Interview mit Bernd Rücker über das Erstellen einer Java-Workflow-Engine für die .NET-Welt

BPM mit C# oder: eine Java-Workflow-Engine in der .NET-Welt
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In der Microsoft-Welt gibt es wenige, bis keine nutzerfreundliche Business Process Management (BPM) Lösungen – in der der Java-Welt dagegen einige. Bernd Rücker, Mitgründer der Camunda Services GmbH, berichtet im Interview mit Windows-Developer-Redakteur Mirko Schrempp, über seinen Erfahrungen mit dem Erstellen eines C#-Clients für die in Java geschriebene Camunda-BPM-Plattform.

Bernd Rücker war selbst überrascht, wie schnell sich die beiden Welten dank REST-APIs verbinden ließen und wie sich dann auch BPMN zur Modellierung nutzen lässt. Die neue Offenheit von Microsoft gegenüber Technologien außerhalb des eigenen Stacks führt ferner dazu, dass sich zahlreiche Open-Source-Lösungen, auch solche die z. B. in Java geschrieben sind, mit wenig Aufwand nutzen lassen. Ein Beispiel dafür ist Camunda BPM, eine Open Source Plattform für Business Process Management.

REST-APIs machen es einfacher

Wer als .NET-Entwickler eine Java-Lösung in seine in C#-Software einbinden soll, befürchtet zunächst einen hohen Aufwand. Umgekehrt geht es dem Java-Entwickler genauso. Bernd Rücker hat allerdings festgestellt, dass zum einen die Sprache nicht das Problem ist und zum andern REST-APIs die Arbeit stark erleichtern. Als klassischer Java-Entwickler hat er mit Visual Studio, dem TFS und C# einen Client gebaut, um die Workflow-Engine der Camunda BPM zu nutzen und fand es „erschreckend einfach“. Insgesamt sei es auf technologischer Ebene „kein großes Ding“ gewesen, wie er im Interview sagt. Mehr noch: Bernd Rücker ist überzeugt, dass der C#-Client den Leuten die Schmerzen nimmt, die nicht mit Java arbeiten wollen. Die Sprache sei nicht das Hindernis, denn schließlich spreche man längst über größere Konzepte wie Microservices, Container und ähnliches.

Komplexe Workflows modellieren

Das Einbinden einer Java-Engine in eine Microsoft-Umgebung hat aber nicht nur den Vorteil auf Seiten der Ausführung, sondern auch für die Modellierung. Dank der Business Process Model and Notation (BPMN), einem Standard zum Modellieren von Workflows, der auch von der Fachseite verstanden und mit den Entwickler gestaltet werden kann, ist es dann auch möglich komplexe Prozesse zu modellieren und auszuführen – auch solche, die über den einfach Urlaubsantrag hinausgehen. Mit Visio und SharePoint wird man den aktuellen Anforderungen in dieser Hinsicht nicht gerecht.

Offene Welten

Das Interview und auch eine Session zum Thema wurde auf der .NET-Entwickler-Konferenz BASTA! geführt. Eine Kombination von Themen und Technologien, die man vor zwei, drei Jahren dort nicht vermutet hätte: Der Modeler ist in JavaScript geschrieben, die Engine in Java, der Client in C# und die REST-APIs sorgen für die Kommunikation. Von getrennten Welten kann und muss man hier nicht mehr sprechen.

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