Kolumne: Karrieretipps

Karriere 4.0 – bereit für die Digitalisierung?
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Die digitale Revolution hat uns fest im Griff. Wir sind mittendrin. Und wieder mal fragt man sich: ist das wieder so ein IT-Trend, wie SOA, Big Data oder Cloud Computing? Muss man sich als Entwickler zum wiederholten Male angeblich völlig neu erfinden und alles auf „Reset“ stellen? Was bedeutet die Digitalisierung für die IT-Berufswelt? Einerseits liest man in einer Studie der Wirtschaftswoche: „Computer können Jobs von 4,4 Millionen Deutschen übernehmen“, andererseits sagt eine Studie der Boston Consulting Group von 2015: „Digitalisierung schafft Hunderttausende neue Jobs!“ Aber wie sieht die Karriere 4.0 für Entwickler tatsächlich aus?

Sicher ist, mit der Digitalisierung entstehen unzählige neue Geschäftsmodelle, und über eines sind sich alle Branchen einig: Die Digitalisierung steht auf der CIO-Agenda ganz weit oben. Während viele Unternehmen noch damit hadern, alte Strukturen zu durchbrechen und mit einer neuen digitalen Strategie den Markt zu erobern, befinden sich andere bereits in der nächsten Stufe der Digitalisierung. Ob Lieferdrohnen, digitale Umkleidekabinen oder selbstfahrende Autos – die digitale Welt bietet für Entwickler einen völlig neuen riesigen Spielplatz mit unzähligen Möglichkeiten.

Neben der Technik kommt aber im Rahmen der Digitalisierung ein zusätzlicher Aspekt ins Spiel, dem in der analogen Welt ebenfalls eine essenzielle Aufgabe zugesprochen wurde, heute aber fest mit der Technologie einhergeht: das digitale Marketing! Schon der Begriff „Marketing“ löst bei manch einem ITler Unbehagen aus. Werbebotschaften und wissenschaftlich nicht immer untermauerte Versprechen waren für Entwickler bisher unbeachtete Randerscheinungen, um die sie sich nicht weiter kümmerten. Nun aber gewinnt der Kunde im digitalen Zeitalter eine so große Bedeutung, dass seine persönlichen Daten, seine Gewohnheiten, sein Verhalten und seine individuellen Bedürfnisse auf direktem Wege in die IT-Lösungen mit einfließen. Mehr noch, seine Daten liefern die Basis der digitalen Produkte. Neben Datenschutz und ethischen Überlegungen kommen bei der Entwicklung digitaler Lösungen somit individuell auf den Kunden zugeschnittene Marketinganforderungen mit ins Spiel. Auch das ist eigentlich nicht neu, erreicht aber heute eine neue Dimension. Bisherige Trends wie Big Data und Cloud Computing fügen sich nahtlos in den Trend zur Digitalisierung ein. Somit sind Experten in diesem Gebieten nach wie vor sehr gefragt. Zusätzlich entstehen aber neue Berufsbilder in der IT, die die strategische Wichtigkeit der Digitalisierung untermauern. In Jobportalen finden sich heute neue, fantasievoll klingende digitale Jobtitel, von denen man mehr oder weniger die Aufgaben ableiten kann (Quelle: www.jobs.de):

  • Digital Marketing Analyst
  • Leiter Digital Customer Experience
  • Chief Digital Officer
  • Consultant Cards & Digital Payment
  • Digital Strategist
  • Digital Verification Expert
  • Digital Project Manager
  • IT-Consultant Digital Banking
  • Digital Factories Security Management Support
  • Digital Insurance Consultant
  • Project Manager Digital Analytics
  • Senior Business Architect Digital Transformation
  • Digital Marketing Manager

Deutlich wird mit den neuen Jobtiteln vor allem eines: „Digitale IT-Experten“ werden in allen Branchen benötigt. Vor allem die Finanzbranche mit ihren Banken und Versicherungen signalisiert dabei einen großen Bedarf, aber auch alle anderen Branchen wie der Handel, die Industrie und der öffentliche Bereich suchen nach digitalen Experten. Die Aufgaben der digitalen IT-Spezialisten lassen sich dabei wie folgt zusammenfassen:

