Keynote

Welcome! Die IPC Spring 2013 ist eröffnet
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Die International PHP Conference 2013 ist eröffnet. Program Chair Sebastian Meyen holte in der Welcome-Keynote drei Experten der Szene auf die Bühne, die einen Überblick über aktuelle Entwicklungen der PHP-Welt gaben.

PHP ist offener denn je, so lautete Toms Wießeckels (Redakteur PHP Magazin und IPC-Advisor) Resumé des Status‘ in der PHP Sprach-Entwicklung. Denn seit der Öffnung des PHP-Kern-Prozesses und dem Umstieg auf GitHub steht es jedem offen, Forks anzulegen, Bugs zu melden und Features beizutragen. Im Gegensatz zu vielen anderen Sprachen gibt es bei PHP nicht das eine Unternehmen, das die Sprache vorantreibt – PHP ist Community-getrieben.

Doch ist der PHP Core nicht unbedingt das Wichtigste – für die meisten Entwickler ist es das reichhaltige Ökosystem um den Sprachkern, mit seinen Frameworks (Zend, Symfony, CodeIgniter, etc.), Klassen-Bibliotheken und Lösungen (Drupal, WordPress, etc.), die die PHP-Welt so spannend macht. À propos WordPress: Ohne das populäre CMS, das jüngst seinen zehnten Geburtstag feierte, stände PHP laut Tom nicht da, wo es heute ist: die Sprache Nr.1 für Webanwendungen. Auch wenn man von der WordPress-Codebasis nicht unbedingt viel lernen könne…

Doch was ist das nächste große Ding? Nun, JavaScript ist unter den Webtechnologien nicht mehr wegzudenken, und eine bessere Integration von JavaScript und PHP scheint hier in die Zukunft zu weisen. Eine Weiterführung dieses Themenstranges bietet beispielsweise die Session von Thomas Weinert (papaya Software GmbH) „Asynchronous I/O in PHP“ und natürlich der JavaScript Day am morgigen Dienstag.

Die IPC beschränkt sich nicht auf reine PHP-Themen sondern behandelt alles, was ein moderner Web-Entwickler beherrschen sollte. Und wer heute Webanwendungen baut, kann sich nicht mehr nur mit der reinen Funktionalität begnügen, sondern muss gefallen. Und noch mehr: Immer mehr müssen aktuelle User Interfaces nicht nur auf einem Standard-Desktop-Computer funktionieren, sondern auch auf mobilen (Consumer-) Devices wie Smartphones, Tablets gut aussehen. Responsive Webdesign heißt hier das Zauberwort, ein Thema, dem sich Dennis Wilson (freiberuflicher IT-Berater) auf der Keynote-Bühne annahm.

Aber haben wir Web-Entwickler nicht schon immer responsive entwickelt? Schließlich war der frei skalierbare Browser schon immer nicht auf pixelgenaue Layouts ausgelegt, und HTML bot entsprechende relative Elemente wie float, etc.

Das stimmt zwar, sagte Dennis, doch geht es bei der aktuellen Diskussion nicht mehr nur um Layout-Elemente, sondern um User Experience: Angepasste Menüführung, Media-Selektoren, Usability Driven Webdesign. Der User muss in jedem View-Port einfach und komfortabel die gewünschten Aktionen durchführen können.

Um dies zu erreichen, muss Responsive Webdesign schon von vornherein mit in das Applikationskonzept eingebaut werden. Für viele Standard-Aufgaben helfen gängige Frameworks wie Bootstrap oder – Tipp – purecss.io. Doch gilt auch hier der Leitsatz, dem man oft JavaScript zuschreibt: Wie die Script-Sprache sind auch die Prinzipien des Responsive Webdesign einfach zu lernen, aber in realitas schwierig zu beherrschen.

Wenn wir nun, mit Sprach-Know-how und modernen Web-Design-Konzepten ausgestattet, mit dem Programmieren einer tollen Anwendungen beginnen wollen, tun wir dies meist nicht alleine. Entwicklung findet zum Großteil in Teams statt, meist im Rahmen von mehr oder weniger strikten Unternehmens-Prozessen. Dass es hier im organisatorischen wie zwischenmenschlichen Bereich nicht immer rund läuft, von Kommunikationsproblemen bis hin zu uneinheitlichem Tooling – kennen wir zu genüge. Und so ist es aktueller denn je, sich über eine geschmeidigere Art und Weise der Team-basierten, professionellen Software-Entwicklung Gedanken zu machen.

Die Stichworte lauten hier Agile und Continuous Delivery, zwei Themen, die auf der IPC ausführlich im Rahmen des Agile Day zum Tragen kommen (und darüber hinaus als roter Faden durch das gesamte Konferenzprogramm).

Agile Coach Sebastian Bauer (inovex GmbH) beschrieb Agile als eine Art „Reinvention of the common sense“. An oftmals irrational scheinenden Unternehmensprozessen vorbei geht es bei Agile darum, wieder den Menschen in den Vordergrund zu bringen. Das beinhaltet sowohl methodologische Veränderungen, die das Entwickeln produktiver und damit befriedigender machen, als auch die Installation einer neuen Art von Entwicklungspipline, die mit automatisierten Tests, kollektiven Review-Prozessen und kontinuierlichen Deployments ein schnelles Ausrollen eines Produkts quasi „zu jeder beliebigen Zeit“ ermöglicht – mit dem großen Vorteil der schnellen Anpassbarkeit an die User- bzw. Kundenbedürfnisse.

Wer praktiziert so etwas wie Scrum? Auf die Frage von Moderator Sebastian Meyen reckten etwa 50% der Besucher die Hände in die Höhe. Viel weniger waren es allerdings bei der Frage, wer denn mit dem Prozess zufrieden sei… Ein Indiz dafür, dass es für Agilität kein Patentrezept gibt – und die Coaches dieser Welt noch ein reiches Betätigungsfeld in Unternehmen vorfinden.

Die IPC findet vom 2.6. bis zum 5.6. in Berlin parallel zur webinale statt. Wir berichten live vor Ort – es lohnt sich also, hier auf phpmagazin.de vorbeizuschauen!

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