Von kostenfrei bis hoch verfügbar

Websites in Windows Azure erstellen (Teil 2)
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Kosten von Azure Websites
Windows Azure Websites Service ist momentan in einer Public-Preview-Phase. Das bedeutet, dass jeder, der möchte, den Service testen kann; Support ist jedoch auf die entsprechenden

Kosten von Azure Websites

Windows Azure Websites Service ist momentan in einer Public-Preview-Phase. Das bedeutet, dass jeder, der möchte, den Service testen kann; Support ist jedoch auf die entsprechenden Foren beschränkt und auch die Service Level Agreements gelten in der Preview-Phase nicht. Die Preise für Azure Websites sind in der Preview-Phase reduziert, die Preise für die finale Verfügbarkeit wurden von Microsoft jedoch bereits bekanntgegeben.
Sie können in Windows Azure Websites mit einer 90 Tage gültigen Testlizenz starten. In dieser Testzeit stehen Ihnen folgende Ressourcen kostenfrei zur Verfügung:

  1. Bis zu 10 shared Websites
  2. Bis zu 1 GB Speicher für die Dateien Ihrer Website
  3. Bis zu 165 MB ausgehender Netzwerk-Traffic pro Tag (eingehender Netzwerk-Traffic ist in Azure immer kostenlos)
  4. Eine SQL-Azure-Datenbank
  5. Eine 20 MB MySQL-Datenbank

Nach Ablauf der 90 Tage können Sie all diese Ressourcen mit Ausnahme der SQL-Azure-Datenbank für weitere 12 Monate kostenlos nutzen. Ob das kostenfreie Angebot über den Zeitraum der 12 Monate hinaus noch weiter verlängert wird, muss abgewartet werden.

Wenn Sie sich entscheiden, auf den Reserved Mode zu wechseln, stehen Ihren Websites eigene virtuelle Server zur Verfügung, auf denen keine Systeme anderer Kunden betrieben werden. Die Kosten für den Reserved Mode werden wie bei den bekannten Cloud Services nach CPU-Stunden ermittelt. Die Preise pro CPU-Stunde werden nach Ablauf der Preview-Phase identisch mit denen der Cloud Services sein. In der Preview-Phase erhalten Sie einen Rabatt von 33 Prozent. Sowohl im Shared Mode als auch im Reserved Mode gibt es ein Limit von drei Instanzen pro Website.

Shared und Reserved Mode

Eine der spannendsten Funktionen von Azure Websites ist die Skalierbarkeit. Wie oben erwähnt, starten Sie standardmäßig im Shared Mode: Mehrere Kunden teilen sich einen IIS auf einem virtuellen Server. Technisch gesehen trennt Microsoft die Kunden über getrennte IIS Worker-Prozesse (W3WP.exe). Damit ein Kundenprozess nicht überproportional viele Ressourcen auf einem virtuellen Server in Anspruch nimmt, hat WAWS einen so genannten Throttling-Mechanismus, ähnlich dem von Windows Azure SQL Database Services (aka SQL Azure) eingebaut. Anwendungen werden dadurch unterbrochen und/oder gebremst, wenn sie zu viele Ressourcen (z. B. CPU, Memory) verbrauchen. Leider gab Microsoft bisher keine offiziellen Details dazu bekannt, auf Basis welcher Kennzahlen Throttling in WAWS genau durchgeführt wird. Man kann aber erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass diese Informationen nach Start der offiziellen Verfügbarkeit nachgeliefert werden.

Auch im Shared Mode kann man seine Website als Cluster betreiben. Abbildung 1 zeigt, wie einfach Skalieren mit Windows Azure Websites ist: Einfach den Schieberegler nach rechts, und nach wenigen Sekunden läuft die Anwendung im Cluster, verteilt auf mehrere virtuelle Server. Durch das Betreiben mehrerer Instanzen bekommt Ihre Software einerseits mehr Ressourcen, und andererseits steigern Sie dadurch die Verfügbarkeit. Im Fall eines Problems (z. B. Ausfall eines virtuellen Servers durch Hardwaredefekt) verschiebt Windows Azure automatisch alle dort laufenden Websites auf andere Server. Dieser Prozess nimmt aber einige Momente in Anspruch. Wenn Ihre Anwendung von Haus aus im Cluster mit mehreren Instanzen läuft, kommt es zu keinem Ausfall des Gesamtsystems, sondern nur zu einer kurzzeitigen Reduktion der verfügbaren Ressourcen.

Der Shared Mode eignet sich perfekt für Entwicklungs- und Testumgebungen, kleine Websites mit sehr geringem Budget oder Umgebungen zum Einlernen in Windows Azure (siehe dazu auch Kasten „Einschränkungen im Shared Mode“). Etwas größere, kommerzielle Softwarelösungen stoßen beim Shared Mode schnell an ihre Grenzen. Für sie ist der Reserved Mode vorgesehen. Sie stellen zwischen den Modi mit einem Klick im Azure-Managementportal um (siehe dazu auch Abb. 1). Beachten Sie, dass im Reserved Mode nicht zwangsläufig jede Website einen eigenen virtuellen Server bekommt! Stattdessen erkennt Windows Azure, falls Sie in einem Rechenzentrum (z. B. Nordeuropa, Westeuropa etc.) mehrere Websites ausgerollt haben, und fasst all diese Websites auf Ihren reservierten Servern zusammen. All Ihre Websites in dem jeweiligen Rechenzentrum teilen sich so virtuelle Server, dort werden aber keine Websites anderer Azure-Kunden betrieben. Dieses Verhalten ist optimal für Firmen, die beispielsweise mit einem Content Management System (CMS) viele kleinere Websites für Endkunden erstellen und betreiben. Wenn Sie explizit für eine gewisse Website reservierte Server haben wollen, auf denen keine anderen Websites laufen, bleibt Ihnen momentan leider keine andere Wahl, als dafür eine eigene Windows Azure Subscription anzulegen.

Leider gibt es in Sachen Wechsel von Shared auf Reserved Mode momentan noch eine Einschränkung: Microsoft stellt noch kein Web Service und/oder PowerShell-API zur Verwaltung von Windows Azure Websites zur Verfügung. Aus diesem Grund ist es im Moment noch nicht möglich, automatisiert z. B. zeitgesteuert zwischen Shared und Reserved Mode umzuschalten. In der Nacht könnte auf diese Weise bei geringer Last die Verfügbarkeit mit Shared Mode aufrechterhalten werden, am Tag könnte man optimale Performance mit Reserved Mode bieten. Microsoft hat die Verfügbarkeit eines API, mit dem ein solches automatisches Umschalten möglich sein wird, angekündigt. Wann das genau der Fall sein wird, ist aber noch nicht fixiert.

Einschränkungen im Shared Mode

Neben den Performanceeinschränkungen, die der Shared Mode im Vergleich zum Reserved Mode mit sich bringt, gibt es auch funktionale Einschränkungen. Die wichtigsten beiden betreffen Custom-Domainnamen und SSL. Beide Funktionen stehen im Shared Mode nicht zur Verfügung. Sie müssen also Websites im Shared Mode mit http:// .azurewebsites.net ansprechen. Microsoft hat bereits erwähnt, dass an der Aufhebung dieser doch wesentlichen Einschränkungen gearbeitet wird, einen genauen Zeitplan dafür gibt es jedoch nicht. Aus diesem Grund kommt für die meisten kommerziellen Softwareprojekte im Moment praktisch nur der Reserved Mode in Frage.

Abb. 1: Skalieren einer Windows Azure Website
Abb. 1: Skalieren einer Windows Azure Website
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