Der Test & Quality Day der BASTA! 2015

Softwarequalität steigern: Ist Behavior Driven Development die Lösung?
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Die Komplexität heutiger Software- und Systemlandschaften und der starke Anstieg der Anforderungsdynamik bergen ein extrem hohes Risiko für schlechte Softwarequalität. Wie sich Entwickler dieser Problematik stellen können, zeigte der Test and Quality Day auf der BASTA! 2015.

Für Entwickler stehen heutzutage zahlreiche Entwicklungsplattformen und Softwareframeworks zur Verfügung. Einziges Manko dabei ist, dass sie einen hohen Einarbeitungsaufwand erfordern. Softwarequalität und -wartung lassen sich daher nur noch mit modernsten Qualitäts- und Testmanagementmethoden erreichen und beherrschen. Welche das sind, zeigten die Speaker der BASTA! 2015 in zahlreichen Sessions rund ums Thema auf dem Test & Quality Day. Teilnehmer erhielten hier einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Aspekte des modernen Qualitäts- und Testmanagements und bekamen vor allem konkrete Ideen mit an die Hand, um ihre eigenen Prozesse zu optimieren.

Heute bitte Scrum

Gemeinsam als Team sind Tester, Entwickler und Anforderungsmanager verantwortlich für die Produktion. Um sie erfolgreich über die Bühne zu bringen, ist es wichtig, ein „Wir-Gefühl“ zu entwickeln. Die enge Zusammenarbeit führt außerdem zu Veränderungen im Rollenverständnis. Was für den einen spannend ist, kann auf den anderen eine bedrohliche Wirkung haben. Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten darüber im Klaren sind, dass sie ihre Komfortzone in einem Scrum-Team verlassen müssen. “Die Zusammenarbeit in Scrum stellt neue Anforderungen an die sozialen und technischen Fähigkeiten von allen am Entwicklungsprozess beteiligten Personen“, weiß Frank Düsterbeck (HEC GmbH) aus eigener Erfahrung. In seiner Session „Gemeinsam Qualität produzieren – die Zusammenarbeit des Scrum-Teams“, gab er den Teilnehmern einige wertvolle Tipps mit auf den Weg, wie sich die Zusammenarbeit im Team stärken und die Effizienz damit steigern lässt.

BDD – die Lösung aller Probleme?

Behavior Driven Development (BDD) ist mittlerweile in aller Munde und alle sprechen davon, wie viele Probleme damit vor allem beim Testen und Anforderungsmanagement gelöst werden können. Laut Ina Einemann (HEC GmbH) verspricht BDD vor allem eine bessere Kommunikation innerhalb des Teams und mit dem Kunden.  Klingt super, allerdings ist es auch nicht ganz einfach, BDD in neue und bestehende Projekte einzuführen. In ihrer Session „BDD – Die Lösung aller Probleme?“ zeigte sie auf, welche Stolpersteine sich ergeben können und wie man sie überwindet. Ihr Fazit:

Im Mittelpunkt sollte stehen, wie man den Kunden einbindet, ob der Kunde selbst Szenarien aufbauen kann und wie man das eigene Team überzeugt.

Will man qualitative Software entwickeln, sind Unit Tests laut Hendrik Lösch (Saxonia Systems AG) heutzutage unabdingbar. „Je wichtiger diese Tests jedoch sind, desto wichtiger ist auch die Betrachtung, was sich eigentlich dahinter verbirgt“, erläutert er. In seiner Session „Was ist eigentlich eine Unit?“ verriet er den Teilnehmern, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt. Weiter klärte er darüber auf, wie unsere Definition des Begriffs das erzielte Ergebnis beeinflusst und wo sich diese Tests einordnen, wenn es um bestimmte Vorgehen wie Test Driven Development (TDD) oder Behavior Driven Development (TDD) geht. Mit im Gepäck hatte er außerdem ein Komplexbeispiel, das aufzeigte, welche Werkzeuge im Microsoft-Universum zu welchen Ergebnissen führen.

Testing

Heute bestellt, morgen geliefert – warum ist das eigentlich bei der Softwareentwicklung nicht möglich? Diese Frage stellte Urs Enzler (bbv Software Services AG) in seiner gleichnamigen Session auf der BASTA!. „Artifacts Respository“ lautet für ihn ein alternativer Lösungsweg. Die Idee dahinter ist, dass jedes Team über ein eigenes Respository verfügt. Beim Schreiben von Code ist die einzige Schnittstelle das Artifacts Respository, so kommen sich die Mitglieder der Teams nicht in die Quere. Bei zwei Teams eignen sich beispielsweise am besten zwei Respositories, weiß Enzler aus Erfahrung.

Zeitverzögerungen entstehen ihm zufolge außerdem schon beim Sourcecode. Dieser sei häufig in so schlechtem Zustand, das zunächst ein aufwendiges und zeitintensives Refactoring vorgenommen werden muss. Erst dann können neue Funktionen hinzugefügt werden. Welche Faktoren das schnelle Ausliefern der Software sonst noch verzögern, erklärte er den Teilnehmern anhand diverser Beispiele und machte auch deutlich, wie man die lästigen Zeitfresser durch Prozessoptimierungen ausschalten kann.

In Sachen Testing wussten außerdem Marc Müller, 4tecture GmbH, und
Nico Orschel  (AIT GmbH & Co. KG) einiges beizusteuern. Vielen Entwicklern dürfte das Problem bekannt sein: Die Software tut nicht, was sie soll, obwohl augenscheinlich keine Probleme vorliegen. Und das, obwohl die Anwendung auf dem Entwickler- und Testersystem noch einwandfrei funktioniert hat. Wie und warum in solchen Fällen Load Testing mit Visual Studio aushelfen kann, zeigten die beiden Speaker in ihrer Session „95 Prozent brauchen es, 5 Prozent machen es: Load Testing mit VS leicht gemacht“.

Alles in allem konnten die Teilnehmer die Erkenntnis mitnehmen, dass das Ziel des Qualitäts- und Testmanagements nicht nur das Finden von Fehlern und Bestätigen der Umsetzung der Anforderungen ist, sondern vor allem die Fehlervermeidung zur Kostenreduktion und die Optimierung der Prozesse. Wichtig dabei ist, das Testmanagement an agile Vorgehensweisen und den gesamten ALM-Prozess anpassen. Weitere Infos zum Thema ALM haben wir übrigens in diesem BASTA!-Beitrag zusammengefasst.

Aufmacherbild: Compass needle pointing the blue text von Shutterstock / Urheberrecht: Olivier Le Moal

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