Wenn Feinde zu Freunden werden – Microsoft und Barnes & Noble kooperieren
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Microsoft und der Buchhändler Barnes & Noble haben ihren Patentstreit beiseite gelegt und gemeinsam ein Joint Venture mit Fokus auf E-Reading und dem Bildungsmarkt gegründet. Barnes & Noble gehören

Microsoft und der Buchhändler Barnes & Noble haben ihren Patentstreit beiseite gelegt und gemeinsam ein Joint Venture mit Fokus auf E-Reading und dem Bildungsmarkt gegründet. Barnes & Noble gehören 82,4 Prozent der Gesellschaft mit dem vorläufigen Namen NewCo, Microsoft steuert knapp 300 Millionen US-Dollar bei und bekommen dafür 17,6 Prozent Anteil.

Bild: Andrew Magill
Bild: Andrew Magill

Eventuell könnte diese Kooperation Microsoft den Einstieg ins E-Reader-Geschäft verschaffen. Chief Operating Officer Kevin Turner hatte schon in einer vergangenen Keynote davon gesprochen, dass das Metro Interface in Zukunft auch in Sachen E-Reader eine Rolle spielen soll. Ein dafür geeignetes Produkt war bislang jedoch noch nicht auf dem Markt gewesen. Nun könnte Microsoft die Software für einen E-Reader liefern, während sich Barnes & Noble um die Inhalte dafür kümmert.

Mit welcher Technologie das Ganze funktionieren soll, ist noch fraglich. Nook Tablets laufen derzeit mit 1-GHz-Chips von Texas Instruments. Es wäre also naheliegend, die geplanten Reader mit Windows RT, der Windows-8-Variante für ARM-Chips (unter anderem auch von Texas Instruments), auszustatten. Vielleicht könnte sich auch eine Version von Windows Embedded, beispielsweise Windows Compact Embedded oder Windows Embedded Standard, eignen.

Wer weiß, vielleicht können wir ja schon zum Weihnachtsgeschäft 2012 einen Metro E-Reader kaufen? Abgesehen davon dürfte wohl auch eine Nook Reader App für Geräte mit Windows RT und Windows 8 geplant sein.

Im vergangenen Jahr hatte Microsoft von Barnes & Noble gefordert, dass diese Gebühren für ihre Nutzung von Android-Systemen zahlen – drei Microsoft-Patente würden dabei angeblich verletzt. Anders als bei vergleichbaren Klagen hatte sich der angeklagte Buchhändler jedoch nicht ergeben, sondern vor Gericht gewehrt. Als Microsoft bemerkte, dass die Chancen auf einen Sieg von Barnes & Noble gar nicht einmal so schlecht standen, haben sie dem Retailer nun das genannte Kooperationsangebot unterbreitet.

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