Der Architekturprozess in der IT

Wie bringt man IT-Architektur ins Unternehmen
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IT-Architektur für Unternehmen entfalten Ihre Wirkung nicht von jetzt auf gleich, sondern müssen über Jahre evolutionär etabliert und gepflegt werden. Dieser Beitrag befasst sich mit den Prozessen, die IT-Architektur spezifizieren, kommunizieren, durchsetzen und verbessern. Der Autor berichtet aus der Praxis über Architekturprozesse, die in Unternehmen bereits umgesetzt wurden und heute gelebt werden. Neben den Prozessen werden auch die beteiligten Rollen und die zu erzielenden Ergebnisse betrachtet.

Der Begriff der Architektur beschreibt innerhalb der Unternehmens-IT das Zusammenspiel der Komponenten eines komplexen Systems. In der angewandten Informatik wird der Begriff für die Planung und Konzeption von unterschiedlichen Komponenten und Modulen verwendet, die zur Lösung von Anwenderanforderungen zusammengestellt und orchestriert werden. IT-Architektur ist Teil der Unternehmensarchitektur und sollte möglichst widerspruchsfrei darin eingebettet sein. Daraus ergeben sich Rahmenbedingungen, die bei der Definition von IT-Architektur zu beachten sind (Abb. 1).

Abb. 1: Unternehmensarchitektur
Abb. 1: Unternehmensarchitektur
Der IT-Architekturprozess

Der Architekturprozess beinhaltet eine Reihe von Aktivitäten, die in einer bestimmten Reihenfolge zu durchlaufen sind. Es sind Aktivitäten, die IT-Architektur im Unternehmen wirksam werden lassen. Der Prozess ist iterativ und evolutionär über mehrere Jahre zu durchlaufen, bis ein gewisser Reifegrad erreicht werden kann.

Aktivitäten

Der IT-Architekturprozess ist in vier Subprozesse mit einer Reihe von Aktivitäten unterteilt (Abb. 2). Als Erstes gilt es, die IT-Architektur zu spezifizieren. Für die Festlegung der Regeln, nach denen Anwendungssysteme zusammenspielen und orchestriert werden, ist es die Basisarbeit, ohne die IT-Architektur nicht existieren kann. Die Richtlinien und Regeln müssen nicht alle neu erfunden werden. Es stehen mehrere Frameworks zur Verfügung, auf die zurückgegriffen werden kann, damit das „Rad nicht neu erfunden“ wird. Jedoch ist es Aufgabe der beteiligten Rollen, (auf die später noch eingegangen wird) die im Framework enthaltenen Regeln auf Relevanz und Anwendbarkeit im eigenen Unternehmen zu prüfen.

Der zweite Subprozess ist IT-Architektur kommunizieren. Was nutzt das beste Regelwerk (unternehmensspezifisch angepasst oder nicht), wenn die an der Anwendungsentwicklung und dem Betrieb der IT beteiligten Organisationseinheiten nichts von den einzuhaltenden/anzuwendenden Regeln wissen. Allzu oft sind in der Vergangenheit IT-Architekten mit dem Vorwurf „Im Elfenbeinturm sitzend“ und realitätsfern konfrontiert worden. Die Mittel und Wege, über die IT-Architektur kommuniziert werden kann und sollte, sind vielfältig. Dies sind nicht nur Schulungen und Seminare, sondern auch Events, Diskussionsrunden und Kundenumfragen (Anwender der IT-Architektur). Ein gut aufbereiteter Webauftritt mit unterschiedlichen Einstiegsmöglichkeiten je nach Zielgruppe und Thema hilft, die IT-Architektur den Benutzern näher zu bringen. Gutes Marketing ist oft entscheidend über Erfolg oder Misserfolg einer IT-Architekturinitiative im Unternehmen.

Der dritte Subprozess ist IT-Architektur durchsetzen. Dieser Teilprozess lässt sich im Unternehmen nur dann erfolgreich etablieren, wenn die Unterstützung des oberen Managements gegeben ist. Dies ist eine der fundamentalen Voraussetzungen, ohne die IT-Architektur im Unternehmen nicht eingeführt werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass häufig aus Kosten- und Zeitdruck architektonische Regeln bei der Anwendungsentwicklung oder dem IT-Betrieb übersteuert werden. Wenn keine adäquaten Sanktionen diese Übersteuerung verhindern, bleibt IT-Architektur ein stumpfes Instrument der Unternehmenssteuerung.

Abb. 2: Die vier IT-Architektursubprozesse
Abb. 2: Die vier IT-Architektursubprozesse
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