Kolumne: Karrieretipps

Wie man einen technischen Lebenslauf übersichtlich gestaltet
Kommentare

Techies und Personaler sprechen oft eine unterschiedliche Sprache. Während der IT-Experte gerne Abkürzungen, Versionsnummern und Code-Language verwendet, möchte der Personaler verstehen, was ein technischer Bewerber eigentlich wirklich so macht, wenn er von „Programmierung von Interrupts, Jobflags und zeitkritischen Funktionen in der Main“ spricht. Worauf kommt es also wirklich an, um einen Personaler mit seinem aussagekräftigen Lebenslauf zu überzeugen?

Ein Personaler liest Tag für Tag Dutzende von Bewerbungen. Viele davon landen direkt auf dem Absage-Stapel, andere erhalten den Vermerk „Mehr Infos anfordern“ oder „TI“ für Telefoninterview bzw. „Einladen“. Wie schafft man es, auf den richtigen Stapel zu kommen? Ganz einfach mit der Grundregel: Versetzen Sie sich in den Personaler! Dieser ist in den seltensten Fällen selbst ein Techie, sondern eher ein Psychologe, Betriebswirt oder auch Geisteswissenschaftler. Der Leser oder die Leserin Ihres Lebenslaufs kann sich demnach für Technologie wahrscheinlich nicht so sehr begeistern wie Sie und benötigt daher einen klar strukturierten Lebenslauf mit konkreten Angaben zu Ihren bisherigen Erfahrungen in einer allgemein verständlichen Sprache. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihre geliebten Versionsnummern und Programmiersprachen gar nicht erwähnen dürfen. Oftmals sucht der Recruiter auch gerade konkret nach solchen „Buzzwords“, wenn er nach einem Experten sucht. Es muss aus Ihrer Darstellung aber klar hervorgehen, wie gut Sie sich in Ihrem Metier auskennen, wie tief Sie in die aufgezählten Technologien eingestiegen sind und inwieweit Sie die Technologien auch mit Praxiserfahrungen belegen können. Und genau dabei müssen Sie so konkret und aussagekräftig Ihre Aufgaben auf den Punkt bringen, dass der Personaler nachvollziehen kann, was Sie genau gemacht haben.

Personaler hassen zudem nichts mehr als eine unpersönliche „Massenbewerbung“. Eine generisch erstellte Tabelle, in der einfach mal alles, was dem Bewerber irgendwann in seinem (Berufs-)Leben begegnet ist, aufgezählt wird. Achten Sie also darauf, dass Ihr Lebenslauf genau wie Ihr Anschreiben einen direkten Bezug auf die Stellenausschreibung und das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, nimmt. Listen Sie nur solche Aufgaben auf, die für das Gesamtverständnis Ihrer Rolle wichtig sind und für Ihren neuen Job auch von Relevanz sind. Stellen Sie die Erfahrungen und Kenntnisse heraus, die den Anforderungen und Erwartungen in der Jobausschreibung entsprechen. Dabei dürfen Sie durchaus auch die erforderlichen Schlagwörter wie C# oder Java, Windows 7 oder SharePoint 2010 im Zusammenhang mit Ihren praktischen Aufgaben darstellen. Vor allem, wenn danach in der Stellenausschreibung gefragt wird.

Zu viel des Guten wäre es aber, alle Programmiersprachen, die Sie jemals ausprobiert haben, aufzulisten. Beschränken Sie sich hier auf das Wesentliche! Fokussieren Sie sich in Ihrem IT-Profil, das Sie als zusätzliches Dokument beifügen können, auf folgende Aspekte:

  1. Schwerpunkt Ihres technischen Studiums bzw. Ihrer technischen Ausbildung
  2. Auflistung der IT-Kenntnisse gegliedert in:
      • Servertechnologien und Betriebssysteme
      • Programmiersprachen
      • Test- und Dokumentationstools
      • Sonstige Spezialkenntnisse, z. B. Migrationserfahrungen etc.
      1. Darstellung Ihrer Methodikkenntnisse und Konzepterfahrungen (z. B. SOA, agile Programming etc.)
      Unsere Redaktion empfiehlt:

      Relevante Beiträge

      Meinungen zu diesem Beitrag

      X
      - Gib Deinen Standort ein -
      - or -