urheberrecht: Gil C

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