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Willkommen im Browser-Krieg! [Update US-Senat prüft Anklagen Mozillas]

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Microsoft will Nutzer von Windows RT, der Variante des Betriebssystems für ARM-Chips, in der Wahl ihres bevorzugten Browsers einschränken. Windows RT besteht grundsätzlich aus zwei Teilen: dem Metro

Microsoft will Nutzer von Windows RT, der Variante des Betriebssystems für ARM-Chips, in der Wahl ihres bevorzugten Browsers einschränken. Windows RT besteht grundsätzlich aus zwei Teilen: dem Metro UI und dem traditionellen Windows Classic. Während Browser von Drittanbietern unter Metro laufen und sowohl Mozilla Firefox als auch Chrome schon in den Startlöchern stehen, wird man im Classic Mode ausschließlich den Internet Explorer benutzen können.

Technische Gründe können demnach nicht der Grund sein für diese Beschränkung – in diesem Falle würden Firefox, Opera und Co. ja unter Metro genausowenig funktionieren. Stattdessen liegt der wahre Grund in den veränderten Anforderungen für Sicherheit und Energiemanagement, die ARM-Prozessoren im Gegensatz zu x86-Chips aufweisen. Diesen Anforderungen könne nur der eigene Internet Explorer gerecht werden, so Microsofts Rechtsberater David Heiner.

Scheint so, als ob Microsoft die Browser-Kriege aus den Neunzigern wieder aufleben lassen möchte. Immerhin erinnert das Ganze doch stark an die Zeit, als der Browser-Pionier Netscape durch die Integration des Internet Explorers in die Windows-Betriebssysteme praktisch zerstört wurde. Ähnlich wie seinerzeit Netscape, erwägt nun auch Mozilla als letzte Möglichkeit, vor Gericht zu gehen. Das Unternehmen wirft Microsoft vor, seine dominante Macht auf dem OS-Markt zu missbrauchen. Die neuste Entscheidung aus Redmond sei:

an unwelcome return to the digital dark ages where users and developers didn’t have browser choices

Außerdem erinnert das Open-Source-Unternehmen Microsoft an seine eigenen 12 Principles for Promoting Choice and Competition on Windows. Hier hatte sich Microsoft dazu verpflichtet, sowohl Entwicklern als auch Nutzern die Verwendung von Nicht-Microsoft-Produkten zu erleichtern. Daran hatte man sich in den vergangenen Jahren auch gehalten, beispielsweise wurde iTunes, der direkte Konkurrent des Windows Media Player, oder eben auch andere Browser wie Firefox, Chrome oder Safari unter Windows akzeptiert. Mit der neusten Entscheidung verstoße Microsoft gegen seine eigenen Prinzipien und beginne den längst schon beendet geglaubten Browser-Krieg wieder von Neuem.

[Update 1:] Jetzt hat sich auch Google zu Wort gemeldet und sein Missfallen über die neue Browser-Politik Microsofts geäußert.

We share the concerns Mozilla has raised regarding the Windows 8 environment restricting user choice and innovation. We’ve always welcomed innovation in the browser space across all platforms and strongly believe that having great competitors makes us all work harder. In the end, consumers and developers benefit the most from robust competition.

[Update 2:] Nach den jüngsten Entwicklungen ist nun auch der US-Senat auf den vermeintlichen Monopol-Missbrauch Microsofts aufmerksam geworden. Das Judiciary Committee hat angekündigt, die Anschuldigungen seitens Mozilla demnächst zu überprüfen. Das Zurückhalten von APIs, die andere Browser unter WindowsRT zum Laufen bringen würde, verstoße möglicherweise gegen die Richtlinien, die Microsoft im Zuge der Antitrust-Klage von 1998 auferlegt worden waren. Hier wurde das Unternehmen dazu verpflichtet, Drittanbietern seine Schnittstellen zugänglich zu machen.

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