Neuigkeiten rund um Agile von der BASTA! Spring 2017

Alles Agile – oder doch nicht?
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Agile Vorgehensweisen versprechen in der Regel einen dynamischen und strukturierten Weg zum Projektziel. Und wer will denn nicht, dass sein Projekt früher abgeschlossen ist, mit besserer Qualität und überdies mit ausschließlich glücklichen Teammitgliedern? Die Realität ist nur allzu oft leider etwas anders. Die Agile-Sessions auf der BASTA! Spring 2017 boten einen Einblick in das spannende Feld der agilen Softwareentwicklung.

Die Einführung von agilen Methoden führt oft zum Gegenteil eines dynamischen Prozesses: zu mehr Chaos, unklaren Abläufen bis hin zur Orientierungslosigkeit.

Die Gründe hierfür liegen meist darin, dass agile Vorgehensweisen auf Sitzungen, Artefakte und Praktiken reduziert werden. Das Wichtigste jedoch geht vergessen: die agile Denkweise. Den Fokus auf das Wesentliche, die Bereitschaft schnell auf Änderungen zu reagieren, stetige Verbesserung, die Sicherung der Qualität von der ersten Zeile Code an und dabei das Ganze immer im Blick. Auf dem Agile Day der BASTA! Spring 2017 boten die Speaker Inspirationen zur Umsetzung von Agilität – auch in Ihrem Unternehmen.

Hurra, wir werden agil!

Den Agile Day eröffnete Frank Düsterbeck (HEC GmbH) mit der Session „Hurra, wir werden agil – aber wie?“. Dort sprach über die Vorteile und die Umsetzung von Agile.

Heute herrscht die Meinung vor: Agil ist klasse. Agile Praktiken, agile Prozesse, agile Organisation, agile Menschen. Aber was bedeutet Agilität wirklich? Grundlage ist das Manifest für agile Softwareentwicklung; der Fokus liegt also auf funktionierender Software. Warum will man also agil sein? Um bessere Software zu entwickeln und die Komplexität der Welt zu verringern. Düsterbeck sprach in diesem Rahmen vom Buzzword VUCA (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiquity).

Aber wie wird man denn jetzt agil? Düsterbeck erklärte, was Agilität auf welcher Ebene bedeutet. Denn jede Riege eines Unternehmens verfolgt eigene Ziele durch den Einsatz von Agilität. Agile kann nicht eigenständig in einer einzelnen Abteilung existieren, sondern muss von einer gesamten agilen Organisation umgeben sein. Im Zentrum steht dabei immer der Mensch – das Individuum und das Team sollten im besten Fall intrinsisch motiviert sein.

Im agilen Zentrum steht immer der Mensch.

Besonders wichtig sind das regelmäßige Liefern von Ergebnissen und die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden. Veränderungen müssen willkommen geheißen und genutzt werden. Jeder sollte sich das Motto „Keep it simple and small“ vor Augen halten und danach handeln. Die Wertschöpfung sollte maximiert und unnötiger Ballast vermieden werden.

Leidenschaft für agiles Arbeiten

Marc Löffler klärte das BASTA!-Spring-Publikum in seiner Session über das Geheimnis passionierter Teams auf. Wer kennt es nicht? Das Team liefert nicht und immer sind die anderen schuld? Auf der Suche nach der Lösung des Problems werden immer neue Tools ausprobiert, um dem Team auf die Beine zu helfen. Leider vergisst man dabei oft, dass Tools oder Prozesse nur marginal zum Teamerfolg beitragen.

Wichtig ist vielmehr ein leidenschaftliches, ein passioniertes Team – das sagt schon das Agile Manifest. Ein solches Team wird immer einen Weg finden, mit Schwierigkeiten und Hindernissen fertig zu werden und sie effektiv zu beseitigen. Aber was ist nötig, um ein passioniertes Team auf die Beine zu stellen?

