So optimiert man Apps für Continuum für Smartphones

In vier Schritten zur Continuum-App für das Windows 10 Smartphone
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Continuum – das bedeutet für Entwickler, dass Universal-Windows-Apps von Nutzern zu jeder Zeit auf jedem Screen genutzt werden können. Doch das Erstellen von Continuum-Apps für das Windows Phone ist für viele Entwickler noch Neuland. Jetzt gibt es Hilfestellung von Microsoft.

Eine der spannendsten Neuerungen, die Windows 10 mit sich gebracht hat, ist sicherlich die Continuum-Funktion. Mit dem Begriff “Windows Continuum” möchte Microsoft ein konsistentes Benutzererlebnis über sämtliche Gerätegrenzen hinweg schaffen: Ob auf einem Phone, Tablet, PC oder der Xbox, egal was ich als Benutzer tue, ich kann überall an meine Arbeit anknüpfen. So schaltet Windows 10 in den Tablet-Modus (Anwendungen gehen in den Vollbildmodus), wenn Tastatur und Maus entfernt werden. Sobald man Tastatur und Maus wieder anschließt, gehen Anwendungen zurück in den Fenster-Modus.

Was macht Continuum für das Phone so besonders?

Vermutlich jeder von uns trägt fast den ganzen Tag ein Smartphone mit sich herum, egal ob man gerade privat oder beruflich unterwegs ist. Continuum ermöglicht es nun, ein Smartphone mit Windows 10 an einen externen Monitor, Maus und Tastatur anzuschließend und das Telefon anschließend fast genauso nutzen zu können, wie einen vollwertigen PC. Für Entwickler bedeutet das, dass erstellte Universal-Windows-Apps von Nutzern zu jeder Zeit und auf jedem Screen genutzt werden können.

Die Idee hinter Continuum bietet also augenscheinlich eine Menge Potenzial für Windows-10-Mobile- und Universal-Windows-Apps. Doch für die meisten Entwickler ist das Erstellen entsprechender Anwendungen Neuland. Mit einem aktuellen Blogbeitrag inklusive Video will Microsoft Hilfestellung leisten und ihnen den Einstieg erleichtern.

Continuum-Apps für das Phone optimieren – so funktioniert´s

Das Contiunuum-Feature funktioniert per Default bei allen Windows-10-UWP-Anwendungen, die auf einem Windows-Mobilgerät laufen. Um sicherzustellen, dass die Funktion sinnvoll genutzt werden kann, sollten beim Erstellen von Anwendungen die folgenden Punkte beachtet werden.

1. Die App muss responsiv sein

Die Anwendung muss sich je nach Windows-Gerät an die unterschiedlichsten Bildschirmgrößen anpassen. Nutzer sollten ein für Smartphones optimiertes User Interface (UI) vorfinden, wenn sie die App auf ihrem Mobilgerät nutzen, und ein für den Desktop optimiertes UI, wenn sie Continuum aktivieren, um die Anwendung auf dem mit dem Smartphone verbundenen, externen Bildschirm anzuzeigen. Den Wechsel zwischen der mobilen und der Desktop-Ansicht ermöglicht das UserInteractionMode-API. Die DisplayInformation-Klasse hingegen steuert und überwacht physikalische Informationen.

Die angeschlossenen Bildschirme sollten eine Auflösung von mindestens 800×600 Pixel (oder höher) mitbringen, damit die Anwendungen problemlos laufen.

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Quelle: Microsoft

Was es in Sachen effektive Pixel und Responsive-Design noch zu beachten gibt, erklärt Microsoft im nachfolgenden Blogbeitrag: Responsive design 101 for Universal Windows Platform Apps. Für XAML-Entwickler gibt es zudem eine Reihe von Tools, die Unterstützung leisten können, hier eine kleine Auswahl:

2. Die richtige Geräte-Klasse anvisieren

Baut man eine UWP-App, die auf einem Windows-Mobilgerät ausgeführt werden kann, funktioniert das Continuum-Feature wie bereits erwähnt per Default. Erstellt man allerdings eine Desktop- oder Xbox-Anwendung, wird diese nicht von Continuum unterstützt. Microsoft empfiehlt daher, Anwendungen immer so zu erstellen, dass sie auf allen Windows-Geräten ausführbar sind. Mehr Details dazu gibt es unter Packaging Universal Windows apps for Windows 10 und Guide to Universal Windows Platform (UWP) apps.