  • Allgemeine Projektaufgaben: Hierzu zählen die Konzeption, Entwicklung und Implementierung von digitalen Businessservices. Die Projektmanager fungieren dabei als Schnittstelle zwischen Kunden und Technologie und sind in der Lage, Kosten- und Wettbewerbsvorteile zu skizzieren.
  • Spezielle Projektaufgaben: Dabei geht es vor allem darum, die digitalen Businessservices konsequent entlang der Wertschöpfungskette zu integrieren. Das ist mit umfangreichem Analysieren von Geschäftsprozessen sowie der Durchführung von Big-Data-Analysen verbunden. Die Projektmanager agieren hier als Schnittstelle zwischen den Prozessverantwortlichen und den Entwicklerteams.
  • Entwicklungsaufgaben: Hier geht es um das Konzipieren, Entwickeln und die Implementierung digitaler Lösungen als App bzw. in unterschiedlichen Bereichen. Noch stärker als in der Vergangenheit spielen hier die grafische Benutzeroberfläche, die Navigation und das User Experience Design eine Rolle.
  • Führungsaufgaben: Diese finden sich vor allem im Produktmanagement sowie bei der strategischen Produktentwicklung und Vermarktung, aber auch im Management und der Entwicklung von strategischen Partnerschaften und Kundenbeziehungen. Auch die Visions- und Strategieentwicklung der digitalen Ausrichtung des Unternehmens setzt eine erfahrene Führungspersönlichkeit voraus.

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Wie geht es weiter mit der IT-Karriere 4.0?

Auch wenn im Zuge der Digitalisierung klassische Aufgaben in unterschiedlichen Funktionen immer stärker durch intelligente Digital Services übernommen werden, die Digitalisierung bringt für die IT-Berufswelt jede Menge neues Entwicklungspotenzial. Für Entwickler heißt das jede Menge neue Herausforderungen, neue Technologien und noch mehr Schnittstellenvernetzung und Datenverarbeitung. Wie auch in der Vergangenheit, wird von Entwicklern der Weitblick für das Gesamtbild erwartet und eine starke Kundenausrichtung. Die Herausforderungen dabei nehmen jedoch stetig zu. Datensicherheit und Datenschutz stehen bei allen digitalen Entwicklungen im Fokus, sodass vor allem auch IT-Securityexperten weiterhin sehr gute Jobaussichten verzeichnen können. Zu den Anforderungen an digitale IT-Experten zählen die folgenden:

  • Businesskompetenzen: Betriebswirtschaft, Marketing, Rechnungswesen, Logistik sowie HR-Management und Organisation
  • IT-Kompetenzen: Internettechnologien, Softwareentwicklung, Digital Business Services im Front- und Back-Office
  • Methodenkompetenzen: Projektmanagement, Geschäftsprozessmanagement
  • Soziale Kompetenzen: Teamplayer in multikulturellen, interdisziplinären Teams, Kommunikation, Führungskompetenzen

Neben den technischen Anforderungen kommen künftig also immer mehr Marketingaspekte und auch juristische sowie ethische Komponenten dazu. Somit sind auch diesen Berufsgruppe im digitalen Zeitalter neue Jobperspektiven sicher – vorausgesetzt, man kann sich mit der hochkomplexen IT-Welt anfreunden.

Wie schnell es mit der Digitalisierung vorangeht, entscheidet sich vor allem daran, wie schnell die Unternehmen mit den damit verbunden Anforderungen zurechtkommen. Neben den technischen Voraussetzungen ist dabei auch ein konsequentes Change Management in der Arbeitskultur notwendig. Mobile Arbeitsmodelle sind in der IT schon Alltag, in traditionellen Branchen jedoch zum Teil noch Neuland. Oft fehlt es hier an Vertrauen in diese Art der virtuellen Arbeitskultur. Aber die Anforderungen an den digitalen IT-Arbeitsplatz sind klar:

  • Mobiles Arbeiten: jederzeit, überall
  • Einbinden unterschiedlicher Schnittstellen (Kunden, Lieferanten, Produktion, Marketing …)
  • Akzeptanz der Vielfalt in Lebens- und Karriereentwürfen
  • Stellenwert der menschlichen Arbeitskraft erkennen und effizient einsetzen
  • gemeinsame Arbeitskultur auch in virtuellen Arbeitsumgebungen
  • Schnelle und datensichere Arbeitstechnologien

Kein Grund also zur Sorge: Die Digitalisierung bedeutet nicht das Ende der klassischen IT-Karriere, sondern ist der Beginn neuer, spannender Herausforderungen. Gleichzeitig stehen wir mit der Digitalisierung aber auch am Übergang zu Innovationen und neuen Lösungen, denn letztlich ist auch die Digitalisierung wieder ein Trend, der in absehbarer Zeit von einem neuen Megatrend abgelöst wird.

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