Die persönliche Assistentin von Windows 10

Windows 10: Hey, Cortana!
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Cortana ist keine Unbekannte: Windows Phone-Benutzer kennen die persönliche Assistentin schon länger, anfangs nur englischsprachig, seit einiger Zeit auch der deutschen Sprache mächtig. Zuvor waren schon Apple mit Siri und Google mit Google Now in aller Munde – alle mit dem Ziel, dem Benutzer Rede und Antwort zu stehen und möglichst intelligente Unterstützung im Alltag zu bieten. Mit Windows 10 hat Cortana zukünftig auch einen Nebenwohnsitz am Desktop und in der Xbox angemeldet. Im Folgenden stelle ich Ihnen die neue Mitbewohnerin kurz vor.

Cortana ist höflich und nett, auch ein bisschen neugierig: sie fragt gleich zu Beginn, wie Sie mich ansprechen soll – und interessiert sich für meine Gewohnheiten: welche Nachrichten mich interessieren, ob ich gerne gut Essen gehe, wie ich mich üblicherweise fortbewege und wo ich arbeite. Der Vorteil: sie ist ein offenes Buch, über die Cortana-Einstellungen kann man in das gesamte Wissen einsehen und ggf. Korrekturen vornehmen. Wenn’s mit den echten Nachbarn auch so einfach wäre…

Wir verstehen uns jedenfalls vom ersten Satz an ziemlich gut, sind auch gleich per Du. Manchmal tut sie sich mit meiner Aussprache schwer, das kann aber natürlich auch an meinem österreichischen Dialekt liegen. Für mein Gefühl sollte sie aber lieber öfter nachfragen, als meine falsch verstandene Frage gleich an Bing zu senden. So ein Suchverlauf kann am Ende einer langen Konversation durchaus verhängnisvoll sein (wenn Cortana statt „Wo ist meine Powerpoint-Datei“ nach „Wo ist meine Frau“ sucht).

Nachbarschaftshilfe

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Screenshot Hey Cortana, © Roman Schacherl

Cortana ist hilfsbereit: auf die forsche Frage „Wie kannst du mir helfen?“ bietet sie eine Reihe von Dingen an: Termine in meinem Kalender anzeigen oder hinzufügen, Erinnerungen eintragen, mathematische Berechnungen durchführen, im Wörterbuch nachschlagen, das Wetter der kommenden Tage abrufen oder Routen planen.

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Screenshot Hey Cortana, © Roman Schacherl

Gerade die Erinnerungen sind hilfreich: je nach Bedarf können sie an eine Zeit („Erinnere mich in 20 Minuten“), an einen Ort („Erinnere mich, wenn ich zuhause bin“) oder an eine Person („Erinnere mich, wenn Lisa anruft“) geknüpft werden. Außerdem ist es möglich, eine Erinnerung nicht nur per Spracheingabe, sondern auch über Texteingabe hinzuzufügen. Damit die anderen Nachbarn rundherum nicht jedes Gespräch mithören (müssen).

Cortana versucht auch, von sich aus aktiv zu werden: sie klopft an, wenn man die Reise zum nächsten Termin antreten sollte (und bezieht aktuelle Stau-Informationen mit ein) – auf Wunsch erinnert sie sogar ans Heimfahren von der Arbeit. Ich habe sie gebeten, das zukünftig zu unterlassen.

Lernwillig

Cortana ist bereit zu lernen. Die eigene App kann Informationen an Cortana bereitstellen – und sie kontaktiert die App (genauer: ein „App Service“ unserer App) um Resultate oder neue Fragen zu erhalten. Die Kommunikation erfolgt ausschließlich mit Cortana, die App muss dafür nicht gestartet oder angezeigt werden. Entwickler finden unter dem folgenden Link eine gute Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ich habe meine Kochbuch-App in weniger als einer Stunde angebunden, seither sucht Cortana auch Rezepte mit bestimmten Zutaten für mich.

Humor

Cortana ist ein geselliges Wesen: sie singt gerne und erzählt Witze. Ersteres besser als Zweiteres: „Was hast du zum Geburtstag bekommen? Einen Deoroller. Echt? Hast du überhaupt schon einen Führerschein?“. Naja.

Integration

Cortana hat keine Berührungsängste: sie wird bald auch als App mit unseren Android- und iOS-Nachbarn sprechen, mal sehen, was Siri und Google Now dazu sagen. Auch der neue Browser, Microsoft Edge, arbeitet eng mit unserer Mitbewohnerin zusammen: jedes selektierte Wort kann mittels Kontextmenü an Cortana gesendet werden – als Antwort erhält man Wikipedia-Ausschnitte, Bilder und ähnliche Suchbegriffe.

Wie ist die Neue?

Fassen wir zusammen: Cortana ist eine nette Mitbewohnerin, die durchaus Vorteile im Alltag mit sich bringt. Auch wenn ich während der Arbeitszeit nicht ständig mit ihr plaudern werde, so versorgt sie mich dennoch mit Informationen oder erinnert mich an Termine. Was mich als Entwickler besonders freut, ist ihre Bereitschaft dazu zu lernen – das klappt echt gut und macht Spaß. Nur bitte keine Witze mehr, dann bleiben wir sicher Freunde.
 
Mehr zum Thema finden Interessierte außerdem auf unserer Windows-10-Themenseite.

Aufmacherbild: Teamwork couple hiking help each other trust assistance von Shutterstock/Urheberrecht: Yuriy Seleznev

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