Wie ein Elefant im Porzellanladen? So verhält man sich als Open-Source-Contributor richtig
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Open-Source-Projekte sind auf die Mitarbeit der Community angewiesen, um weiterentwickelt zu werden. Doch die Zusammenarbeit zwischen Projekt-Maintainer und -Mitwirkenden ist oft nicht einfach, gerade, wenn die Kommunikation zwischen beiden Parteien nicht funktioniert. Verärgerung und harsche Worte sind oft die Folge.

Doch wie verhält man sich als Mitwirkender bei einem Open-Source-Projekt eigentlich richtig, um dem Maintainer nicht noch zusätzliche Arbeit aufzuhalsen und nicht selbst als „Idiot“ wahrgenommen zu werden?

Wie man sich als Contributor richtig verhält

Die Mitarbeit an einem Open-Source-Projekt erscheint oft ein wenig undankbar, immerhin wird man als Contributor nur selten reich und berühmt. Dazu kommt, dass die Arbeit nicht mit jedem Maintainer angenehm ist, etwa, weil sie die aufgewandte Zeit für die Mitarbeit nicht zu schätzen wissen – oder das zumindest nicht zeigen.

Das ist allerdings für Contributor kein Freifahrtschein, sich wie der Elefant im Porzellanladen zu verhalten. Stattdessen sollten sie einige Tipps, die im Artikel How to Contribute to Open Source without Being a Dick zusammengestellt wurden, beherzigen, mit denen sie sich selbst und dem Maintainer das Leben einfacher machen können. Dazu gehört vor allem, sich an die Contributor-Richtlinien zu halten – und aktiv nach diesen zu suchen, wenn man sie nicht kennt.

Genauso sollte man herausfinden, in welcher Form der Maintainer die Commits bevorzugt und zunächst die Änderungen vornehmen, sie lokal testen, committen und erst dann den Pull-Request einreichen.

Zudem sollten, soweit nicht anders in den Beitrags-Richtlinien verlangt, immer Feature-Branches erstellt werden und keine zusätzlichen Änderungen in diesen vorgenommen werden. Dabei gilt: wenn eine Änderung nicht getestet werden kann oder Probleme verursacht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Pull-Request akzeptiert wird, gering.

Ebenso ist es ratsam, mit kleinen Änderungen anzufangen, damit der Maintainer den eigenen Coding-Stil kennenlernen kann und man selbst ein Gefühl dafür bekommt, wie der Maintainer arbeitet. Dazu gehört auch, nachzufragen, wobei der Maintainer besonders dringend Hilfe benötigt und ihn wissen zu lassen, woran man arbeitet, damit er einen Überblick darüber hat, welchen Problemen sich bereits angenommen wurde.

Verbesserungsvorschläge machen

Als Contributor hat man zudem die Aufgabe, die eigenen Methoden zur Nutzung der Software zu erklären und Anregungen zu liefern, was implementiert werden könnte – nicht aber, dem Maintainer zu sagen, wie seine eigene Software zu arbeiten hat. In dem Fall darf man sich nämlich nicht wundern, dass die Pull-Requests nicht akzeptiert werden.

Man kann als Contributor eines Open-Source-Projekts also einiges falsch machen. Damit man sich also nicht wie der Elefant im Prozellanladen (oder gemäß der englischen Entsprechung wie „a bull in a china shop“) verhält, sollte man im Hinterkopf behalten, dass Maintainer auch nur Menschen sind. Hält man sich dann noch an einige simple Regeln, dürfte zukünftigen erfolgreichen Beiträgen zu Open-Source-Projekten nichts mehr im Wege stehen.

Aufmacherbild: A china shop has a warning sign. von Shutterstock / Urheberrecht: Cartoonresource

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