Hier setzt das PASSION-Modell an. Es definiert sieben Elemente, die die Basis für passionierte Teams bilden. Dazu zählen Passion (Leidenschaft), Adaptable (Anpassungsfähigkeit), Strong Vision (starke Vision), Strength Oriented (Fokus auf Stärken, nicht auf Beseitigung von Schwächen), Independent (Unabhängigkeit von Tools), Oneness (Einheit & Teamzusammenhalt) und Never stop learning (stetig lernen). So erhält man ein Team, das die Konkurrenz das Fürchten lernt.

Was ist eigentlich dieses Agile?

Die Antwort auf die Frage nach „Agil, was war das nochmal?“ beantwortete Urs Enzler, bbv Software Services AG. Denn agil ist mehr als jeden Tag zusammenstehen, ein paar Meetings alle zwei Wochen und ein Backlog in TFS. Agil Software zu bauen bedeutet in erster Linie, sich auf den Menschen zu konzentrieren und die Kollaboration und Teamautonomie zu stärken. Agil zu sein heißt, der Komplexität heutiger Software mit den richtigen Werkzeugen zu begegnen.

Die vier wichtigsten agilen Prinzipien sind für Enzler: 1. Früh und kontinuierlich liefern, 2. kontinuierlich adaptieren, um Feedback zu bekommen, 3. Zusammenarbeit, 4. kontinuierlich verbessern. Hält man diese ein, ist die Implementierung von Agilität nicht schwer.

Ein weiterer Aspekt, der angesprochen wurde, sind die zu großen Teams, die möglicherweise die Produktivität senken. Sarah Paruszewski und Julia Stoff (beide WPS – Workplace Solutions) klärten in ihrer Session „Große agile Teams – Zu viele Entwickler verderben den Brei?“ über die Mythen von (zu) großen agilen Teams auf.

In der Softwareentwicklung haben agile Teams klassischerweise drei bis neun Teammitglieder, so lehrt es der Scrum Guide. In Studien lässt sich Ähnliches finden. Die Produktivität soll sogar mit jeder weiteren Person sinken. Was ist aber, wenn ein Team größer ist? Ist Agil dann gleich tot?

Paruszewski und Stoff arbeiten in einem Team aus 15 Personen. Wie kann man den Arbeitsalltag sinnvoll strukturieren, ohne dass die Kommunikation auf der Strecke bleibt? Dabei ist vor allem die Zusammensetzung des Teams wichtig – crossfunktional ist hier das Stichwort. Weiterer Punkt ist der Wissenstransfer durch das ganze Team hindurch: Jeder ist in den Prozess eingebunden, es gibt keine Wissenssilos. Auch das Pair Programming kann agiles Arbeiten weiterbringen.

Frischer Wind schadet nie

Den Abschluss des Agile Day bildete Tobias Ranft, BERATUNG JUDITH ANDRESEN, mit seiner Session „Frischer Wind für Scrum und Co.“.

Sehr viele Teams sind mit ihrem agilen Vorgehen unzufrieden. Nach anfänglicher Euphorie dümpelt eine Scrum-Einführung schnell müde vor sich hin. Entwickler fühlen sich wie in einem endlosen Hamsterrad. Oder die Stimmung untereinander ist vergiftet, und das wirklich Wichtige wird nicht mehr gemeinsam besprochen. Was also tun?

Scrum ist kein Allheilmittel, es macht Probleme nur transparent.

Retrospektiven sind ein guter Weg, um besser zu werden. Denn durch Feedback lernt man, ob die eigene Lösung zum Problem passt. Das sollte am besten in vielen kleinen Schritten passieren, um nachhaltig Erfolg in agile Methoden zu bringen. Und zwar in allen Bereichen der Softwareentwicklung – so kommt frischer Wind in den Prozess und man kommt echter Zusammenarbeit näher.

Der Agile Day der BASTA! Spring 2017 machte eins deutlich: Der Mensch steht noch immer im Zentrum – Zusammenarbeit muss im Vordergrund stehen. Daneben gab es noch einen wichtigen Tipp: Dinge einfach halten! Und auch immer einen Blick über den Tellerrand wagen – und wo gelänge das besser als auf der BASTA! Spring 2017?

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