Buchtipp

Weniger schlecht programmieren
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„Weniger schlecht programmieren“? Warum nicht „Besser programmieren“? Nun, die Autoren definieren bereits über den Titel ihres Buchs ihr Zielpublikum, erläutern dies aber noch einmal ausführlicher zu Beginn. Die Zielgruppe seien tatsächlich die schlechten Programmierer, die die Autoren auf die Stufe der weniger schlechten Programmierer heben möchten. Danach seien sie allerdings immer noch weit von guten Programmierern entfernt.

Natürlich freuen sich auch gestandene Entwickler, wenn sie künftig weniger schlecht, sprich noch besser programmieren. Und so bietet das Buch einiges, was auch manchem Profi immer wieder in Erinnerung gerufen werden sollte. Doch belegen einige Kapitel, wie etwa das zur Verwendung eines Versionskontrollsystems, recht deutlich, dass die Autoren tatsächlich eher Anfänger und Gelegenheitsprogrammierer im Fokus haben. Denn diese Inhalte müssen dem Profi einfach geläufig sein.

In ihrem Buch schreiben die Autoren über Programmier- und Namenskonventionen, Kommentare, Lesbarkeit von Code, Hilfestellung, Zusammenarbeit. Hier geht es darum, Code so zu erstellen, dass er in einigen Wochen noch für den Programmierer selbst, darüber hinaus aber auch für andere verständlich ist. Darauf folgt ein Teil mit dem Titel „Umgang mit Fehlern“. Hier geht es unter anderem um Debugging, Unit Tests und Refactoring. Im letzten Teil behandeln die Autoren dann Themen wie Werkzeuge, Versionskontrolle, Nutzung vorhandener Bibliotheken, propagieren den Umgang mit der Kommandozeile, erläutern den Unterschied zwischen objektorientierter Programmierung und prozeduralem Code, aber auch deklarative Konzepte wie SQL. Natürlich verlieren sie auch ein paar Worte zum Thema Sicherheit und stellen Konzepte wie Fingerprints, Transaktionen, Trennung in Schichten und mehr vor.

Wie zu erkennen, behandeln die Autoren ein recht weites Themenspektrum. Mit einzelnen Schwerpunkten füllen andere Autoren ganze Bücher. So wird offensichtlich, dass das vorliegende Buch zwar nicht in die Tiefe, dafür aber in die Breite geht. Es handelt sich quasi um einen Rundumschlag mit dem Ziel, dem schlechten Programmierer einmal alles zu zeigen, was ihn weniger schlecht macht. Im Anschluss kann der Leser die Themen weiter vertiefen, die er für wichtig hält. Ein ziemlich kurzes, dafür aber kommentiertes Literaturverzeichnis findet sich am Ende.

Die Autoren pflegen einen recht lockeren Schreibstil, bei dem sie teilweise eher flapsige Ausdrücke nutzen. Untermauert wird das Ganze mit Berichten aus der Praxis sowie einigen Screenshots und Codefragmenten, ohne dabei auf eine einzige Sprache zu setzen. Schließlich geht es um Konzepte, nicht um eine bestimmte Sprache. Und so bleibt der Eindruck eines verständlichen Buchs, das wichtige Themen aufzeigt, aber tatsächlich nur das genannte Zielpublikum adressiert.

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