Aus dem Entwicklernähkästchen – Teil 2

Lob und Kritik: Was für die Microsoft-Community 2019 wichtig war
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IT-Profis plaudern aus dem Entwicklernähkästchen über ihre Tops und Flops im Technologiejahr 2019. Im zweiten Teil unserer Serie verraten unsere Expertinnen und Experten, was aus ihrer Sicht für die Microsoft-Community 2019 besonders wichtig war und wovon sie enttäuscht waren.

Flott oder Flop: Was war aus Deiner Sicht für die Microsoft-Community 2019 besonders wichtig?

Was hat Dich nicht vom Hocker gerissen?

stropek_rainer_wp Besonders wichtig für die .NET-Community war, dass etablierte UI-Technologien jetzt mit .NET Core entwickelt werden können. Nicht alle Teams können oder wollen sich einen Umstieg auf andere Plattformen leisten. Sie wollen aber auch nicht auf altem .NET- und C#-Code sitzenbleiben. Microsoft hat in diesem Punkt gut zugehört und an den richtigen Stellen modernisiert.

Der zweite Punkt ist Blazor. Bei diesem Projekt bin ich gespaltener Meinung. Einerseits ist Blazor kein wirklicher Konkurrent für andere SPA-Frameworks wie Angular und React geworden. Andererseits ist Blazor ein hervorragender Weg für .NET-Teams in den Browser, wenn auf bestehendem Code und bestehendem Wissen aufgebaut werden muss.

Gab es bei Microsoft etwas, wovon Du enttäuscht warst?

Hier muss ich wieder Blazor nennen. Ich hätte mir gewünscht, Microsoft hätte auf die Serverside-Variante von Blazor verzichtet, da ich befürchte, dass sich diese als Bremsklotz für die Weiterentwicklung der auf WASM basierenden Blazor-Variante erweisen wird. Mir ist die Motivation von Microsoft klar. Für viele Enterprise-Kunden ist Serverside Blazor aka Razor Components wichtig. Meiner Ansicht nach wurde Blazor dadurch aber für kleinere Teams mit stärkerem Fokus auf schnelle Innovation weniger attraktiv.

Rainer Stropek (software architects GmbH), IT-Unternehmer, Software-Entwickler, Trainer, Autor und Vortragender im Microsoft-Umfeld / timecockpit.com

 

kansy_thorsten_wp Mein Highlight war (natürlich!) die neue SQL-Server-Version. Auch der .NET Core 3.1-Zugriff auf Azure Cosmos DB ist eine mächtige Option für Entwickler. Genau deswegen war EntityFramework Core 2.2 eher enttäuschend, hier wurden viele interessante Features wie der NoSQL-Support kurzfristig gestrichen.

Thorsten Kansy (Dotnetcore-Consultant), Entwickler, Softwarearchitekt und Mentor / dotnetcore.eu

 

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Was war für die Microsoft-Community wichtig?

Besonders wichtig für Entwickler im Microsoft-Umfeld war, dass immer mehr Bibliotheken Open Source werden. Das sorgt für deutlich mehr Transparenz.
Elena Bochkor (LARInet), Webdesignerin, arbeitet primär am Entwurf und Design mobiler Anwendungen und Webseiten / larinet.com

Und wovon wart Ihr enttäuscht?

Davon, dass bei Microsoft manchmal nicht klar ist, wohin die Reise geht. Wie zukunftsfähig sind die Technologien? Zum Beispiel bei Windows 10 Internet of Things (IoT) oder bei der Universal Windows Platform (UWP) sind für Entwickler noch viele Fragen offen…

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Dr. Veikko Krypczyk (LARInet), studierte und promovierte in Wirtschaftsinformatik. Softwarentwickler, Fachautor und Dozent / larinet.com

 

Tam HannaWas war für die Microsoft-Community im Jahr 2019 besonders positiv?

Dass Microsoft – meiner Meinung nach – den bei Google gelebten Zwang zur permanenten Änderung nicht oder nur eingeschränkt mitspielt. Dies ist gut, weil Konsistenz seit jeher die Freude des Elektronikers.

Gab es 2019 etwas, wovon Du enttäuscht warst?

Außer den Preissteigerungen in meinen Lieblings-Restaurants und dem Wasserrohrbruch in meinem Labor eigentlich nichts.

Tam Hanna, Entwickler, Trainer und Vortragender / instagram.com/tam.hanna

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