Wissen ist Macht
Kommentare

Und was hat das mit Programmieren zu tun?
Eine ganze Menge. Sind sie verantwortlich für die Qualifikationen in ihrem Team? Dann denken Sie bei den anstehenden Entscheidungen zur Weiterbildung – z. B.

Und was hat das mit Programmieren zu tun?

Eine ganze Menge. Sind sie verantwortlich für die Qualifikationen in ihrem Team? Dann denken Sie bei den anstehenden Entscheidungen zur Weiterbildung – z. B. bei der Auswahl von Seminaren – mal an diese Wissensspirale. So wird beispielsweise der Newcomer von der Universität eine Zeit brauchen, bis er sich in die letzen „Geheimnisse“ des .NET Frameworks eingearbeitet hat. Erst das Wissen um das Ganze – also das Verständnis im Zusammenhang – ermöglicht es, qualitativ bessere Lösungen zu erzeugen. Die heutigen Programmiersprachen bieten eine Vielzahl von Ansätzen, um die Problemstellung zu lösen. Gefragt ist jedoch nicht irgendeine Lösung, sondern eine gute Lösung. Denn der Code soll bestmöglich zu warten sein, die Fehlerquote soll minimiert werden und nach Möglichkeit sollte den Quellcode auch ein anderer Entwickler verstehen. Dazu braucht man Experten. Diese kommen intuitiv schneller zum Ziel und wählen dabei (unbewusst) den besseren Weg.

Wissen verwalten – Wissensmanagement

Was ist Wissensmanagement und welche Aufgaben hat es? Ein Ansatz stammt von Probst [4]. Wissensmanagement umfasst damit die Aufgaben: Wissensziele festlegen, Wissensbewertung, Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensnutzung und Wissensbewahrung. Tabelle 2 geht zu diesen Aspekten mehr ins Detail. Die Zusammenhänge werden in Abbildung 3 dargestellt. Zusammenfassend lassen sich folgende Aspekte als die Hauptaufgaben von Wissensmanagement definieren:

  1. Generierung von neuem Wissen = Lernen in der Organisation
  2. Speicherung und Nutzung von Daten

Modernes Wissensmanagement soll nicht papiergebunden oder mit Karteikarten ablaufen, sondern durch Software und IT unterstützt werden. Formulieren wir zunächst die Anforderungen an Wissensmanagement-Software, während wir dann bestimmte Kategorien von Anwendungen betrachten.

Tabelle 2: Kernaufgaben des Wissensmanagements (eigene Darstellung nach [5])
Aufgabe des Wissensmanagements Erläuterungen
Wissensziele Die Unternehmung muss festlegen, in welche Richtung das Know-how weiterentwickelt werden soll. Dabei ist es schwierig abzuschätzen, welches Wissen in der Zukunft benötigt wird.
Wissensbewertung Die Investitionen in das Wissen müssen bewertet werden. Die Bewertung immaterieller Güter steckt noch in den Kinderschuhen. Das Stichwort lautet Wissensbilanz. Lesen Sie dazu auch die Ausführungen im Kasten „Wissensbilanz“.
Wissensidentifikation Es ist zu klären, welches Wissen wo (Wissensträger) vorhanden ist. Dieses ist Voraussetzung, um das eigene Potenzial realistisch einzuschätzen und weitere Maßnahmen (z. B. Wissensentwicklung) planen zu können.
Wissenserwerb Auf welche externen Wissensquellen kann zurückgegriffen werden?
Wissensentwicklung In welcher Form kann neues Wissen innerhalb der Organisation generiert werden? Lesen Sie dazu auch den Abschnitt „Kann man Wissen produzieren?“
Wissensverteilung Das Wissen darf nicht nur einigen wenigen Personen im Unternehmen zugänglich sein, sondern für alle Akteure zu erreichen sein, die dies für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigen.
Wissensnutzung Die Unternehmung muss Bedingungen schaffen, sodass die Akteure zur Wissensnutzung motiviert werden. Ein Beispiel: Der Aufbau einer umfassenden Wissensdatenbank für immer wiederkehrende Fragestellungen ist erst nutzbringend, wenn die Mitarbeiter davon Kenntnis haben und motiviert sind, diese zu nutzen. Im Idealfall sollten die betreffenden Personen auch zur Pflege und Weiterentwicklung der Wissensdatenbank beitragen.
Wissensbewahrung Ist ein bestimmter Teil des Wissens nur in den Köpfen mancher Mitarbeiter vorhanden, so kann das Wissen unter Umständen schnell verloren gehen. Dieses kann der Fall sein, wenn die Mitarbeiter das Unternehmen verlassen oder nicht mehr bereit sind, das Wissen für die Unternehmung einzusetzen. Für eine Verbreiterung der Wissensbasis ist zu sorgen, um derartigen Problemen vorzubeugen.

Themen der kommenden Seiten:

  • Wissensbilanz
  • Wissensmanagement und Softwareentwicklung
  • Ausblick: Wissensmanagement in der Praxis
Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -