Im Westen nichts Neues

Windows 8 Keynote auf der TechEd 2012
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„Es ist nicht komplizierter als das, was Sie heute schon machen“ – Keynote #2 auf der TechEd Europe

Die zweite Keynote auf der TechEd Europe am Mittwochmorgen in Amsterdam versprach zumindest dem Titel nach die vermeintlich spannendste der gesamten TechEd zu werden: Windows 8 – das zur Zeit wohl am heißesten diskutierte Thema, was das Microsoft-Umfeld betrifft. So fanden sich auch rund 5000 Konferenzteilnehmer im Keynote-Saal ein. Doch wer sich bereits ausführlicher mit der neuen Technologie beschäftigt hat und vor allem diejenigen, die die TechEd North America Anfang Juni per Live-Stream oder Blogs mit verfolgt habt, konnte Antoine Leblonds Präsentation wenig bis gar nichts Neues entnehmen. Vermittelt wurde, wie schon Anfang Juni, der Kontext hinter Windows 8. Besonderer Betonung lag seitens Leblond, Corporate Vice President bei Windows Web Services, immer wieder darauf, dass Windows 8 „enterprise-ready by design“ ist. So war auch der Fokus der Demos immer stark auf Business-Anwendungen gerichtet.

Antoine Leblond demonstriert Windows 8 auf der TechEd in Amsterdam
Antoine Leblond demonstriert Windows 8 auf der TechEd in Amsterdam

Während in der Entstehungszeit und zur Veröffentlichung von Windows 7 die genutzten Geräte sich im Wesentlichen auf Desktop-PCs beschränkten, stehe man heute vor neuen Herausforderungen: Über 60 Prozent der heute verkauften Geräte seien Laptops, so Leblond, was für ein Betriebssystem andere Voraussetzungen gerade in puncto Batterie. mit sich bringe. Touch auf PC zu überführen sei eine logische Konsequenz: „Touch ist bereits überall: Beim Check-in am Flughafen, am Geldautomaten, nur eben bisher nicht auf dem PC.“ Dies nun entsprechend anzupassen, bringe automatisch Veränderungen am User Interface mit sich. Auch begegne man mit Windows 8 gesellschaftlichen Veränderungen: „Dieser harte Schnitt zwischen Zuhause und Arbeit verschwimmt heute immer mehr.“ Windows sei auf der Basis all dieser Veränderungen neu erfunden worden, wobei Windows 8 das Beste aus Windows 7 übernehme und kombiniert werde mit neuen Geräten, neuen Apps, neuen Erfahrungen. Der PC, der heute unter Windows 7 läuft, wird aber ebenso unter Windows 8 laufen, genauso wie alles darauf, versicherte Leblond.

Auf diversen Testgeräten demonstrierten Leblond und seine Kollegen das neue UI von Windows 8, seine Apps und Windwos to Go
Auf diversen Testgeräten demonstrierten Leblond und seine Kollegen das neue UI von Windows 8, seine Apps und Windwos to Go

So viel zur Prosa, weiter ging es mit einer Demo auf einem Samsung Series 7 Tablet, auf dem gezeigt wurde, wie man den Startscreen im Metro Style benutzt: Pinchen, zoomen, swipen, Tiles verschieben. „Wir haben uns bei der Entwicklung viele Gedanken über die Geräte gemacht, auf denen Windows 8 laufen wird, zum Beispiel darüber, wie der Benutzer sie hält, daraus ergaben sich die Touch-Funktionen.“ Interessanter wurde dieser Aspekt von Windows 8 erst später, als Joe Stegman, Group Program Manager des Windows XAML Teams, bei seiner Demo mit Maus und Tastatur an einem Ultrabook demonstrierte, dass diese Touch-Funktionen sich auch 1:1 – wenn auch noch etwas stockend- auf einem Trackpad umsetzen lassen. Stegman gab auch gleich eine Faustregel für den Umgang mit Windows 8 und Maus mit auf den Weg: „Wenn ihr eine Maus benutzt, sind die Ecken eure Freunde!“ Denn dort findet man dann alle Funktionen, wie etwa den „Zugang“ zu den Charms.

Auch die Einblicke in den Windows Store verrieten nicht viel Neues: Die Apps sind unter Kategorien, wie „Games“ und „Entertainment“ zu finden, die darin enthaltenen Apps sind „echt“ und können bereits benutzt werden. Der Download und die Installationen laufen quasi automatisch und die App ist danach als Tile auf dem Metro UI abgelegt. Demonstriert wurde ebenfalls, wie mit der Hyper-V- Technologie relativ einfach virtuelle Maschinen unter Windows 8 erstellt werden können.

Beeindruckend war jedoch die Demonstration von „Window to Go“: Joe Stegman steckte einen USB-Stick in einen Windows 7 PC, bestückt mit seinem Corporate Environment und rebootete den PC. Siehe da: Nach Eingabe seines BitLocker-Passworts bootete der PC vom USB-Stick Windows 8. Netter Zusatz: Wird der Stick unplanmäßig entfernt, hat man 60 Sekunden Zeit, ihn wieder einzustecken, und das Betriebssystem läuft problemlos weiter. Leblond zeigte außerdem mit wenigen Handgriffen, wie eine App in C# in Visual Studio angepasst werden muss, um für Windows 8 kompatibel gemacht zu werden. „Es ist nicht komplizierter als das, was Sie heute schon machen“, kommentierte er im Hinblick etwa auf XAML.

So war die zweite Keynote der TechEd Europe durchaus sehenswert und informativ, dürfte jedoch bei den Wenigsten zu neuen Erkenntnissen geführt haben.

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