Windows 8 – Prognosen für eine ungewisse Zukunft
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Seit geraumer Zeit ist Microsoft mit dem Vorwurf konfrontiert, Technologien anderer Hersteller zu übernehmen und als eigene Erfindungen auszugeben – in jüngster Zeit etwa mit Oberflächenelementen aus

Seit geraumer Zeit ist Microsoft mit dem Vorwurf konfrontiert, Technologien anderer Hersteller zu übernehmen und als eigene Erfindungen auszugeben – in jüngster Zeit etwa mit Oberflächenelementen aus Apple-Betriebssystemen. Einen anderen Standpunkt nimmt nun Udayan Banerjee in seinem Blog ein. Die Beispiele Ribbons und Metro-Style-Apps in Windows 8 bzw. Windows Phone zeigen Microsoft laut Banerjee als großen Vordenker und Innovator.

Microsoft führte bekanntlich in Office 2007 eine revolutionäre Neuerung ein: Anstelle der traditionellen Menüführung wurde ein Ribbon eingebaut – ein intuitives grafisches Element, das eine Brücke baut zwischen Menüführung und Symbolleisten. Trotz mancher Kritiker wertet Banerjee diese UI-Erneuerunug als Erfolg – einen hohen Innovationswert kann man den Ribbons schwerlich abstreiten.

Eine zweite UI-Revolution könnte Microsoft nun mit dem Metro-Design gelingen. Denn das Auftauchen von Smartphones und Tablet-PCs stellt mittlerweile immer größere Anforderungen an Betriebssysteme und Software gleichermaßen. Die klassische WIMP-Technologie (mit Windows, Icons, Menüs und Pointer) ist hier schlicht und einfach nicht mehr tragbar. Aus diesem Grund entwickelte auch Microsoft ein eigenes, den neuen Bedingungen angepasstes UI.

Windows 8, geschrieben in der Designsprache Metro, soll eine Verbindung schaffen zwischen PC, Tablet und Smartphone. Das Startmenü wird ersetzt durch einen innovativen Startbildschirm, der, je nach Anwendungsoption, sowohl per Mausklick als auch per Touchscreen oder Stifteingabe bedient werden kann. Dynamische Kacheln mit typografischen Elementen ersetzen die bekannte Menüführung.

Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Windows 8 stehen außer Frage, dennoch scheiden sich die Geister an der Formulierung von Zukunftsprognosen.

Kritische Stimmen behaupten, Windows habe sein Potential, auf dem mobilen Markt Fuß zu fassen, an Apple und Android verloren. Mittlerweile sei es aufgrund der loyalen Fangemeinden der beiden Marktführer nahezu unmöglich, einen lukrativen Einstieg in dieses Geschäft zu schaffen. Auch auf lokalen Rechnern werde sich Windows 8 nicht durchsetzen. All diejenigen Nutzer, die nicht vorhaben, einen neuen Computer zu erwerben, werden erst langsam auf Windows 7 aufrüsten, während nur einige wenige diese Stufe überspringen und direkt die neuste Version verwenden mögen.

Andere Experten beurteilen Windows 8 als ein potentiell erfolgreiches neues Ökosystem, welches Dienste zusammenfasst und andere Technologien überflüssig machen könnte. Udayan Banerjee führt 5 gute Gründe auf, warum Windows 8 als vielversprechend gilt:

  1. Windows 8 kann, im Gegensatz zu allen Vorgängerversionen, effektiv auf einem Touchscreen bedient werden – sogar auf sehr großen Geräten.
  2. Aktive Schnittstellen eröffnen neue Möglichkeiten.
  3. WIMP- und Touch-Schnittstellen werden in ordentlicher und effektiver Weise miteinander kombiniert.
  4. Das Interface ist geeignet für verschiedene Arten von Prozessoren.
  5. Für App-Entwickler hat Windows 8 den Vorteil, dass dieselbe Anwendung auf dem PC, Tablet und Smartphone funktionieren wird.

Inwieweit Microsoft die selbsterzeugten hohen Erwartungen erfüllen kann, muss erst noch festgestellt werden. Der Meinung sind auch 46% der dotnet.de-Leser, die in einem Quickvote auf die Frage „Was halten Sie von Windows 8?“ antworteten: „Windows 8 ist vielversprechend, es muss sich aber noch zeigen, ob es hält, was es verspricht.“

Mehr zum Thema und den verschiedenen Ansichten dazu erhalten Sie unter: http://www.dzone.com/links/r/ten_it_news_stories_well_read_in_2012.html http://www.itproportal.com/2011/12/23/5-more-mobile-predictions-2012-windows-8-unify-mobile-desktop

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