Auch für Entwickler, die ausschließlich mobile Anwendungen erstellen, hat Microsoft einen Tipp parat. Unterstützt die Anwendung noch nicht die Continuum-Funktion, müssen lediglich die folgenden Codezeilen zum App-Manifest hinzugefügt werden, um die Anwendung am angeschlossenen Display zu sperren.

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Quelle: Microsoft

Die App wird dann im Startmenü grau hinterlegt, bis der Entwickler sie als UWP-App neu veröffentlicht. Ist die Anwendung schließlich fit für Continuum, kann in den Einstellungen RestrictToInternalScreen auf „false“ umgestellt und ein Update durchgeführt werden.

3. Zusätzliche Skalierungs-Assets hinzufügen

Um Anwendungen für den angeschlossenen Bildschirm zu optimieren, lassen sich außerdem UI-Assets (zum Beispiel Icons, Bilder, Bitmaps etc.) für eine Reihe von unterschiedlichen Skalierungen und Auflösungen bereitstellen. Hintergrund ist, dass es keine direkte Korrelation zwischen Gerätegröße und Skalierung gibt. Skalierungen werden vom Ressource-Management-System genutzt, um festzulegen, welches vom Entwickler zur Verfügung gestellte Asset am besten mit dem bereitgestellten Bildschirm zusammenspielt.

Mobilgeräte haben im Allgemeinen eine Skalierung zwischen 200 und 400 Prozent. Angeschlossene Displays haben zumeist eine Skalierung zwischen 100 (Monitor) und 150 Prozent (TVs). Lädt ein Nutzer eine App aus dem Store herunter, werden per Default ausschließlich Skalierungs-Assets für Bildschirme von Mobilgeräten auf die Smartphones deployt. Wird das Gerät an einen externen Bildschirm angeschlossen, wird automatisch ein App-Update ausgespielt, das die neuen Skalierungs-Faktoren enthält. Das Update sorgt dafür, dass das beste Asset für den neuen Screen verwendet wird. Ist dieses bereits auf dem Mobilgerät vorhanden, ist keine Aktualisierung notwendig.

Für den Support von weiteren Skalierungs-Faktoren können Anwendung um zusätzliche Skalierungs-Ressourcen ergänzt werden. Das kann auf zwei Arten passieren:

1. Man kann eine neue Ressource mit .scale-xxx-Notation in einen „Asset“-Ordner hinzufügen.

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Quelle: Microsoft

2. Alternativ kann man neue Skalierungs-Ressourcen-Ordner hinzufügen, die identisch benannte Assets enthalten.

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Quelle: Microsoft

4. UWP-APIs verwenden

Zu guter Letzt empfiehlt Microsoft auf UWP-APIs zurückzugreifen, mit deren Hilfe man das Mobilgerät und den angeschlossenen Bildschirm simultan nutzen kann. Beispielsweise lässt sich das MediaElement-Control einsetzen, um Medienelemente auf dem externen Screen anzuzeigen, während die App weiterhin in der primären Anzeige sichtbar ist.

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Quelle: Microsoft

Wer sich nach all der Theorie noch einen visuellen Eindruck verschaffen will, kann einen Blick auf das nachfolgenden Video werfen, in dem Keri Moran, Gino Sega, und Liz Threlkeld vom Windows-Shell-Engineering-Team zeigen, wie sich Windows 10 Universal Apps für Contiunuum erstellen lassen und verhalten.

Alle weiteren Details gibt’s im Windows Blog. Infos zu den Hardware-Konfigurationen für Continuum finden sich hier.

Aufmacherbild: Backdrop of fractal elements, grids and symbols von Shutterstock / Urheberrecht: agsandrew

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