Sensor Batching, ReadingTransform und Custom Sensors

Neue Sensor-Features in Windows 10
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In Windows 10 sind einige neue Features zum Einsatz von Sensoren in Apps enthalten. Beispielsweise Sensor Batching beim Erstellen einer Schlafüberwachungs-App, und Custom Sensors. Was genau dahinter steckt und für welche Einsatzmöglichkeiten sich die neuen Sensor-Features eignen, zeigt Rinku Sreedhar im Windows-Blog.

Microsoft hat es groß angekündigt: Windows 10 ist das letzte Windows. Unter dem Motto Software-as-a-Service soll es aber stetig weiterentwickelt und ausgebaut werden. Dazu muss das Betriebssystem natürlich erst einmal ein breites Angebot an Features mitbringen. Auch neue Funktionen für Sensoren hat der Softwarekonzern hierbei bedacht, darunter Sensor Batching, ReadingTransform und Custom Sensors. Rinku Sreedhar, Senior Program Manager bei Microsoft, hat die drei nützlichen Sensor-Features via Blogpost etwas genauer unter die Lupe genommen und zeigt, für welche Einsatzmöglichkeiten sie sich eignen.

Sensor Batching

Ein spannendes neues Sensor-Feature in Windows 10 ist Sensor Batching. Die Lösung dürfte vor allem für Entwickler nützlich sein, die gerade an der Erstellung einer Schlafüberwachungs-App arbeiten. Sensor Batching wurde speziell für den Beschleunigungsmesser entwickelt und soll den Energieaufwand einer App während der Schlafüberwachung gering halten. Sreedhar schreibt hierzu

It is a sensor that implements batching capable of buffering sensor samples in sensor hardware and delivering them in a batch instead of delivering continuously.

Mithilfe des Features wird es dem Applikations-Prozessor ermöglicht, länger im Ruhemodus zu verweilen, da er Sensormessdaten gebündelt erhält und nicht kontinuierlich kurze Datenintervalle verarbeiten muss – so lässt sich eine Menge Energie einsparen. Das nachfolgende Diagramm zeigt das Sammeln und Ausliefern von Daten, zum einen die Continuous Delivery und zum andern die Batched Delivery.

sensor1_screenshot

© Microsoft

Der Beschleunigungsmesser wird mit Sensor Batching außerdem um zwei nützliche Properties ergänzt:

  1. MaxBatchSize: Die maximale Anzahl an Events die der Sensor speichern kann, bevor er gezwungen ist, sie zu senden. Liegt die Anzahl bei Null, wird das „Batching“ nicht vom Sensor unterstützt.
  2. ReportLatency: ermöglicht es der Anwendung, zu beeinflussen, wie oft ein Sensor Batches sendet. Dazu wird die Latenzzeit angepasst.

Weitere wichtige Eckpunkte des Sensor-Batchings sind:

  • Batching is recommended when the workflow is mostly happening in the background, with limited interactions in the foreground / on-screen.
  • Maximum ReportLatency = MaxBatchsize * ReportInterval. If you specify a higher value than this, then the maximum report latency will used so you do not lose data.
  • If MaxBatchsize = zero, then Batching is not supported by the Sensor.Multiple application may set a desired latency, in this case shortest latency period will be used.

Die API-Referenz für den Beschleunigungsmesser sowie mehr Details zu den neuen Properties, die mit Sensor Batching eingeführt werden, finden sich im Windows Dev Center. Universal-Windows-Platform (UWP)-SDK- Samples gibt´s auf GitHub.

ReadingTransform

Ein weiteres neues Sensor-Feature ist ReadingTransform. Die Funktion soll Entwickler dabei unterstützen, ihre Apps an die Bildschirmorientierung von Windows-Desktops und Windows Phones anzupassen. Wie Sreedhar schreibt, soll dafür eine einzige Zeile Code ausreichen – möglich mache es das Windows-10-Universal-Windows-Platform (UWP)-API. Das Feature ist besonders hilfreich, da Windows Desktop und Windows Phone ihre Sensorkoordinatensysteme sehr unterschiedlich definieren. Zuvor war daher jede Menge Code nötig, um diese entsprechend der Bildschirmausrichtung zu transformieren.

Sreedhar fasst im Blog die folgenden beiden Punkte zusammen, die mit ReadingTransform jetzt wesentlich leichter von der Hand gehen sollen:

  • To have your UWP apps align with the display orientation you specify to get it work across the entire family of Windows 10 devices, including desktop, phone and Xbox, HoloLens, SurfaceHub and IoT.
  • To convert your existing desktop or Phone app to a UWP app that will work across multiple device families. Ein komplettes C++-Code-Beispiel findet sich auf GitHub.

Custom Sensors

Hardware-Hersteller haben mit Windows 10 die Möglichkeit, auch weniger stark vertretene Sensortypen einzuführen, beispielsweise Luftqualitätssensoren, Temperatursensoren und Herzfrequenz-Sensoren. Dazu stelle Custom Sensor ein generisches API bereit. Sreedhar erläutert:

Custom sensors provide a generic API through which IHVs can expose any type of sensors and release them independent of Microsoft’s OS ship cycle. Partners who used the Win32 sensors API for custom sensors can now develop Windows Store apps without modifying their hardware, and without the complexity of using low-level HID.

Detaillierte Informationen zu den neuen Sensor-Features in Windows 10 finden sich im Windows-Blog. Weitere Einblicke gibt außerdem das folgende Video der Build-Konferenz 2015, das zeigt, wie sich wie sich Windows Universal Apps mit Sensoren erstellen lassen.

Aufmacherbild: Hands holding touch phone and smart watch with mobile app von Shutterstock / Urheberrecht: Aniwhite

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