Kolumne: Karrieretipps

Wie Karriereplanung für IT-Experten heute aussieht
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Höchstleistungen im Sport werden, wie wir immer wieder bei den Olympischen Spielen beobachten können, nur durch ein kontinuierliches Training erreicht. Dazu werden immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Trainingslehre und -methodik herangezogen, um aus Sportlern Profis zu machen. Gilt Ähnliches auch für eine Karriere in der IT? Sind eine kontinuierliche Weiterbildung und gegebenenfalls auch zusätzliche Qualifikationen und Zertifikate die Voraussetzung, um in der Oberliga mitzuspielen? Was erwarten Unternehmen von ITlern heute und wie stellen sich ITler umgekehrt ihre Karriereplanung vor?

Den Anspruch an ein lebenslanges Lernen haben heute viele und die meisten IT-Experten sind ohnehin neugierig genug, um technisch immer informiert zu sein. Freiwillig werden da im Urlaub E-Books zu neuen Programmiersprachen oder Tricks bei der App-Entwicklung studiert. Nebenbei entwickelt zudem jeder IT-Geek am heimischen Computer immer mehrere Programme gleichzeitig. Ob Smarthome- oder Smartphone-Apps, ob Serverfarmen oder Multimediaoptimierung –für einen Entwickler gibt es immer was zu tun. Die Tools dazu kauft er jedoch nicht im Baumarkt, sondern meist per Download. Somit sei behauptet, dass sich IT-Experten häufig mehr um ihre private Karriereplanung kümmern als um ihre berufliche. Da IT-Spezialisten rar sind, der Bedarf nicht abreißt und ausreichend bekannte Unternehmen immer noch um die Gunst der Informatiker buhlen, könnte man ja auch davon ausgehen, dass sich eher die Unternehmen um die Karriereplanung der IT-Experten kümmern, als dass diese das selbst in der Hand nehmen müssen. Aber sollte man sein Karriereschicksal wirklich anderen überlassen? Die Frage, die sich jeder zunächst stellen muss, ist: Was bedeutet für mich überhaupt Karriere?

Natürlich haben vor allem große Unternehmen den Anspruch, ihre Mitarbeiter weiterzuentwickeln und auf neue Anforderungen und Technologien ausreichend vorzubereiten. Meist haben sie dabei aber sicher nur die eigenen Anforderungen im Blick und nicht unbedingt die Interessen und Anforderungen der Mitarbeiter. Ein effektiver Weiterbildungs- und Entwicklungsplan berücksichtigt jedoch idealerweise immer beide Seiten: den Bedarf des Unternehmens sowie die Bedürfnisse und bisherigen Qualifikationen des Mitarbeiters. Er ist zudem langfristig angelegt und fokussiert jedes Jahr auf neue Themen, die so justiert werden, um langfristige Ziele zu erreichen. Und genau diese Ziele können sich durchaus sehr unterscheiden. Während es für ein Unternehmen z. B. von Interesse sein kann, einen IT-Experten zusätzlich in Vertrieb und Marketing oder Controlling zu schulen, damit er/sie in der Lage ist, mit seinem technischen Fachwissen und angelernten Verhandlungsgeschick neue Projekte zu akquirieren, ist dieses Ziel so gar nicht auf dem Radar des Entwicklers. Er möchte viel lieber coole, intuitive Apps entwickeln oder von erfahrenen Kollegen lernen, welche Tools wie installiert werden müssen, um die Performance eines Programms zu erhöhen. Rein technische Trainings, möglichst als Webinar oder persönlich abgehalten von einem anerkannten Guru der Branche, lassen das Entwicklerherz da höher schlagen.

Überhaupt ist der ständige Austausch mit anderen IT-Koryphäen eine wichtige Voraussetzung für IT-Experten, um über eigene Entwicklungen nachzudenken oder neue auszuprobieren. Learning by Doing sowie endlose Chats in IT-Foren und Blogs gelten dabei als bevorzugte Lernmethode. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern also eine geeignete Plattform zur Verfügung stellen. Eine Plattform, die nicht nur technische und fachliche Onlinetrainings auf höchstem Niveau bietet, sondern auch internes und externes Social Networking integriert.

Und wie sieht es in der Realität aus? Wenn gespart wird, dann zuerst am Trainingsbudget. Somit kann man als ITler froh sein, alle paar Jahre an einer überzeugenden Weiterbildungsmaßnahme oder einer IT-Konferenz teilnehmen zu dürfen. Aber reicht das wirklich, um auf dem Markt mitzuhalten? Auf welche Qualifikationen achten Personalentscheider im Lebenslauf? Und welchen Anspruch hat man selbst an das eigene Qualifikationsprofil?

Auch hier gilt wieder: Nehmen Sie Ihr Schicksal selbst in die Hand, wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber zu wenig Unterstützung bei Weiterbildungen erhalten. Definieren Sie selbst Ihr eigenes Trainingsbudget und besuchen Sie qualitativ hochwertige Trainingsmaßnahmen, die Ihr Profil bereichern und Ihr Wissen erweitern. Idealerweise sollten Sie das Gelernte dann auch in der alltäglichen Praxis umsetzen können. Bereiten Sie sich auf Prüfungen vor und stellen Sie ein sinnvolles Portfolio an Zertifizierungen zusammen, das Ihr Know-how ergänzt und unterstreicht. Fokussieren Sie nicht nur auf rein technische Trainings, sondern auch auf Weiterbildungen, die Ihre Soft Skills weiterentwickeln (z. B. Zeitmanagement, Kommunikation, Management) oder Ihren fachlichen Horizont erweitern (z. B. branchenspezifische Anforderungen, Projektmanagement, Vertrieb, Controlling). Wer eine technische Ausbildung oder ein Bachelorstudium absolviert hat, könnte berufsbegleitend ein Aufbaustudium bis zum Masterabschluss in Betracht ziehen.

Allgemein lässt sich sagen, dass alle Maßnahmen, die das eigene Profil in sinnvoller Weise ergänzen und auch mit einem Abschluss/Zertifikat belegt werden, im Lebenslauf überzeugen und die Karriere vorantreiben können. Nicht nur, weil man durch die Trainings und Qualifikationen seine Expertise erweitert hat, sondern vor allem auch, wenn man aus eigenem Antrieb heraus parallel zum Job bewiesen hat, dass man interessiert und neugierig sowie engagiert und belastbar ist.

Ebenso ist auch die Teilnahme an technischen Konferenzen nicht nur eine Bereicherung, um sein Wissen wieder auf den neuesten Stand zu bringen, sondern vor allem auch, um sein Netzwerk zu pflegen und zu erweitern. So können Sie vor allem auf solchen Veranstaltungen mit Personen und Unternehmen in Kontakt kommen und sich über offene Stellen und neue berufliche Perspektiven informieren.

Ergreifen Sie also die Initiative und erstellen Sie für jedes Jahr Ihren persönlichen Weiterbildungs- und Karrierefahrplan mit einer klaren Zielvorstellung (was will ich erreichen?) und passenden Maßnahmen (wie will ich das erreichen?). Ein Plan hilft Ihnen dabei, den Überblick und die Disziplin zu behalten und somit in Ihre berufliche Weiterentwicklung zu investieren.

Bleiben Sie in Bewegung!

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