Windows Presentation Foundation
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Windows Presentation Foundation (WPF), das ist Microsofts jüngster Ansatz für grafische Oberflächen. Ganz so jung ist dieses Modell zwar auch nicht mehr, aber es wurde mit der aktuellen Version aufgepeppt

Windows Presentation Foundation (WPF), das ist Microsofts jüngster Ansatz für grafische Oberflächen. Ganz so jung ist dieses Modell zwar auch nicht mehr, aber es wurde mit der aktuellen Version aufgepeppt und erfährt in Visual Studio eine deutlich verbesserte Unterstützung. Für viele Entwickler sinkt somit die recht hohe Einstiegshürde, gibt es doch mit den bewährten Windows Forms eine einfachere und bewährte Alternative. Dennoch kann sich der Umstieg lohnen, da WPF bereits in seiner Struktur eine stärkere Trennung von Code und Oberfläche fördert und somit auch die Trennung zwischen Programmierung und Design vereinfacht. Der Preis hierfür ist die Auseinandersetzung mit XAML (gesprochen etwa „Semmel“), einer XML-basierten Beschreibung des GUI.

Thomas Claudius Huber backt keine kleinen Brötchen, sondern setzt sich auf mehr als 1200 Seiten detailliert mit dem Thema auseinander. Dabei nähert er sich WPF konsequent über XAML. Insofern befinden sich im Buch auch umfangreiche XML-Listings und weniger solche in einer Programmiersprache. Und wenn, dann kommt hier C# zum Einsatz. Nach einer Einführung in die WPF und deren Programmiermodell beschreibt er im ersten Teil die Bausteine wie Logical und Visual Tree, Controls, Layoutkomponenten, Dependency Properties, geroutete Ereignisse, Commands etc., aus denen sich das GUI und sein Verhalten zusammensetzen. Abgerundet werden die Beschreibungen jeweils durch Teilaspekte der Applikation FriendStorage, die das ganze Buch durchzieht. In Teil zwei beschreibt er fortgeschrittene Techniken, zu denen der Autor statische und dynamische Ressourcen, Styles, Trigger und Templates zählt. Das ermöglicht neben Animationen den einfachen Austausch des kompletten Look and Feels einer Anwendung. Aber auch das Thema Daten mit dem unter WPF neuen DataGrid sowie Datenbindung und Validierung gehört in diesen Teil. Der dritte Teil ist mit „Reichhaltige Medien und eigene Controls“ überschrieben. Hierunter fallen 2-D- und 3-D-Grafiken, Animationen, Audio, Video, Texte und Dokumente und natürlich selbst erstellte Steuerelemente. Im vierten Teil schließlich befasst sich mit WPF-Anwendungen und Interoperabilität. Hierzu gehört auch die gemeinsame Verwendung mit Windows Forms sowie ActiveX.

Der Autor kommt in seinem Buch also nicht vom Gesamten zum Detail, sondern setzt recht früh bei den Details an. Das funktioniert gut, weil er beim Leser reichlich Programmiererfahrung und optimal auch Kenntnisse der Window Forms voraussetzt. Andererseits erläutert er umfassend kleine Details, sodass kaum noch Fragen offen bleiben. Hier hätten einige Passagen etwas knapper ausfallen und der Gesamtumfang reduziert werden können. Das soll jedoch nicht den Wert des Buchs schmälern, das den Umstieg auf WPF sehr gut unterstützt, und das neben den neuen Möglichkeiten von Visual Studio ebenfalls dazu beiträgt, die Einstiegshürde herabzusetzen. Aufgrund seines Umfangs wird der (erfahrene) Leser im ersten Durchgang bestimmte Teile des Buchs eher überfliegen. Danach unterstützt es als Nachschlagewerk die Programmierung, bis man mit WPF sicher umgehen kann.

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