Windows 8 und die Sicherheit
Kommentare

Windows 8 ist nun schon beinahe zwei Wochen auf dem Markt und so langsam weicht der anfängliche Enthusiasmus tiefgreifenderen Fragestellungen. Wie immer, wenn ein neues Betriebssystem auf den Markt kommt,

Windows 8 ist nun schon beinahe zwei Wochen auf dem Markt und so langsam weicht der anfängliche Enthusiasmus tiefgreifenderen Fragestellungen. Wie immer, wenn ein neues Betriebssystem auf den Markt kommt, fragen sich auch hier Sicherheitsexperten aus aller Welt, wie sicher dieses eigentlich ist.

Einer dieser Experten ist Aryeh Goretsky von Sicherheitsunternehmen ESET. Er hat ein Whitepaper veröffentlicht, welches den Titel Windows 8: FUD for Thought trägt und einen sehr optimistischen Ton anschlägt. Goretsky zeigt sich zuversichtlich über die vorgenommenen Sicherheitsverbesserungen in Windows 8.

Der eingebaute Windows Defender, im Grunde genommen eine erweiterte Version der uns bekannten Microsoft Security Essentials, funktioniert seiner Meinung nach sehr gut und tut, was er soll. Er kümmert sich um alle Arten von Malware und schneidet im Vergleich mit seinen Konkurrenzprodukten durchaus positiv ab. Außerdem hat er diesen gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu den kostenfreien Produkten der Mitbewerber, fordert der Windows Defender seinen Nutzer nicht ständig zu einem Upgrade auf die kostenpflichtige Version auf.

Seit Windows 8 sind PC-Hersteller verpflichtet, anstelle der BIOS Firmware nur noch UEFI Firmware zu verwenden. Diese beinhaltet ein Feature namens Secure Boot, welches sicher stellt, dass nur solche Betriebssysteme, die sich anhand einer digitalen Signatur als authentisch ausweisen können, überhaupt erst gestartet werden. Kompromittierte Systeme haben keine Chance mehr. Der einzige Nachteil an der Sache ist nur, dass es Secure Boot erschwert, Linux und andere Betriebssysteme auf Windows-8-Maschinen laufen zu lassen. Red Hat und Canonical Ubuntu arbeiten allerdings bereits an einer Lösung.

Dann gibt es da noch das Early Launch Anti Malware (ELAM) System. Es liegt in der Schicht direkt über dem Secure-Boot-Prozess und stellt sicher, dass die vom Nutzer installierte Antivirus-Software die erste Software einer Drittpartei ist, die beim Start des Computers ausgeführt wird. So haben Malware und weitere Angreifer keine Chance mehr, das Zeitfenster zwischen dem Start des Systems und dem des Antivirus-Programms auszunutzen.

Mit seiner Meinung zur Sicherheit in Windows 8 steht Goretsky nicht alleine da, denn auch Rik Ferguson vom Sicherheitsanbieter Trend Micro zeigt sich begeistert von den neuen Sicherheitsfunktionen:

Microsoft has taken some important steps forward in providing security for the Windows 8 environment. If we consider the key areas of data security, anti-malware and user authentication there are several very welcome additions to the user experience.

Als besonders bemerkenswert sieht er die Funktion SmartScreen, eine Umsetzung von Web-Filter-Methoden, wie wir sie schon aus dem Browser kennen, im gesamten Betriebssystem. Dank ihr ist man auch dann geschützt, wenn man mit etwas anderem als dem Browser auf das Internet zugreift, beispielsweise mit einer App oder einem Download Manager.

Allgemein kann man wohl sagen, dass sich Microsoft in letzter Zeit stark verbessert hat, was das Thema Sicherheit angeht. So befindet sich im IT Threat Evolution Report der Sicherheitsfirma Kapersky, welche vierteljährlich die am häufigsten angegriffenen Produkte in einer Liste zusammen stellt, nicht ein einziges Produkt von Microsoft unter den Top Ten. War Microsoft früher regelmäßig an vorderer Stelle dabei, finden wir nun Oracles Java auf den ersten beiden Plätzen, der Adobe Flash Player ist sogar ganze drei Mal vertreten.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -