Wie bringt man IT-Architektur ins Unternehmen (Teil 4)
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IT-Architektur verbessern
Hierbei geht es um das Controlling der IT-Architektur. Jede der zuvor genannten Rollen findet sich zu einem Teil auch im Controlling wieder. Basis für das Controlling sind jedoch

IT-Architektur verbessern

Hierbei geht es um das Controlling der IT-Architektur. Jede der zuvor genannten Rollen findet sich zu einem Teil auch im Controlling wieder. Basis für das Controlling sind jedoch Messwerte, die relevant und aussagefähig sein müssen. Bewährtes Mittel des Controllings ist die Balanced Scorecard mit wohldefinierten KPIs (Key Performance Indicator)

Die Umsetzung des IT-Architekturprozesses

Die Umsetzung des IT-Architekturprozesses ist in der Praxis nicht innerhalb einer Jahresfrist machbar. Ähnlich wie in anderen Bereichen der IT ist der kulturelle Wandel nicht erzwingbar, sondern muss, um Erfolg zu haben, mit verschiedenen Maßnahmen begleitet werden. Es ist ein evolutionärer Prozess, der einige Jahre dauert, bis sich Erfolge einstellen. Der Prozess wird sehr treffend mit „Managed Evolution“ (Abb. 3) beschrieben, bei dem es darauf ankommt, „Geschäftsnutzen“ und „IT-Effizienz“ in ausgewogenem Maße in einem Unternehmen zu etablieren.

Abb. 3: Managed Evolution
Abb. 3: Managed Evolution

Ein weiteres gestalterisches Element ist die IT-Aufbauorganisation, in der die zuvor beschriebenen Rollen im Unternehmen platziert sind (Abb. 4).

Abb. 4: Aufbauorganisation
Abb. 4: Aufbauorganisation

Die Architekturaufbauorganisation sollte eine Matrixorganisation mit zentraler Kerntruppe sein. Die Steuerung geschieht durch die Mittelzuteilung:

  • Zentrale Bereiche erhalten volle Mittel, mit der Auflage x Prozent in Projekten gegen Verrechnung zu arbeiten
  • Die frei werdenden Mittel werden durch die zentralen Bereiche zur Teilfinanzierung von dezentralen Stellen und Projekten genutzt

Bei Einführung von IT-Architektur im Unternehmen ist Geduld gefragt, die in Zeiten, wo kurzfristige Erfolge im Quartalsrhythmus angesagt sind, oft nicht vorhanden ist. Hilfreich und für die Steuerung geradezu notwendig, ist eine kontinuierliche Messung des Erfolges/Misserfolges, um Verbesserungspotenzial zu nutzen und den Nutzen aufzuzeigen.

Die vorgestellten Prozesse wurden bereits in mehreren Unternehmen erfolgreich implementiert. Die Erfahrung zeigt, dass die Anzahl der vollamtlichen Architekten (Domänen- und Projektarchitekten nicht eingerechnet) etwa drei bis fünf Prozent der zu betreuenden Entwickler betragen sollte. Dieser Umstand bedeutet unter Umständen eine Änderung der Strategie in der Personalentwicklung, denn gute Architekten brauchen eine solide Ausbildung und viele Jahre Erfahrung.

Hermann Schlamann ist unabhängiger Berater, erfahrener IT-Architekt und seit vielen Jahren mit dem Thema „Serviceorientierung“ befasst. Er hat in den letzten zehn Jahren bei Schweizer Großbanken die Einführung von SOA maßgeblich mit gestaltet. Hermann ist regelmäßiger Referent auf nationalen und internationalen Fachtagungen. Er ist Koautor eines Buches über „Serviceorientierung“.
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