Windows Phone 7 Controls im Überblick (Teil 6)
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An die Shell gebunden: ApplicationBar und SystemTray
Die ApplicationBar und die SystemTray sind zwar keine Controls im eigentlichen Sinn, prägen aber eine Windows Phone App entscheidend. Die ApplicationBar

An die Shell gebunden: ApplicationBar und SystemTray

Die ApplicationBar und die SystemTray sind zwar keine Controls im eigentlichen Sinn, prägen aber eine Windows Phone App entscheidend. Die ApplicationBar (Abb. 4) enthält Icons (Typ ApplicationBarIconButton) zum Aufruf der seitenspezifischen Kommandos und kann ein optionales Menü für weitere, meist kontextabhängige, Funktionen enthalten. Alle Funktionsaufrufe sollten auch hier platziert werden, nur in Ausnahmefällen ist die Verwendung von zusätzlichen Buttons auf der eigentlichen Seite in Erwägung zu ziehen. Die Anzahl der Icons in der ApplicationBar ist auf maximal vier Stück beschränkt und bei der Wahl der Beschriftungen muss man sich sehr kurz fassen, damit diese nicht unschön umgebrochen werden.

Abb. 4: Beispiel einer ApplicationBar mit aufgeklapptem Menü
Abb. 4: Beispiel einer ApplicationBar mit aufgeklapptem Menü

Die SystemTray ist ein eigener Layer, der durch Tap auf den oberen Rand einer Seite eingeblendet wird. Dort sind Informationen über das verfügbare Netz, den Ladezustand der Batterie, die Verfügbarkeit einer WLAN-Verbindung und die Uhrzeit enthalten. Die SytemTray wird standardmäßig in den Seiteneigenschaften über shell:SystemTray.IsVisible=“True“ sichtbar gemacht. Die permanente Verfügbarkeit der SystemTray ist auch eines der Zertifizierungsrichtlinien für den Marketplace, sodass man auch in Popup-Fenstern oder Busy-Indikatoren deren Einblendung berücksichtigen sollte.

ApplicationBar und SystemTray gehören zur Microsoft.Phone.Shell und sind somit globale Objekte. Die ApplicationBar kann daher nicht an eine View gebunden werden, sodass der Aufbau der ApplicationBar und der Aufruf der Kommandos nicht direkt über einen MVVM-Ansatz implementierbar ist. Hier wird aber eine Lösung gezeigt, wie man dennoch eine gekapselte und wiederverwendbare ApplicationBar bereitstellen kann.

Fazit

Microsoft stellt bereits in der ersten Version der Programmierplattform für Windows Phone vielfältige Möglichkeiten zur visuellen Gestaltung von mobilen Anwendungen zur Verfügung. Mittels Panorama und Pivot Control können beeindruckende Einstiegsseiten geschaffen werden. Alle Controls sind für die mobile Nutzung mittels Gestensteuerung optimiert und ermöglichen das Design von intuitiven Benutzeroberflächen.

Mit dem Bing Map und MediaElement Control stehen reichhaltige Controls zur Verfügung, die über eine leicht erlernbare API zu steuern sind. Vermeidet man einige der hier beschriebenen Fallstricke, ist es möglich, schnell reagierende und speichersparende Anwendungen mit einer hohen Usability zu entwickeln.

Der gewohnte Umgang mit den Silverlight Controls auch für Windows Phone 7 ermöglicht vielen .NET-Entwicklern, ohne große Hürden mobile Applikationen zu entwickeln und dabei die Vorteile der bewährten Sprachen und Tools zu genießen. Eine solche Möglichkeit ist bei anderen mobilen Plattformen nicht in diesem Umfang gegeben. Die Entwicklungsplattform unterstützt den Entwickler dabei, durch das integrierte Metrodesign und die vorhandenen Rahmenbedingungen klare, einfache und selbsterklärende Benutzeroberflächen bereitzustellen.

Patric Schouler (Dipl.-Inf. (FH)) ist bei der SDX AG als Chief eXpert (.NET) mit den Schwerpunkten Web- sowie Windows-Phone-7-Entwicklung beschäftigt und bewegt sich seit 1992 im Umfeld der Microsoft-Entwicklungsplattformen. Sie erreichen ihn über seinen Blog dotnet-redzone.blogspot.com oder bei Twitter unter @Patric68.

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