Der Innovation Day auf der BASTA! Spring 2016

Mit Innovationen Schritt halten – aber wie?
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Die Entwicklungsgeschwindigkeit in der Softwareindustrie ist beeindruckend hoch: Cloud, SaaS und PaaS, DevOps, Container, Cross-Plattform-Development, Open Source, Mobile Computing, IoT, Machine Learning, Web APIs, unterschiedlichste Formfaktoren und UI-Technologien – wie soll man bei dieser Menge an neuen Technologien, Tools und Modellen Schritt halten? Der BASTA! Innovation Day gab Entwicklern Anregungen, wie sie von diesem Wandel profitieren können.

Die Änderungen, die sich in den letzten Jahren in der Softwareentwicklung ergeben haben, beschränken sich nicht nur auf Tools und Technologien. Insbesondere im Microsoft-Umfeld braucht es einen generellen Kulturwandel in eingespielten Teams. Die neuen Werkzeuge – allen voran die Möglichkeiten der Cloud – stellen eingespielte Prozesse auf den Kopf. Manche Aufgabengebiete fallen komplett weg, andere ändern sich fundamental. Auf dem erstmalig stattfindenden BASTA! Innovation Day gaben die BASTA!-Speaker Rainer Stropek, Manfred Steyer, Roman Schacherl, Christian Binder, Dominick Baier und Konstantin Diener einen inspirierenden Einblick in diesen sich ständig wandelnden Bereich.

Änderungen als Chance

Dass Änderungen nichts Schlechtes, sondern vielmehr eine Chance sind, skizzierte Rainer Stropek in der Eröffnungskeynote des BASTA! Innovation Day. Gerade Entwickler im Microsoft-Umfeld fühlen sich seit einiger Zeit wie auf einer Achterbahn: Hochgefühle angesichts vielversprechender, neuer Möglichkeiten wechseln sich ab mit tiefer Depression, wenn man sich in der täglichen Arbeit mit veralteten Tools und Legacy-Code herumplagen muss. Auch wenn man von neuer Technologie begeistert ist, wird man oft durch Zeitmangel unsanft in die Realität zurückgeholt.

Rainer Stropek stellte vier Tipps vor, wie man mit dem Technologiewandel umgeht und Innovationen nicht verschläft: So sollte man vor allem die Faszination für Technik nicht verlieren. Für Stropek lautet das Motto „Work is life“ – Entwickler sollten sich den spielerischen Zugang erhalten. Denn Arbeit ist nicht nur Business, sondern macht auch Spaß. Außerdem ist es wichtig zu verstehen, dass man sein Leben lang lernt – und das ist noch lange kein Grund für Frust. Vor allem sollten Entwickler die Schutzbehauptung „XX ist nur Mode und geht sowieso vorbei“ vermeiden und offen für Neues bleiben. Der dritte Tipp lautet: Raus aus der Komfortzone! Man sollte sich immer wieder selbst motivieren, neue Dinge in Angriff zu nehmen – denn „der Weg zum Verständnis führt über Verwirrung“. Und schließlich sollte man auch Grenzen akzeptieren: Stropek nennt hier den Mut zur Lücke. Denn es ist schlicht nicht möglich, alle Neuerungen auszuprobieren und zu übernehmen. Abschließend rät er: Neugierig bleiben und so das Spannungsfeld aus Umbruch und Innovation meistern!

Neue Entwicklungsmöglichkeiten mit UWP, SaaS und in der Cloud

Am Beispiel von Microsoft Visual Studio Team Services (VSTS) beschrieb Christian Binder in der Session „Continuous Delivery in der Cloud“ die Vorteile von kontinuierlicher Delivery. Damit lassen sich nicht nur Änderungen in der Cloud schneller umsetzen, sondern auch Fehler können schnell erkannt und ausgebessert werden – Stichwort „Fail fast“. Innerhalb des VSTS werden etwa alle drei Wochen Updates mit zugehöriger Dokumentation ausgespielt, sodass Kunden schnell mit Aktualisierungen versorgt werden.

Dass man einen Blick über den Tellerrand riskieren muss, weiß auch Roman Schacherl. In seiner Session „Desktop war gestern, heute ist App“ hielt er ein Plädoyer für die Universal Windows Platform (UWP). Denn die UWP hat enorme Vorteile gegenüber WPF: Entscheidend ist vor allem, dass UWP-Apps auf allen Devices, auf denen Windows 10 läuft, eingesetzt werden können.

Auch Software as a Service (SaaS) beeinflusst Softwareunternehmen als Ganzes: SaaS ist ein Kulturwandel, der alle Prozesse verändert und neue Strukturen verlangt – sowohl nach außen zum Kunden als auch im Innern einer Firma. Rainer Stropek erklärte in der Session „SaaS-Anbieter erfinden sich neu“, dass besonders das Vertrauen der Kunden als höchstes Gut anzusehen ist: „SaaS ist eine fundamentale Änderung des Geschäftsmodells von unten bis ganz oben – und reduziert das Einstiegsrisiko für den Kunden gewaltig.“ Mehr Hintergrund und Erläuterungen zum Thema SaaS gibt Rainer Stropek übrigens in seiner entwickler.de-Kolumne „Stropek as a Service“.

Security, Microservices & Co.

Zeiten ändern sich – das weiß auch Dominick Baier und sprach deshalb in seiner Session „Reich und schön – durch sichere Software“ über das Zeitalter der Securityfeatures: Die meisten Basis-Sicherheitsprobleme können moderne Frameworks lösen, allerdings lässt sich noch immer gutes Geld mit sicherer Software verdienen. Security Token Service, sicheres Account-Management und der Schutz der Privatsphäre werden heute vorausgesetzt und sind ein echter Wettbewerbsvorteil – wer das bieten kann, gewinnt Kunden.

Auch moderne Geschäftsanwendungen zeichnen sich in der Regel nicht durch Einfachheit und Leichtgängigkeit aus, was die Wartung sowie die Integration neuer Technologien erschwert. Doch Rettung ist in Sicht: Manfred Steyer zeigte in der Session „Microservice-Architekturen mit .NET“, dass Microservices Entwickler dabei unterstützen, mit diesen Entwicklungen auf pragmatische Weise zurechtzukommen.

Konstantin Diener geht keinem technischen, sondern einem organisatorischen Ansatz nach und fordert, dass Entscheidungen an die Basis verlegt werden sollen. Wie er darauf kommt? Die Märkte werden zunehmend komplexer und schnelllebiger und erfordern Organisationen, die flexibel und mit hoher Geschwindigkeit reagieren und Entscheidungen treffen können. Diese tägliche Menge an Entscheidungen wird „zu groß für einen Kopf“ und sollte deshalb an die direkt Verantwortlichen übertragen werden.

In der abschließenden Diskussionsrunde sprachen die Speaker des Innovation Day gemeinsam mit Windows-Developer-Redakteur Mirko Schrempp noch einmal über Innovationen im Entwicklerumfeld. Um Neues hervorzubringen, muss gerade auf Businessebene kommuniziert werden, welche Fortschritte eine Maßnahme mit sich bringt. Denn dass das Herstellen von Software nicht trivial ist, muss sich noch tiefer in den Köpfen des Managements verankern. Eine wichtige Erkenntnis des Panels lautet, dass man keine Angst vor Fehlern haben sollte – denn nur so sind Innovationen möglich. Vor allem ist eins klar: Innovation ist kein Prozess, der im Stillen abläuft!

 

Aufmacherbild: great idea concept with crumpled colorful paper and light bulb on wooden table von Shutterstock / Urheberrecht: Ruslan Grumble

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