Windows 8.1 Apps im Business-Einsatz – geht das?
Kommentare

Windows 8.1 ist eine bunte Spielwiese, die im echten Business-Alltag nichts zu suchen hat. Dieses Vorurteil tragen immer noch viele Unternehmen mit sich herum. Doch gerade mit dem jüngsten Update hat

Windows 8.1 ist eine bunte Spielwiese, die im echten Business-Alltag nichts zu suchen hat. Dieses Vorurteil tragen immer noch viele Unternehmen mit sich herum. Doch gerade mit dem jüngsten Update hat Microsoft einiges dafür getan, sein aktuelles Betriebssystem und sogar die bunt gekachelte App-Welt  für den Business-Einsatz zu optimieren. Welche Vorzeichen hier gelten und was man tun muss, um Windows Store Apps professionell einzusetzen, haben Jörg Neumann (Acando GmbH/thinktecture) und Dominick Baier (thinktecture) in ihrer Session zu Windows 8.1 Business Apps auf der BASTA! Spring 2014 gezeigt.

Ein großes Anliegen von Unternehmen ist natürlich das Themenfeld der Authentifizierung und Integration. Immerhin sollen Mitarbeiter auch von unterwegs die Unternehmensressourcen nutzen können, Außenstehenden wiederum soll der Zugriff auf diese verwehrt bleiben.

Zum Fernzugriff auf Unternehmensressourcen ist heute immer noch die Einwahl in das Firmennetzwerk per VPN weit verbreitet. Und das möchte Microsoft mit Windows 8.1 möglichst einfach gestalten. Basierend auf der Zusammenarbeit mit verschiedenen Herstellern von VPN-Clients wurde der VPN-Support direkt ins System eingebaut. Die Funktion namens „Triggered VPN“ gibt einer App die Rechte, einen VPN-Tunnel zu errichten. Dieser besteht nur innerhalb dieser einen App und nur solange, wie auf die betroffene Ressource zugegriffen wird.

Zur Anbindung mobiler Clients ans Backend einer Unternehmensanwendung gibt es wiederum die Active Directory Federation Services. Dabei handelt es sich um eine separate Rolle, die man beim Installieren des Windows Servers anhaken kann. Im Falle von Windows 8.1 Apps übernehmen Protokolle wie WS-Federation und OAuth2 diese Aufgabe. Doch nicht jedes Unternehmen möchte seine eigene Infrastruktur betreiben und so gewinnen inzwischen auch Cloud-Optionen zur Authentifizierung und Integration an Bedeutung. Windows Azure Active Directory etwa vereint alle Cloud-Versionen der bekannten Produkte unter einem Dach. Diese Option lässt sich entweder als Standalone-Lösung nutzen oder mit der lokalen IT synchronisieren. Dadurch werden alle im AD registrierten Nutzer in die Cloud gespiegelt und können sich über diese unterwegs mit denselben Credentials wie in ihrem Firmensitz anmelden. Da VPNs lediglich bestehende Strukturen statisch nach außen hin projizieren, gelten die Vorgehensweisen über die Cloud und mobile Backends übrigens als die deutlich zukunftsträchtigeren Optionen.

Aber es sollen nicht nur Unternehmensressourcen aus der Ferne verwendet werden, sondern auch interne Daten aufrufbar sein. Hierzu kommen klassische Lösungen wie ActiveSync oder der Outlook Web Access zum Einsatz. SharePoint lässt sich sowohl im Intranet als auch über Office 365 nutzen. Windows 8.1 überzeugt in diesem Bereich durch die neuen Work Folders. Sie bezeichnen einen Bereich im Dateisystem, der nur für bestimmte Nutzer freigegeben ist. Dabei müssen diese nicht einmal Teil der Domäne sein und ihr Zugriff kann zeitlich beschränkt werden. Dieses Feature eignet sich also besonders gut für die Zusammenarbeit mit externen Partnern.

Doch kommen wir zu den Windows Store Apps – den bunten Anwendungen, die die Computernutzer der Welt in zwei Lager spalten. Nicht jedes Unternehmen möchte die Apps, die unter ihrem Dach zum Einsatz kommen sollen, aus dem öffentlichen Windows Store beziehen. Schließlich sind die dort verfügbaren Apps nicht unbedingt auf die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens ausgerichtet. Stattdessen können Unternehmen den Weg des Sideloadings wählen, der mit Windows 8.1 erheblich vereinfacht wurde. Zur Lizenzierung muss in diesem Fall ein Sideloading Product Key aktiviert werden. Um die Verteilung von Sideloading-Apps zu erlauben, ist schließlich noch eine Group Policy zu aktivieren. Alternativ könnte man Apps aber auch mit Hilfe des DISM-Tools in Windows Images brennen und so auf die Unternehmensgeräte bringen. Oder man könnte die Apps manuell auf den Geräten installieren. In dem Fall muss die App zuerst wie immer mit einem Code-Signing-Zertifikat signiert und daraufhin die Group Policy angepasst werden.

Wie Sie sehen, bietet Windows 8.1 mittlerweile so einige Features, die Windows Store Apps auch zum Einsatz in Businessszenarien aufrüsten. Vielleicht wird es also langsam Zeit, die alten Vorurteile beiseite zu legen und sich die hier lediglich angerissenen Business Features genauer anzuschauen. Denn wenn wir uns recht erinnern, war der Enterprise-Sektor schon immer Microsofts Königsdisziplin.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -