Die BASTA! 2015 ist eröffnet

Windows 10 – eine neue Ära für Entwickler?
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Seit der Einführung von Windows 8 ist das Microsoft-Universum in Bewegung. Mit Version 10 ist jetzt ein vorläufiger Höhepunkt erreicht – nicht nur, dass es sich dabei um das letzte Betriebssystem seiner Art handeln soll, Microsoft will mit Windows 10 auch endlich den Paradigmenwechsel vollziehen, der schon so lange angekündigt wird.

Was bedeutet das aber für die Entwickler? Welche Konsequenzen hat Windows 10, aber auch die Modularisierung von .NET für die Wahl der Werkzeuge, Programmiersprachen und Technologien? Genau diese Fragen sind es, die heute Morgen zahlreiche Entwickler in den Keynote-Saal der BASTA! 2015 lockten, die auch in diesem Jahr wieder in der Rheingoldhalle Mainz stattfindet.

Windows 10 ist da – oder nicht?

Als Begrüßungs-Warm-Up fasst Mirko Schrempp, Redakteur des Windows Developer, die neuesten Entwicklungen im Hause Microsoft zusammen. Ganz oben am Microsoft-Himmel steht natürlich Windows 10, das neue Betriebssystem, mit dem der Softwarekonzern zur Freude vieler Nutzer das Startmenü zurückgebracht hat. Windows 10 ist eines der offensichtlichsten Anzeichen dafür, dass Microsoft das Thema User Experience (UX) und damit den Kunden ins Zentrum rückt. Seit genau zwei Monaten ist das neue OS nun schon verfügbar – oder besser fast. Eigentlich muss man sagen, dass Windows 10 für den PC und IoT-Geräte da ist. Denn noch fehlen die Versionen für das Smartphone und kleine Tablets, die Xbox und die HoloLens – und das ist entscheidend für das Gesamtbild, betont Schrempp.

Für alle diese Geräte soll eine spezielle Version von Windows 10 als Software-as-a-Service-Betriebssystem kommen, deren Gemeinsamkeit der Kern ist und das Versprechen, dass Universal Apps auf allen Geräten laufen können. „Erst dann wird das vollständige Betriebssystem daraus, dass Microsoft sich vorstellt.“ Doch ist der Anspruch an eine fertige Software heute überhaupt noch zeitgemäß? Das diskutierten Thomas Schissler, artiso solutions GmbH, Holger Schwichtenberg, www.IT-Visions.de/5Minds IT-Solutions, und Jörg Neumann, Acando, im Expertenpanel zur Eröffnung der BASTA! 2015.

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Quelle: Software & Support Media

„Wann eine Software fertig ist, muss man völlig neu betrachten“

Thomas Schissler, artiso solutions GmbH, blickt dem skeptisch entgegen. Seiner Ansicht nach werden Kunden in Zukunft verstärkt die Erwartungshaltung entwickeln, dass sich Software schnell anpassen lässt und man nicht jahrelang auf neue Funktionalitäten und Änderungen warten muss. „Wann eine Software fertig ist, muss man mittlerweile völlig neu betrachten. Software ist eigentlich nie fertig, sondern hat einen kontinuierlichen Lebenszyklus. Und genau darauf muss man als Entwickler heute reagieren“, so Schissler. Daraus resultieren natürlich auch neue Herausforderungen für Entwickler: Testautomatisierungen sind erforderlich, Deployment-Prozesse müssen optimiert werden, aber auch die Frage, was mit der Software passiert, wenn sie auf dem Zielsystem der Anwender landet, rückt immer mehr in den Fokus.

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Quelle: Software & Support Media

Usability und Cross-Plattform im Fokus

Jörg Neumann, Acando, empfiehlt daher, Projekte von vornherein agil anzugehen und sich auch als Entwickler darum zu bemühen, fachliche Prozesse zu verstehen. „Darüber hinaus muss man heute viel stärker über Usability nachdenken als noch vor ein paar Jahren“, ergänzt er. Das sei der Tatsache geschuldet, dass Kunden und Nutzer heutzutage genau wissen, wie eine App funktionieren muss. Das A und O für Entwickler sollte es also sein, die Anforderungen der Nutzer zufriedenzustellen. Dabei helfen entsprechende Tools wie etwa Application Insights. Oberste Priorität neben der Usability hat laut Neumann außerdem das Thema Cross-Plattform. „Wir haben heute eine komplett andere Landschaft als in der Vergangenheit. Es gibt nicht mehr nur einen Desktop mit einer Serveranwendung, sondern verschiedenste Plattformen und Devices“, so Neumann. Damit bei Nutzern nicht die Frage aufkommt: „Coole App, aber gibt´s die auch für Android?“ müssen Entwickler daher auf eine solide Cross-Plattform-Strategie setzen. Klares Statement von Neumann hierzu: “Was das anbetrifft haben wir mit den Microsoft-Technologien die beste Developer-Story von allen!“.

„.NET lebt, und zwar agiler als je zuvor“

Auch was die Softwarearchitektur anbetrifft, müssen sich Entwickler umstellen. Nach Ansicht von Holger Schwichtenberg, www.IT-Visions.de/5Minds IT-Solutions, hat Microsoft verstanden, dass die Welt nicht mehr nur Windows nutzt, sondern wesentlich agiler geworden ist. Das Ergebnis ist .NET 5, Microsofts neues Framework, das vollständig modular aufgebaut ist und via NuGet ausgeliefert wird. Einsetzen lässt es sich zum Bau modularer Apps, die nicht nur performanter sind, sondern auch weniger RAM benötigen. Einen gravierenden Pluspunkt gibt es zudem in Sachen Flexibilität: „Durch die Modularisierung ist es leichter für Entwickler, zu entscheiden, welche NuGet-Pakete gebraucht werden. Außerdem hat man die Möglichkeit, kurzfristig auf veränderte Anforderungen zur reagieren, und einzelne Komponenten schnell auszutauschen.“ Denn eine Softwarearchitektur entwickeln zu wollen, die über Jahre hinweg unverändert standhält, ist zwar aus finanzieller Hinsicht nachvollziehbar, angesichts der heutigen Anforderungen aber nicht mehr zeitgemäß: „Was wirklich zählt, ist eine anpassbare Architektur“.

Alle drei sind sich schlussendlich einig: Mit seinen neuen Technologien gibt Microsoft Entwicklern alle erforderlichen Werkzeuge an die Hand, die man heute braucht, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Sie als Entwickler müssen sich einfach nur darauf einlassen! Im Rahmen der BASTA! werden wir uns im Verlauf der Woche genau diesen Themen eingehender widmen.

Für alle die es verpasst haben, hier das Video zum BASTA!-Panel:

Aufmacherbild: bridge in Mainz von Shutterstock / Urheberrecht: Alex White

 

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