Windows 10 bekommt nicht Kernel-Version 6.4
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Alteingesessene Windows-Kenner sind mit einer Besonderheit des Betriebssystems bestens vertraut: Die Kernel-Version des OS stimmt im Allgemeinen nicht mit der tatsächlich vermarkteten Versionsnummer überein. So hatte Windows 7 die Versionsnummer 6.1, Windows 8 die Nummer 6.2 und Windows 8.1 wurde die Nummer 6.3 verpasst.

Dieses zugegebenermaßen etwas verwirrende Schema soll mit Windows 10 nun endlich durchbrochen werden. Obwohl sich aktuelle Windows-10-Builds noch wie zu erwarten auf die Versionsnummer 6.4 beziehen, soll diese in der endgültigen Version sinnvollerweise auf die Nummer 10.0 angehoben werden. Die chinesische Website ITHome hat einen Screenshot veröffentlicht, der dies belegt. Namentlich nicht genannte Quellen von ArsTechnica konnten die Echtheit dieses Screenshots bestätigen.

Windows 10 bekommt die Kernel-Nummer 10.0 / Screenshot: http://www.ithome.com/html/win10/113790.htm

Windows 10 bekommt die Kernel-Nummer 10.0 / Screenshot: http://www.ithome.com/html/win10/113790.htm

 

Wer nun seinen auf einem Testsystem installierten Windows-10-Build auf seine Versionsnummer hin überprüfen möchte, bekommt die Version 10.0 allerdings noch nicht bestätigt. Aktuelle Builds weisen nämlich noch die Kernel-Version 6.4 auf; die Nummer 10.0 soll erst in zukünftige Builds aufgenommen werden. Bevor sich Microsoft endgültig für das Windows-10-Branding entschieden habe, sollen übrigens auch interne Builds mit der Kernel-Nummer 9.0 existiert haben. Die Absicht ist also klar: Das offizielle Branding und die Kernel-Nummer sollen endlich wieder übereinstimmen.

Führt Windows 10 zu Kompatibilitätsproblemen?

Der Grund, warum Microsoft so lange an der Versionsnummer 6 festgehalten hat, liegt in Kompatibilitätsaspekten begründet. Viele Anwendungen fragen die Kernel-Version des Betriebssystems ab. So kann es vorkommen, dass Anwendungen auf einzelnen Systemen nicht laufen, nur weil die abgerufene Zahl nicht mit der erwarteten übereinstimmt und obwohl eine Kompatibilität aus rein technischer Sicht eigentlich gegeben wäre.

Denken Sie nur einmal zurück an die großen Kompatibilitätsprobleme von Windows Vista. Abseits der strengeren Sicherheitsrichtlinien des damals neuen Betriebssystems und einigen weiteren Aspekten war auch die neu vergebene Versionsnummer 6 für diese Probleme verantwortlich.

Wird Windows 10 also aufgrund seiner neuen Kernel-Nummer zum nächsten Vista? ArsTechnica ist in dieser Hinsicht nur wenig besorgt, denn eine neue Kernel-Nummer sei heute bei Weitem nicht mehr solch ein großes Problem wie noch vor acht Jahren. Aufgrund des Manifest-abhängigen Windows APIs, das seit Windows 8.1 zum Einsatz kommt, würden nämlich überhaupt nur die Anwendungen die Versionsnummer 10 zu Gesicht bekommen, die sie auch tatsächlich explizit unterstützen. Für alle anderen Anwendungen soll es prinzipiell keine Rolle spielen, ob Microsoft sich denn nun für die Versionsnummer 6.4 oder 10.0 entscheidet.

Aufmacherbild: House number 10 von Shutterstock / Urheberrecht: Sean Pavone

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